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Freitag, 14. September 2012

Kritik zu: "Die vierte Macht"


DVD-Start:

Verleih: 13.09.2012
Verkauf: 13.09.2012

EXTRAS:

Making Of, 4 Pods, Interviews, B-Roll, Premierenclip, Audiokommentar mit Regisseur und Drehbuchautor Dennis Gansel, Unveröffentlichte Szenen, Alternatives Ende, Videotagebuch von Regisseur und Drehbuchautor Dennis Gansel

REGIE:

Dennis Gansel ("Die Welle")

CAST: 

Moritz Bleibtreu ("Das Experiment"), Max Riemelt ("Heiter bis wolkig"), Rade Serbedzija ("Batman Begins"), Kasia Smutniak ("La passione"), Mark Ivanir ("Der Ruf der Wale"), Cosima Shaw ("V wie Vendetta")

INHALT:

Als angesagter Klatsch-Journalist ist Paul Jensen (Moritz Bleibtreu) in Berlin ziemlich erfolgreich. Da ihm das mit der Zeit jedoch nicht mehr reicht, heuert er bei einer Moskauer Zeitschrift an, um deren Party & People-Seiten auf Vordermann zu bringen. Doch bereits nach wenigen Wochen wird sein Schicksal in andere Bahnen gelenkt. Auf einem großen Moskauer Platz wird er Zeuge eines Mordes an einem politischen Journalisten.

Aus Zuneigung gegenüber seiner Kollegin Katja (Kasia Smutniak), lässt sich Paul überreden ihren vom Chefredakteur abgelehnten Nachruf über den Verstorbenen Verfechter der Wahrheit auf seinen Party-Seiten mitabzudrucken. Außerdem begleitet er die attraktive Frau auf eine Demo gegen die russische Regierung, welche härtere Antiterror-Maßnahmen beschließen will. Als dann auch noch in einer U-Bahn-Station eine Bombe explodiert, bei der Pauls Freundin Katja getötet wird, gerät der Journalist in das Visier der russischen Regierung und wird wegen angeblicher Beihilfe zum Terrorismus festgenommen.

 

KRITIK:

DIE VIERTE MACHT wurde zum Kinostart Anfang März 2012 von Kritikern ziemlich verrissen. So schreibt die Tageszeitung DIE ZEIT beispielsweise von einem lahmen Verschwörungsthriller nach Fertigbauteilen. Doch ist der Thriller von Dennis Gansel tatsächlich so schlecht? Die ersten 30 Minuten scheinen dies zu bestätigen. Denn zunächst ist DIE VIERTE MACHT ziemlich langweilig und der Regisseur scheint nicht zu wissen was er eigentlich will, die Handlung zieht sich. Doch nach diesen Anfangsschwierigkeiten wendet sich das Blatt und der deutsche Politkrimi entwickelt sich zu einem spannenden Enthüllungsthriller mit guten Effekten, überraschenden Wendungen und gut aufgelegten Schauspielern. Zwar guckt Hauptdarsteller Moritz Bleibtreu wie gewohnt einfach nur dumm aus der Wäsche, aber dieses Mal passt sein eher ratloser Gesichtsausdruck vollkommen, sodass seine Figur glaubwürdig wirkt und dessen Handeln nachvollziehbar ist. Dies gilt ebenfalls für Kasia Smutniak, die Bleibtreus geheimnisvolle Freundin mimt. Einzig völlig unglaubwürdig ist Max Riemelt als russischer Fotograf mit unechtem Akzent.

Dramaturgisch kann vor allem der Mittelteil überzeugen, in dem die Spannung Schritt für Schritt zunimmt und durch die gelungene Kameraarbeit sowie die sehr effektvollen Soundeffekte gekonnt verstärkt wird. Inhaltlich passt es auch, obwohl sich DIE VIERTE MACHT etwas übernimmt. Denn der Film will nicht einfach nur ein solider Verschwörungsthriller sein, sondern auch die gesamte russische Justiz kritisch beleuchten, auf deren Machenschaften aufmerksam machen und den Wert investigativer Journalisten in den Vordergrund rücken. Dies alles gelingt dem Regisseur auch, jedoch nur in Ansätzen. Trotz einer Filmlänge von knapp 120 Minuten bleibt zu wenig Zeit, um sämtliche angesprochenen Themen angemessen zu behandeln, so dass es durchgehend nur bei einer oberflächlichen Betrachtung bleibt.

Das Einzige, das von der ersten bis zu letzen Minute durchgehend überzeugt, sind die Spezialeffekte. Bereits in einer der ersten Szenen sieht der Zuschauer auf sehr realistische Weise ein Hochaus einstürzen. Auch die darauffolgenden visuellen Effekte, die jedoch nicht ununterbrochen, sondern gezielt eingesetzt werden, wie die Explosion in einer U-Bahn-Station, sehen echt aus.

Vielleicht hätte man sich bei der Anzahl der behandelten Themen ebenfalls ein wenig zurückhalten sollen. So wäre aus DIE VIERTE MACHT anstatt eines durchschnittlichen Polithrillers, eventuell ein hochklassiger Krimi geworden.


WERTUNG:

7/10

TRAILER:

Die vierte Macht

Mittwoch, 12. September 2012

Kritik zu: "Lockout"


DVD-Start:

Verleih: 05.09.2012
Verkauf: 05.10.2012

EXTRAS:

Nicht verwendete Szenen; Interviews mit Cast & Crew; Trailer; TV-Spots

REGIE:

James Mather, Stephen St. Leger

CAST: 

Joseph Gilgun ("Harry Brown"), Maggie Grace ("96 Hours"), Guy Pearce ("L.A. Confidential", "Memento"), Vincent Regan ("Snow White and the Huntsman"), Peter Stormare ("The Big Lebowski"), Tim Plester ("Kick-Ass")

INHALT:

CIA-Agent Snow (Guy Pearce) soll einen Kollegen brutal ermordet haben und dafür 30 Jahre im Gefängnis schmoren, auch wenn er immer wieder beteuert unschuldig zu sein. Die einzige Möglichkeit die Zeit hinter schwedischen Gardinen zu vermeiden ergibt sich, als bei einer Revolte in einem um die Erde kreisenden High-Tech Gefängnis 500 Schwerverbrecher die Macht an sich reißen. Snow soll dorthin reisen, um die Tochter (Maggie Grace) des US-Präsidenten aus den Fängen der Bösewichte zu befreien. Diese verweilt dort, um angeblichen Misshandlungen an den Gefangenen auf den Grund zu gehen. Als Snow schließlich die junge Frau findet, geht der Schlamassel allerdings erst richtig los. Denn wie sollen die beiden überhaupt zurück zu Erde gelangen, erst recht, wenn die Präsidententochter partout nicht ohne die anderen Gefangenen von dannen ziehen will?

KRITIK:

LOCKOUT ist ein sehr direkter und stylischer Action-Thriller. James Mather und Stephen St. Leger labern nicht lange herum, sondern kommen sehr schnell zur Sache - zur Befreiung der Geisel. Obwohl das Ergebnis der Mission absolut vorhersehbar ist, wird der Zuschauer durchgehend gut unterhalten. Die Spannung bleibt durch sehenswert choreografierte Action-Szenen stetig oben. Zudem sorgen die effektvolle Musik sowie die eindrucksvolle dichte Atmosphäre für ein angespanntes Gefühl beim Zuschauer. Schauspielerisch gibt es für Darsteller kaum etwas zu tun, sie können sich kaum positiv bemerkbar machen, stechen dafür aber auch nicht negativ hervor. Positiv ist, dass Pearce und Maggie Grace ein harmonisch Gespann abgeben, dass sich gekonnt die Bälle hin und her wirft.

Schade ist allerdings, dass LOCKOUT nicht mehr aus seinem inhaltlichen Potential macht. Die Fragen, was mit Menschen unter bestimmten Umständen im All passiert und wozu Regierungen bereit sind, um ihre Ziele durchzusetzen, werden zu oberflächlich behandelt. So ist LOCKOUT leider nur ein durchschnittlicher Action-Thriller ohne tiefergehenden Sinn.


WERTUNG:

6/10

TRAILER:

Lockout

Montag, 10. September 2012

Kritik zu: "Glück"


DVD-Start:

Verleih: 06.09.2012
Verkauf: 06.09.2012

EXTRAS:

Making Of; Deleted Scenes; Musikvideo; Blick hinter die Kulissen; Interviews

REGIE:

Doris Dörrie ("Nackt")

CAST: 

Alba Rohrwacher ("Die Einsamkeit der Primzahlen"), Andrea Sawatzki ("Das Experiment"), Vinzenz Kiefer ("Küstenwache"), Maren Kroymann ("Mein Leben & ich"), Petra Kleinert ("Mord mit Aussicht"), Matthias Brandt ("Ruhm")

INHALT:

Als Kriegsflüchtling hofft Irina (Alba Rohrwacher) in Berlin das große Glück zu finden. Doch bereits nach kurzer Zeit ist der Enthusiasmus über eine vermeintlich goldene Zukunft verflogen. Denn Irina findet aufgrund fehlender Papiere keinen Job und verdingt sich deshalb als Prosituierte. Keine schöne Sache, erst recht, wenn mann immer wieder Männer als Kunden hat, die an Ekelhaftigkeit kaum zu überbieten sind.

Eines Tages lernt Irina in der Nähe der Wohnung, in denen sie mit ihren Freiern Sex hat, den Punk Kalle (Vinzenz Kiefer) kennen. Schnell freunden sich beide an, denn das Duo verbindet die Traugikeit hinsichtlich ihrer trostlosen Situation. Zusammen sind sie jedoch nicht mehr allein und können sich gegenseitig Halt geben. Mit der Zeit entwickelt sich sogar eine Liebesbeziehung, doch schon bald stellt sich heraus, dass das Glück der beiden nicht von langer Dauer sein soll.

 

KRITIK:

GLÜCK ist die Adaption der gleichnamigen Kurzgeschichte des Schriftstellers und Anwalts Ferdinand von Schirach. Während die Vorlage den Schwerpunkt auf den Kriminalfall legt, konzentriert sich Doris Dörrie auf die Liebesgeschichte. Gemein ist beiden Werken jedoch das Weglassen von bestimmten Erklärungen, denn sowohl die Regisseurin als auch der Autor meint, dass, wie auch immer man GLÜCK interpretiere, die Fantasie des Zuschauer/Lesers für das Funktionieren der Geschichte eine zentrale Rolle spiele. 

Auf den Film gemünzt bedeutet dies unter anderem, dass das Publikum nur in gröbsten Zügen erfährt, was Irina und Kalle in der Vergangenheit widerfahren ist. Dennoch glaubt man das Verhalten der beiden stets nachvollziehen zu können. Der Zuschauer verurteilt sie nicht für ihr phasenweise merkwürdiges Verhalten. Dies liegt neben der stimmigen Erzählung und der melancholischen Musik, vor allem am Spiel von Alba Rohrwacher und Vinzenz Kiefer. Ihnen gelingt es ihre Charaktere in einem Moment unnahnbar scheinen zu lassen, im nächsten glaubt man wiederum den beiden Figuren tief in die Seele schauen zu können.

GLÜCK ist deshalb ein berührender Beziehungsfilm, den man sich keineswegs entgehen lassen solte.


WERTUNG:

6/10

TRAILER:

Glück

Donnerstag, 23. August 2012

Kritik zu: "Einmal ist keinmal"


DVD-Start:

Verleih: 23.08.2012
Verkauf: 23.08.2012

EXTRAS:

Trailer

REGIE:

Julie Anne Robinson ("Mit dir an meiner Seite")

CAST: 

Katherine Heigl ("So spielt das Leben"), John Leguizamo ("Der Mandant"), Daniel Sunjata ("The Dark Knight Rises"), Jason O'Mara ("Life on Mars"), Debbie Reynolds ("Die Pinguine aus Madagascar"), Sherri Shepherd ("30 Rock")

INHALT:

Eigentlich ist Stephanie Plum (Katherine Heigl) selber Schuld. Obwohl sie bereits vor über sechs Monaten ihren Job verloren hat, führt sie ihr Leben noch immer so, als würde sie weiterhin 3.000 Dollar pro Monat verdienen. Deshalb ist Stephanie jetzt hochverschuldet und muss in ihrer Verwandtschaft nach einem Job herumfragen. Schließlich bekommt sie von Cousin Vinnie (Patrick Fischler) das Angebot für ihn als Kautionsjägerin zu arbeiten, da einer seiner Kollegen krankheitsbedingt ausfällt.

Gleich ihr erster Fall verspricht einen Verdienst von 50.000 US-Dollar, denn ein des Mordes Verdächtiger Polizist (Jason O'Mara) hat seine Kautionsvereinbarung nicht eingehalten. Allerdings bereitet der Auftrag Stephanie so manche Probleme. Nicht nur, dass sie noch nie jemanden festgenommen hat, geschweige denn eine Waffe benutzt hat. Hinzu kommt nämlich noch, dass der Angeklagte ihr Ex-Freund Joe Morelli ist.

 

KRITIK:

Julie Anne Robinson wagt sich nach MIT DIR AN MEINER SEITE auch mit ihrer zweiten Kino-Regie EINMAL IST KEINMAL an eine Romanverfilmung. Dieses Mal ist der gleichnamige Bestseller von Janet Evanovich dran. Doch wie bereits die erste Adaption, ist auch Robinsons zweiter Versuch eine herbe Enttäuschung. Der Mix aus Komödie und Krimi wirkt unentschlossen und kann nur in wenigen Momenten überzeugen. Vor allem der Krimiplot ist arg simpel gestrickt, vorhersehbar und vor allem eines: nicht spannend. Etwas zu lachen gibt es zwar immer wieder, doch das geschieht oft unfreiwilliger Natur, beispielsweise wenn Heigl versucht eine seriöse Polizistin zu sein.

Viele Szenen scheinen lediglich dafür hergestellt worden zu sein, um die Filmlänge auf über 90 Minuten zu treiben. Denn inhaltlich Sinn machen sie oft nicht, so auch, als der Verdächtige seiner Verfolgerin Omlette bratet, ohne dass es dabei zu inhaltlich wichtigen Gesprächen kommen würde. Abgesehen davon, gibt es ordentlich inszenierte Action-Szenen und ab und zu eine nackige Katherine Heigl. Doch obwohl sie hübsch anzusehen ist, können sowohl die Hauptdarstellerin, als auch die Gewalt den ansonsten äußerst mäßigen Film nicht aufwerten.

Bleibt zu hoffen, dass sich Julie Anne Robinson bei einem möglichen dritten Kinoausflug nicht erneut an einer Romanadaption versucht. Denn wie sich gezeigt hat, wäre in diesem Fall keinmal besser als zweimal gewesen.

WERTUNG:

2/10

TRAILER:

Einmal ist keinmal

Montag, 20. August 2012

Kritik zu: "The Grey - Unter Wölfen"


DVD-Start:

Verleih: 20.08.2012
Verkauf: 21.09.2012

EXTRAS:

Mensch gegen Natur; Extreme Bedingungen; Ein Mal noch in die Schlacht; Deleted Scenes; B-Roll; Interview mit Cast & Crew; Trailer

REGIE:

Joe Carnahan ("Smokin' Aces")

CAST: 

Liam Neeson ("The Dark Knight Rises"), Dallas Roberts ("The Factory"), Frank Grillo ("Warrior"), Dermot Mulroney ("Der Ruf der Wale"), Nonso Anozie ("Conan"), Joe Anderson ("Flutter")

INHALT:

Eigentlich ist John Ottaway (Liam Neeson) mit allen Wassern gewaschen. Nichts macht ihm wirklich Angst. Dies ist auch der Grund, weshalb er seinen Job in Alaska so gut macht. Im Auftrag eines Ölunternehmens sorgt er dafür, dass deren Bohrarbeiter nicht von Wölfen angegriffen werden. Doch seit einger Zeit geht es John nicht gut, denn seine Frau hat ihn verlassen. Um seinem Elend ein Ende zu machen, schiebt er sich den Lauf seines Gewehres in den Mund und will abdrücken. Doch kurz vor dem Schuss wird John vom Geheul eines Wolfes gestört, woraufhin er beschließt wieder nach Hause zu fliegen.

Auf dem Rückflug gerät seine Maschine jedoch in schwere Turbulenzen und stürzt ab. Glücklicherweise überleben John und einige andere den Absturz, doch in der eisigen Schneewüste Alaskas scheinen sie dem Tod geweiht. Trotzdem entschließt sich die Gruppe gemeinsam nach Süden zu ziehen, um zumindest den letzten Funken Hoffnung zu überleben zu nutzen. Wie sie bald feststellen müssen, sind sie allerdings nicht alleine. Ein Rudel Wölfe hat ihre Witterung aufgenommen und verfolgt die Gruppe auf Schritt und Tritt. Keine Frage, dass sie bereits in wenigen Momenten ihren ersten Angriff starten werden.

KRITIK:

Der Tod ist in THE GREY - UNTER WÖLFEN allgegenwärtig und wird als normaler Bestandteil des menschlichen Kosmos verstanden. Dass wir uns trotz des Unausweichlichen mit Inbrunst unserem Leben widmen und zur Not auch dafür kämpfen, macht Joe Carnahan in seinem allegorisch angelegten Thriller gelungen deutlich. Zwar ist das von ihm gewählte Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip nicht unbedingt originell, jedoch passt es für seine Absichten wie die Faust aufs Auge.

Von der ersten Minute an versteht Carnahan es für Spannung sowie eine beklemmende Atmosphäre zu sorgen. Dies gelingt ihm einerseits durch die eisige Landschaft Alaskas, die gerade zu dafür prädestiniert ist als Spielwiese des Todes zu dienen. Andererseits sorgen die teils grobkörnigen dunklen Bilder und der effektvolle Musikeinsatz für eine dichte Atmosphäre.

Dass die Spannung durchgehend hoch bleibt, dafür sorgt allen voran Hauptdarsteller Liam Neeson. Zuvor nur als Charaktermime bekannt, entwickelte er sich in den letzten Jahren mit Filmen wie DAS A-TEAM - DER FILM und 96 HOURS zum eindrucksvollen Action-Star. Neben seinem mimischen Können sowie kämpferischen Fähigkeiten, kommt Neeson natürlich auch seine körperliche Präsenz zugute. Ihm nimmt man es von Natur aus viel eher ab gegen Wölfe bestehen zu können, als man es beispielsweise bei einem Taylor Lautner tun würde.

THE GREY - UNTER WÖLFEN hat jedoch auch gewisse Mängel. Neben Logiklöchern im Drehbuch, fallen vor allem die teils schlecht animierten Wölfe negativ auf, die zuweilen kleinere Zweifel an ihrer Bedrohlichkeit aufkommen lassen. Zum Glück entwickelt sich dies aber nicht zu einem all zu gravierendem Problem, so dass Carnahans Inszenierung den Zuschauer insgesamt sehr zufriedenstellt.


WERTUNG:

6/10

TRAILER:

The Grey - Unter Wölfen

Sonntag, 19. August 2012

Kritik zu: "Bad Ass"


DVD-Start:

Verleih: 16.08.2012
Verkauf: 16.08.2012

EXTRAS:

Audiokommentar mit Craig Moss

REGIE:

Craig Moss ("Breaking Wind")

CAST: 

Danny Trejo ("Machete"), Charles S. Dutton ("Gothika"), Ron Perlman ("Hellboy"), Joyful Drake ("Männertrip"), John Duffy ("Workaholics"), Danny Woodburn ("Watchmen - Die Wächter")

INHALT:

Als junger Mann kämpfte Frank Vega (Danny Trejo) für die USA in Vietnam. Wie bedankte man sich damals für seinen patriotischen Einsatz? Nicht etwa mit einer Ehrenmedaille, sondern mit einer Ablehnung seiner Bewerbung als Polizist! Auch privat lief es für Frank nach seiner Heimkehr schlecht: Es stellte sich heraus, dass seine Frau ihn verlassen hat und mit einem anderen Mann Kinder zeugte.

Beides sind Faktoren, die mit dazu beigetragen haben, dass sich der Kriegsveteran kurz vor Renteneintritt seinen Lebensunterhalt als Hot Dog-Verkäufer verdienen muss. Erst als Frank während einer Busfahrt zwei Skinheads vermöbelt, die einen Schwarzen bedrohen, ändert sich sein Leben zum Positiven. Durch ein während des Kampfes aufgenommenes und anschließend bei YouTube hochgeladenes Video, wird er zum nationalen Star und Retter der Hilflosen. Frank freut sich über seine neue Rolle, allerdings nur bis sein bester Freund ermordet wird und er somit einen weiteren seelischen Tiefschlag verpasst bekommt.

Da die Polizei kaum Interesse daran zeigt, den Mord an dem Schwarzen aufzuklären, entschließt sich Frank die Täter auf eigene Faust zu ermitteln und an ihnen brutal Rache zu üben.


KRITIK:

Irgendwie stellt man sich einen Film der BAD ASS heißt und in dem Danny Trejo einen Typen auf brutaler Rachemission verkörpert anders vor, als das was einem letztlich geboten wird. Statt einen spannenden und durchgehend knallharten Action-Film, hat Regisseur Craig Moss eine Art Detektivfilm geschaffen, der sich als detaillierte Charakterstudie versteht und zudem etwas Romantik, Slapstick und nur wenig Klopperei bietet.

Das etwas anderes geboten wird als erwartet wäre vollkommen in Ordnung, wenn das Produkt dennoch überzeugen würde. Doch das tut BAD ASS ganz und gar nicht. Moss' Werk enttäuscht auf ganzer Linie. Die sowieso schon uninteressante Geschichte wird unglaublich langatmig erzählt - Tempo oder Spannung existieren nicht. Zudem kann Danny Trejo im Fidel Castro-Look nicht überzeugen. Zwar haut er ab und an einen coolen Spruch heraus, aber das war es dann schon. Trejos schauspielerischen Fähigkeiten sind arg begrenzt, was sich insbesondere in den emotionalen Szenen zeigt, in denen er Tränen vergießt. Des Weiteren wirkt er als rauschebarttragender älterer Familienvater, an der Seite einer jungen attraktiven schwarzen Frau, völlig unglaubwürdig.

Die wenigen Action-Szenen in denen Trejo sein Können unter Beweis stellen darf, sind solide inszeniert. Hip Hop-Beats sollen die Coolness der Kämpfe unterstreichen, doch letztlich geschieht das Gegenteil. Die Kombi aus Hip Hop und Rauschebart-Trejo gibt eigentlich gelungene Momente der Lächerlichkeit preis.

BAD ASS ist schlichtweg ein phänomenal schlechter Film, der nicht im geringsten hält, was er mittels Poster, Plot und Trailer verspricht. Deswegen Finger weg von diesem Scheiß und lieber nochmal MACHETE gucken! Der ist wenigstens wirklich cool und bietet einen Trejo in Höchstform.


WERTUNG:

1/10

TRAILER:

Bad Ass

Freitag, 17. August 2012

Kritik zu: "The Hunger Games - Die Tribute von Panem"


DVD-Start:

Verleih: 18.08.2012
Verkauf: 30.08.2012

EXTRAS:

Trailer

REGIE:

Gary Ross ("Pleasantville")

CAST: 

Jennifer Lawrence ("X-Men: Erste Entscheidung"), Liam Hemsworth ("The Expendables 2"), Elizabeth Banks ("Was passiert, wenn es passiert ist"), Josh Hutcherson ("Die Reise zur geheimnisvollen Insel (3D)"), Stanley Tucci ("In meinem Himmel"), Woody Harrelson ("Rampart"), Toby Jones ("Red Lights"), Donald Sutherland ("Instinkt"), Wes Bentley ("American Beauty"), Lenny Kravitz ("Precious - Das Leben ist kostbar")

INHALT:

Nicht weit in der Zukunft ist aus dem zerstörten Nordamerika der Staat Panem entstanden. Regiert wird das Land vom Kapitol, dass statt christlichen Werten wie Nächstenliebe, lediglich Hass, Grausamkeit und Gewalt zeigt, um die eigene Macht zu demonstrieren und das Volk zu unterdrücken. 

Zu den Methoden des Kapitols gehört unter anderem einmal im Jahr sogenannte Hungerspiele abzuhalten. Dabei müssen 12 Jungs und 12 Mädchen in einem Gladiatorenkampf der modernen Art um ihr Leben kämpfen. Zu den Auserwählten gehören auch die 16-Jährige Katniss (Jennifer Lawrence) und ihr Kumpel Peeta (Josh Hutcherson). Die beiden kennen sich seit ihrer Kindheit und verlieben sich während der Spiele ineinander. Doch dem Glück von Katniss und Peeta steht ein gravierendes Problem im Weg: Nur einer von ihnen darf die Hungerspiele überleben!

 

KRITIK: 

Suzanne Collins' Romantrilogie DIE TRIBUTE VON PANEM gehört, nach den TWILIGHT-Werken, zu den erfolgreichsten Jugendbüchern weltweit. Es ist deshalb kein Wunder, dass mit THE HUNGER GAMES - DIE TRIBUTE VON PANEM nun der erste Teil verfilmt wurde. Als Regisseur zeichnet Gary Ross verantwortlich, der sich mit Komödien bzw. Dramen wie SEABISCUIT und PLEASANTVILLE bisher nicht gerade auf postapokalyptischem Terrain bewegt hat.

Deswegen möglicherweise vorhandene Zweifler werden jedoch schnell verstummen. Denn dem Regisseur ist es einerseits gelungen der Vorlage gerecht  zu werden, andererseits hat er sich die nötigen Freiheiten genommen, damit THE HUNGER GAMES - DIE TRIBUTE VON PANEM auch als eigenständiger Film funktioniert. Die Figuren sind gelungen gezeichnet, so dass der Zuschauer sich gut mit ihnen identifizieren kann. Trotz der relativ ausführlichen Charakterisierungen hat der Thriller genügend Tempo, um die Spannung dauerhaft hochzuhalten. Diese wird zudem durch die gelungene Schnitttechnik unterstützt, die DIE TRIBUTE VON PANEM zu einer straff erzählten Geschichte zusammengebastelt hat.

Ross konnte für seine Romanadaption eine Masse an ebenso talentierten wie prominenten Schauspielern gewinnen. So ist die Oscar-nominierte Nachwuchsdarstellerin Jennifer Lawrence genauso dabei wie Woody Harrelson, Lenny Kravitz, Elizabeth Banks und Stanley Tucci. Auch Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Donald Sutherland und Wes Bentley sind mit von der Partie.

THE HUNGER GAMES - DIE TRIBUTE VON PANEM kam Anfang 2012 sowohl bei Kritikern, als auch beim Kinopublikum überaus gut an. So spielte der Jugendfilm allein in den USA über 400 Millionen US-Dollar ein und erreichte in Deutschland über 2 Millionen Zuschauer. Zudem hat er bei rottentomatoes.com nach 259 Kritiken einen Wert von 85% und bei imdb.com immerhin einen Notenschnitt von 7,4.


WERTUNG:

7/10

TRAILER:

The Hunger Games - Die Tribute von Panem

Dienstag, 14. August 2012

Kritik zu: "Chronicle - Wozu bist du fähig?"


DVD-Start:

Verleih: 17.08.2012
Verkauf: 17.08.2012

EXTRAS:

Vorab-Animationen; Kameratests; Kinotrailer

REGIE:

Josh Trank ("Kill Point")

CAST: 

Dane DeHaan ("Jack and Diane"), Alex Russell ("Bait 3D"), Michael B. Jordan ("Red Tails"), Michael Kelly ("Criminal Minds: Team Red"), Ashley Hinshaw ("LOL - Laughing Out Loud"), Bo Petersen

INHALT:

Andrew (Dane DeHaan) geht es nicht gut, er führt ein sehr einsames Leben. Ständig wird er von seinem Vater angeschrien und verprügelt. In der Schule ist Andrew ein Außenseiter. Der Einzige der etwas mit dem zurückhaltenden Jungen zu tun haben möchte, ist dessen Cousin Matt (Alex Russell). Durch einen Zufall entdecken sie gemeinsam mit einem seiner Kumpels (Michael B. Jordan) in einer Höhle eine geheime Energiequelle.

Erst wissen die Freunde nichts mit ihrem Fund anzufangen, doch dann stellen sie überraschende Veränderungen an ihrem Körper fest. Die Jungs entwickeln Kräfte, die es ihnen ermöglicht Gegenstände zu bewegen und zu verformen. Nach ihrer Entdeckung steht für Andrew, Matt und Steve zunächst der Spaß im Vordergrund - sie lassen die Röcke der Mädchen hochfliegen und parken das Auto ihrer Lehrerin um. Doch schon bald beginnt Andrew das wahre Potential seiner Kraft zu entdecken und mehr als nur Röcke hochwehen zu lassen. Die Situation eskaliert.


KRITIK:

Found-Footage-Filme gibt es bereits mehr als genug. Zu den erfolgreichsten überhaupt gehört die PARANORMAL ACTIVITY-Reihe von Oren Peli. Warum sollte man sich mit CHRONICLE - WOZU BIST DU FÄHIG? also einen weiteren Film dieses Genres ansehen? Inwieweit unterscheidet er sich von den anderen Werken? 

Ganz einfach: Die Herangehensweise von Regisseur Josh Trank ist im Vergleich zu Oren Peli und Co eine gänzlich andere. Während letzterer sich mit dem Horror befasst, der sich in der eigenen Wohlfühlumgebung ereignen kann, setzt sich der CHRONICLE-Regisseur mit der Frage auseinander, was mit einem passiert, wenn man plötzlich Superkräfte hat. Ist es möglich kontrolliert damit umzugehen? Oder nutzt man seine Fähigkeiten lediglich für höchst egoistische Zwecke? 

Trank zeigt gelungen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Eskalation sehr hoch ist. Die Spannung in seinem Thriller nimmt von Minute zu Minute zu und aufgrund der guten Dialoge, kann sich der Zuschauer hervorragend mit den Charakteren identifizieren. Er fiebert regelrecht mit, wenn die Protagonisten eine neue Ebene ihrer Möglichkeiten entdecken und die Eskalation somit weiter voranschreitet.

Neben diesen positiven Punkten, weist CHRONICLE auch zwei eklatante Mängel auf. Mit knapp 80 Minuten Länge, ist der Found-Footage-Film deutlich zu kurz geraten. So wird trotz der detaillierten Charakterisierung der Protagonisten die Handlung insgesamt zu schnell vorangetrieben, wodurch immer wieder Logiklücken entstehen. Außerdem ist die Kameraführung misslungen. Natürlich orientiert sich diese an der normalen Wackelhaltung eines Amateurfilmers. Aber mit seiner Anleihe übertreibt es der Regisseur dann doch, so dass die Bilder immer wieder arg unscharf sind und die Handlung somit kaum zu erkennen ist.

CHRONICLE ist daher ein insgesamt grundsolider Found-Footage-Film, der sich wohltuend von seinen Genreverwandten unterscheidet.


WERTUNG:

6/10

TRAILER:

Chronicle - Wozu bist du fähig?

Sonntag, 12. August 2012

Kritik zu: "Take Shelter - Ein Sturm zieht auf"


DVD-Start:

Verleih: 06.08.2012
Verkauf: 21.08.2012

EXTRAS:

Audiokommentar von Regisseur Jeff Nichols; Questions & Answers; Originaltrailer; Trailershow; Making Of; Deleted Scenes

REGIE:

Jeff Nichols ("Shotgun Stories")

CAST: 

Michael Shannon ("Zeiten des Aufruhrs"), Jessica Chastain ("The Help", "Eine offene Rechnung", "The Tree  of Life"), Shea Whigham ("Machete"), Katy Mixon ("Drive Angry"), Tova Stewart, Natasha Randall ("Dead Horse")

INHALT:

Curtis LaForche (Michael Shannon) ist ein einfacher, bescheidener Mann. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Samantha (Jessica Chastain) und ihrer tauben Tochter Hannah (Tova Stewart) lebt er glücklich und zurückgezogen in einer Kleinstadt in Ohio. Tagsüber schuftet Curtis auf dem Bau, um das Leben seiner Familie zu finanzieren. Doch trotz aller Bescheidenheit, kommen Curtis und Samantha nur gerade so mit dem Geld über die Runden. Um die Familienkasse aufzubessern, verkauft Hannahs Mutter deshalb ab und an Handgenähtes auf dem Flohmarkt.

Die Familienidylle gerät ins Wanken, als Curtis eines Nachts schweißgebadet aufwacht, weil er im Traum die grausame Vision eines verheerenden Sturms hatte. Da der Familienvater glaubt, dass seine Albträume wahr werden, beginnt er damit einen Schutzbunker für sich, Samantha und Hannah zu bauen. Curtis' Ehefrau zeigt für die zunehmende Obsessivität ihres Partners jedoch kein Verständnis. Sie befürchtet sogar, dass er seinen Verstand verliert. Doch was ist, wenn die Visionen tatsächlich real werden?


KRITIK:

TAKE SHELTER - EIN STURM ZIEHT AUF ist das beeindruckende Porträt eines Mannes, der offenbar seinen Verstand verliert. Anders als bei Hans Weingartners DAS WEIßE RAUSCHEN, bleibt der Zuschauer genau wie der von Michael Shannon verkörperte Protagonist im Unklaren darüber, ob die Visionen eines aufziehenden bedrohlichen Sturms der Realität entsprechen, oder nur die Einbildungen eines schizophrenen Geistes sind. Auf der einen Seite möchte man als Zuschauer nicht, dass die Naturkatastrophe viele Menschenleben auslöscht. Auf der anderen Seite würde dies jedoch bedeuten, dass die Figur mit der man sich so sehr identifiziert in Wahrheit verrückt ist - und das will ja auch keiner.

Dass der Zuschauer das Verhalten der Hauptfigur so gut nachvollziehen kann und man sehr mit ihm mitfühlt, ist der außerordentlichen Leistung Michael Shannons zu verdanken. Er verkörpert den treusorgenden Familienvater sehr eindringlich, was mit zur bedrückenden Atmosphäre des Dramas beiträgt. Unterstützt wird diese Stimmung auch durch die Kameraarbeit von Adam Stone, der die Besorgnis von Curtis perfekt in Bildern widerzuspiegeln weiß.

Schade nur, dass TAKE SHELTER - EIN STURM ZIEHT AUF nicht einmal 50.000 Zuschauer in die deutschen Kinos locken konnte, während eine seichte Komödie wie TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER locker die 2 Millionen-Grenze überschreitet. Eine Marke, die die Regiearbeit von Jeff Nichols mehr als verdient zu erreichen gehabt hätte.

WERTUNG:

9/10

TRAILER:

Take Shelter - Ein Sturm zieht auf

Samstag, 11. August 2012

Kritik zu: "Viva Riva - Zu viel ist nie genug"


DVD-Start:

Verleih: 10.08.2012
Verkauf: 10.08.2012

EXTRAS:

Trailer

REGIE:

Djo Munga ("Papy")

CAST: 

Patsha Bay, Manie Malone ("Braquo"), Hoji Fortuna ("Meanwhile"), Marlene Longange, Diplome Amekindra ("Rebelle"), Alex Herabo ("Rebelle")

INHALT:

Kongo ist das ärmste Land der Welt. Dies besagt zumindest der Wohlstandsindikator der Vereinten Nationen. 2011 liegt das afrikanische Land noch hinter Burundi und dem Niger abgeschlagen auf dem letzten Platz. Wenig überraschend also, dass Riva (Patsha Bay) Kinshasa verlässt und sein Glück in Angola versucht. Der Plan geht auf und nach zehn Jahren kehrt er als reicher Mann in seine Heimatstadt zurück. Und wie es in solchen Fällen immer so ist, gibt es auch in Rivas Umfeld Menschen, die dem jungen Kongolesen den 'neuen' Wohlstand neiden.

Vor allem Cesar (Hoji Fortuna) missfällt der Erfolg seines alten Weggefährten. Das hat aber einen ebenso simplen wie logischen Grund: Bevor Riva damals Kinshasa verließ, bestahl er den Gangsterboss um eine Wagenladung Benzin und finanzierte damit sein ausschweifendes Leben im Ausland. Und das ist etwas, dass Cesar nicht auf sich sitzen lassen will...


KRITIK:

Regisseur Djo Munga zeichnet mit VIVA RIVA - ZU VIEL IST NIE GENUG, aus westlicher Sicht gesehen, ein untypisches Bild Kinshasas und damit auch ganz Afrikas. Munga schildert seine Heimatstadt ohne auf Klischees zurückzugreifen als schmutzigen und kriminellen Ort, in dem jeder sich selbst der nächste ist. Ob die präsentierten Inhalte der Realität entsprechen, dürfte für die Mehrheit der Zuschauer jedoch nicht überprüfbar sein. 

Zumindest ist für den Zuschauer während des Ansehens von VIVA RIVA die bedrohliche Atmosphäre allgegenwärtig, die in Kinshasa vorherrscht. Diese erreicht der Regisseur durch immer wieder hörbare Schüsse, Gangster, problembeladene Liebesbeziehungen, die Musikuntermalung und schnelle Schnitte. Die handwerklich erzeugte Spannung wird vom gelungenen Spiel der Darsteller unterstützt. Dies ist insofern bemerkenswert, als dass fast alle Schauspieler Laien sind, so auch Hauptdarsteller Patsha Bay, der virtuos die verschiedenen Facetten seiner Figur für das Publikum deutlich macht.

Insofern wurde VIVA RIVA - ZU VIEL IST NIE GENUG 2011 auch völlig zu recht von dem amerikanischen Musiksender MTV mit dem MTV MOVIE AWARD als bester afrikanischer Film des Jahres ausgezeichnet.

 

WERTUNG:

7/10

 

TRAILER:

Viva Riva

Mittwoch, 25. Juli 2012

Kritik zu "Meeting Evil"


DVD-Start:

Verleih: 26.07.2012
Verkauf: 26.07.2012

REGIE:

Chris Fisher ("Dirty")

CAST: 

Luke Wilson ("Motel"), Samuel L. Jackson ("The Avengers"), Leslie Bibb ("Iron Man"), Tracie Thomas ("Safe House"), Muse Watson ("The Mentalist")

INHALT:

Für John (Luke Wilson) läuft es gerade alles andere als rund. Nicht nur, dass er seinen Job als Makler verloren hat, auch privat hängt der Haussegen schief. John plagen eine Menge Schulden, zudem herrscht zwischen ihm und seiner Ehefrau (Leslie Bibb) Flaute im Bett. Als diese mal wieder mit den gemeinsamen Kindern das Weite sucht, klingelt es an der Tür.

Ein schwarzer Mann (Samuel L. Jackson) mit Schlapphut stellt sich als Richie vor und bittet John um Hilfe, da sein Auto liegen geblieben ist. Froh ob der sich bietenden Abwechslung, macht dieser sich gemeinsam mit dem Fremden ans Werk. Als Dankeschön für seine Unterstützung, bietet Richie seinem Helfer an, diesen eine Runde in seinem schicken Auto mitzunehmen. Auch hier sagt John bereitwillig zu, denn so kann er endlich mal ein wenig Abstand von seinem tristen Alltag gewinnen.

Allerdings stellt sich schnell heraus, dass er das lieber nicht hätte tun sollen. Richie entpuppt sich als Psychopath, der nur allzu gerne seine Waffe zieht und John für seine kriminellen Zwecke einspannen will. Dieser fügt sich zunächst seinem Schicksal, aus Angst getötet zu werden. Doch dann findet der Vater zweier Kinder heraus, dass der brutale Killer es auch auf seine Familie abgesehen hat.


KRITIK:


MEETING EVIL fängt ziemlich lahm an. In den ersten 20 Minuten passiert nicht wirklich viel, was daran liegt, dass Regisseur Chris Fisher zunächst auf das Kreieren von Atmosphäre Wert legt, was jedoch deutlich nach hinten losgeht. Erst als Luke Wilson und Samuel L. Jackson die gemeinsame Autofahrt starten, bietet der Film das Tempo, die Spannung und die nötige Abwechslung, die MEETING EVIL zu einem unterhaltsamen, wenn auch sinnfreiem, Thriller machen. Logik ist hier eindeutig fehl am Platze, es geht einzig darum, dass der Bösewicht finster drein guckt, coole Sprüche raushaut und der leidgeprüfte Makler zeigen kann, dass in ihm mehr steckt, als ein Verlierer. Sprich: Es ist wie in fast allen Thrillern aus Hollywood.

Samuel L. Jackson ist sichtlich unterfordert und kann seine Rolle deshalb im Schlafmodus herunterspielen, ohne dabei unglaubwürdig zu wirken. Auch Wilson macht seine Sache ordentlich und verkörpert im Prinzip den gleichen Charakter wie in MOTEL.

So kann MEETING EVIL als Thriller der simpleren Machart genossen werden, der das Mindestmaß an Spannung locker aufbietet.

 

WERTUNG:

5/10


TRAILER:

Meeting Evil

Mittwoch, 18. Juli 2012

Kritik zu: "Casino Jack"


DVD-Start:

Verleih: 17.07.2012
Verkauf: 06.09.2012

EXTRAS:

Outtakes, Deleted Scences, Trailer, Wendecover

REGIE:

George Hickenlooper ("Factory Girl")

CAST: 

Kevin Spacey ("Kill the Boss", "American Beauty"), Graham Greene ("The Green Mile"), Ruth Marshall ("Dolores"), Barry Pepper ("True Grit - Vergeltung"), Brent Mendenhall ("Postal"), John Robinson ("Transformers"), Jason Weinberg ("R.E.D.")

INHALT:

Jack Abramoff (Kevin Spacey) gehört zu den gewieftesten und erfolgreichsten Lobbyisten der USA. Spezialisiert hat er sich auf den Bereich Glücksspiel. Abramoffs Hauptkunden sind Indianerstämme, die in ihren Reservaten Casinos errichten wollen. Mit seinen hunderten von Kontakten, nimmt der Lobbyist Einfluss auf politische Vorgänge, bringt die richtigen Leute an einen Tisch und wahrt so perfekt die Interessen seiner Klienten.

Logisch, dass dabei auch eine Menge Geld für Abramoff selbst herausspringt. Den größten Teil seiner Millionenhonorare, reinvestiert er in Casinoschiffe, da er von dem Thema etwas versteht und so an noch mehr Geld kommen kann. Doch eines Tages macht Abramoff einen großen Fehler, woraufhin sich Ermittler an seine Fersen heften und ein Indianerhäuptling anfängt zu glauben, dass der Lobbyist seine Gelder veruntreut.


KRITIK:

CASINO JACK ist die Verfilmung von Jack Abramoffs Karriere als politischer Lobbyist in den USA. Der orthodoxe Jude vertrat vor allem Indianerstämme, die in ihren Reservaten Casinos bauen wollten. Abramoff war äußerst erfolgreich, politisch gefürchtet und galt als 'Pate' der Republikaner, bis im Jahr 2006 alles mit einem lauten Knall endete und sein Sturz einen großen innenpolitischen Skandal auslöste. 

In einem ersten Gerichtsverfahren im Januar 2006, bekennt sich der Amerikaner des Betrugs und der Steuerhinterziehung in Millionenhöhe schuldig. Abramoff gesteht amerikanische Abgeordnete mit unerlaubten Zuwendungen wie Geld, Urlaubsreisen und Einladungen zu großen Sportereignissen bestochen zu haben. In einem weiteren Verfahren gibt er zu Dokumente gefälscht zu haben, um seine Casinoschiffe finanzieren zu können. Verurteilt wird Abramoff schließlich zu fünf Jahren und zehn Monaten Gefängnis, allerdings kommt er schon 2010, nach knapp vier Jahren, wegen guter Führung wieder frei. 

Der eindrucksvollen Lobbyisten-Karriere hat George Hickenlooper mit CASINO JACK ein würdiges Denkmal gesetzt. Der Regisseur reißt viele Themen nur an und konzentriert sich auf die Auswirkungen von Abramoffs Handeln, statt auf deren Ursachen und vermeidet so komplizierte Sachverhalte detailliert erklären zu müssen. Außerdem überträgt sich dadurch Abramoffs schnelles Denken auf das Tempo des Films. Der Zuschauer bekommt ein gutes Gefühl dafür, in was für einer Welt der Lobbyist gelebt hat. 

Anders als manche Zuschauer eventuell erwarten, schildert CASINO JACK Abramoff nicht als skrupellosen und geldgeilen Lobbyisten. Viel mehr zeichnet Hickenlooper das Bild eines intelligenten Mannes, der im Herzen gut ist und lediglich Opfer seines Größenwahns und politischer Machtspiele in den USA wurde.

Dazu passt auch das Spiel von Kevin Spacey, der für seine Darbietung mit einer Golden Globe-Nominierung als bester Hauptdarsteller belohnt wurde. Er verleiht Abramoff eine ungaubliche körperliche Präsenz, hält sich jedoch genug in Gestik und Mimik zurück, um seine Figur nicht wie einen Verrückten aussehen zu lassen. Stattdessen konzentriert sich Spacey darauf, mittels seiner Stimme Abramoffs Vielseitigkeit und dessen Einfluss auf andere deutlich zu machen. 

CASINO JACK ist ein dramaturgisch und schauspielerisch eindrucksvolles Portrait des Amerikaners Jack Abramoff, dass darüber hinaus noch einen gelungenen Einblick in die Welt des Lobbyismus gewährt.


WERTUNG:

8/10


TRAILER:

Casino Jack

Montag, 16. Juli 2012

Kritik zu: "Dame, König, As, Spion"


DVD-Start:

Verleih: 17.07.2012
Verkauf: 09.08.2012

EXTRAS:

Audiokommentar von Regisseur Tomas Alfredson und Drehbuchautor Peter Straughan; Featurettes; Trailer

REGIE:

Tomas Alfredson ("So finster die Nacht")

CAST: 

Gary Oldman ("The Dark Knight Rises", "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2"), John Hurt ("V wie Vendetta"), Colin Firth ("The King's Speech"), Mark Strong ("Sherlock Holmes", "Green Lantern"), Ciarán Hinds ("Die Frau in Schwarz"), Tom Hardy ("Warrior", "The Dark Knight Rises")

INHALT:

Es ist Kalter Krieg, man schreibt das Jahr 1973: Der britische Geheimdienstchef (John Hurt), den alle nur unter dem Namen Control kennen, vermutet einen sowjetischen Doppelagenten in den eigenen Reihen. Deshalb schickt er den Spion Jim Prideaux (Mark Strong) in geheimer Mission nach Ungarn, um dort einen ranghohen General zu treffen. Dieser soll angeblich dazu bereit sein, die Identität des Maulwurfs zu lüften. Doch der Einsatz geht daneben und Control wird infolgedessen seines Amtes enthoben. Dennoch gelingt es ihm den erfahrensten aller Secret Sevice-Agenten George Smiley (Gary Oldman) mit der Weiterverfolgung des Falls zu beauftragen. Dieser tut sich schließlich mit seinem jungen Kollegen Peter Guillam (Benedict Cumberbatch) zusammen, um im Kampf für die Sicherheit des britischen Königreichs das Bestmögliche zu erreichen. Schon bald findet das Duo heraus, dass der Schlüssel zur Lösung des Falls bei Agent Ricki Tarr (Tom Hardy) liegen muss.


KRITIK:

DAME, KÖNIG, AS, SPION ist die Adaption des gleichnamigen und angesehenen Spionageromans von John Le Carré. Protagonist George Smiley tauchte bisher acht Mal in seinen Romanen auf. Zuletzt 1990 in DER HEIMLICHE GEFÄHRTE, zuerst in Le Carrés Debütroman SCHATTEN VON GESTERN. In DAME, KÖNIG, AS, SPION, welcher 1974 erstmals publiziert wird, hat Smiley seinen Fünften Auftritt.

1979 wird der Roman erstmals adaptiert. John Irvin dreht den Fernseh-Mehrteiler KÖNIG, DAME, AS, SPION, welcher bei Fans und Kritikern gleichermaßen gut ankommt. Besonders Alec Gunnes erhält für seine nuancierte Darstellung des britischen Geheimagenten George Smiley großes Lob. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen, die mit einer erneuten Adaption durch den Regisseur Tomas Alfredson verknüpft sind. Der schwedische Regisseur ist schon seit über 20 Jahren im Filmgeschäft tätig, wurde jedoch erst durch seinen Horror-Film SO FINSTER DIE NACHT einem größeren Publikum bekannt, der in Fachkreisen als einer der besten Vampir-Filme überhaupt gilt. 

Ebenso wie in SO FINSTER DIE NACHT, setzt der Regisseur in DAME, KÖNIG, AS, SPION auf dunkle, unterkühlte Bilder sowie eine äußerst langsame Erzähltechnik. Auf grobschlächtige Action-Szenen wie in Thrillern von Tony Scott und Paul Greengrass üblich, verzichtet er. Alfredson trifft damit den Ton, der die von gegenseitigem Misstrauen und vorsichtigen Schritten geprägte Ära des Kalten Krieges perfekt widerspiegelt. Dementsprechend ist Protagonist George Smiley auch kein umherwirbelnder Super-Agent a la Ethan Hunt, sondern ein wohl kalkulierender Technokrat. Dieser wird von Gary Oldman mit der geforderten Subtilität hervorragend verkörpert. Er bedarf nicht vieler Worte, um seinem Charakter die nötige Tiefe zu verleihen. Dafür reichen bereits kurze Blicke aus, die die innere Leere von Smiley für den Zuschauer sichtbar machen. Oldmans exzellentes Spiel, lässt das an sich sehr gute Ensemble um John Hurt, Colin Firth, Mark Strong und Tom Hardy beinahe verblassen. Er wurde somit völlig zurecht 2012 für einen Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert.

Das einzige 'Manko' an DAME, KÖNIG, AS, SPION ist, dass er für einige Zuschauer vermutlich zu ruhig sein wird, da diese eher temporeiche Thriller wie MAN UNTER FEUER, DIE BOURNE VERSCHWÖRUNG und SPY GAME – DER FINALE COUNTDOWN gewöhnt sind.

WERTUNG:

8/10


TRAILER:

Dame, König, As, Spion

Samstag, 14. Juli 2012

Kritik zu: "Haywire"


DVD-Start:

Verleih: 19.07.2012
Verkauf: 09.08.2012

EXTRAS:

Gina Carano beim Training; Die Männer in Haywire; Deutscher und Original-Trailer

REGIE:

Steven Soderbergh ("Contagion")

CAST: 

Gina Carano ("Blood and Bone"), Ewan McGregor ("Lachsfischen im Jemen"; "Beginners"), Michael Fassbender ("Shame"; "Jane Eyre"), Michael Douglas ("Wall Street: Geld schläft nicht"), Antonio Banderas ("Die Haut in der ich wohne"; "Desperado"), Channing Tatum ("Für immer Liebe"; "Magic Mike")

INHALT:

Mallory Kane (Gina Carano) ist eine Söldnerin, die nichts und niemanden scheut und diverse Kampfsportarten wie Karate beherrscht. Dementsprechend ist es keine Überraschung, dass die Einzelgängerin für ein Unternehmen arbeitet, bei dem es auf genau diese Eigenschaften ankommt. Leise und effektiv erfüllt sie ihre Missionen, zu denen auch geheime Aufträge der Regierung gehören. Einer dieser Einsätze führte Mallory vor einigen Jahren nach Barcelona, bei dem sie mit Agent Aaron (Channing Tatum) für die Rettung eines chinesischen Dissidenten zuständig war.

Doch erst Jahre später entdeckt sie, dass damals nicht alles mit rechten Dingen zuging und die Tragweite ihres Auftrags wesentlich größer war, als sie vermutete. Mallory erkennt, dass sie niemandem vertrauen kann, nicht mal Kollege Aaron, dessen zweifelhaftes Vorgehen sie schon bald durchkreuzt. Dass auch ihr Chef (Ewan McGregor) etwas anderes im Schilde führte, als er gegenüber Mallory zugibt, wird deutlich, als ein irischer Spion (Michael Fassbender) auf sie angesetzt wird.


KRITIK:

Auf den ersten Blick wirkt HAYWIRE wie ein typischer Action-Film aus den 1980er Jahren. Damals war es gang und gäbe, dass gefeierte Kampfsportler in mittelprächtig inszenierten Werken ihre Kampfkünste zur Schau stellen. Zu den damaligen Größen, die noch heute Kultstatus genießen, gehörten unter anderem Jean-Claude van Damme und Chuck Norris, die im August in THE EXPENDABLES 2 mal wieder auf der Kinoleinwand zu sehen sein werden.

Heute sind solche Art Filme, die sich selbst sehr ernst nehmen, außer Mode gekommen. Nun ist ein Mindestmaß an Selbstironie und Schauspieltalent nötig, wenn die Hauptrolle eines Actioners mit einem Kampfsportler wie Jackie Chan besetzt werden soll. Meist ist es heute jedoch ein sehr berühmter Schauspieler, an den die Hauptrolle in einem großen Action-Film vergeben wird.

Insofern ging Steven Soderbergh ein gewisses Risiko damit ein, die Hauptrolle von HAYWIRE mit der ehemaligen Mixed-Martial-Arts-Kämpferin Gina Carano zu besetzen. Doch das Risiko hat sich vollends gelohnt. HAYWIRE ist ein hintergründiger Action-Reißer, in dem die Ex-Sportlerin mit sensationellen Kampfszenen überzeugt. Auch Schauspielkollegen wie Michael Fassbender und Channing Tatum machen ihre Sache nicht schlecht, reichen mit ihrer Technik jedoch natürlich nicht an Caranos Kampfkünste heran. Dafür gelingt es ihnen sowie Antonio Banderas, Ewan McGregor und Michael Douglas mit ihren schauspielerischen Fähigkeiten Caranos darstellerische Defizite wett zu machen.

Deswegen lässt sich HAYWIRE perfekt als prominent besetzes Actionfeuerwerk der alten Schule genießen, dass noch zusätzlich eine spannende Geschichte bereithält.

WERTUNG:

7/10


TRAILER:

Haywire


Freitag, 13. Juli 2012

Kritik zu: "Contraband"


DVD-Start:

Verleih: 19.07.2012
Verkauf: 19.07.2012

REGIE:

Baltasar Kormákur ("101 Reykjavík")

CAST: 

Mark Wahlberg ("Ted"), Robert Wahlberg ("Departed - Unter Feinden"), Kate Beckinsale ("Underworld"), Giovanni Ribisi ("Avatar - Aufbruch nach Pandora"), Caleb Jones ("X-Men: Eerste Entscheidung"), Ben Foster ("Rampart"), Lukas Haas ("Inception"), J. K. Simmons ("Spider-Man 3")

INHALT:

Chris Farraday (Mark Wahlberg) führt mit Ehefrau Kate (Kate Beckinsale) und seinen zwei Söhnen ein ruhiges Vorstadtleben. Gemeinsame Pläusche mit den Nachbarn und das Pflegen des Gartens sind ein Teil seines Alltags. Doch das war nicht immer so: Chris gehörte einst zu den einfallsreichsten und besten Schmugglern der USA - seine Methoden genießen in gewissen Kreisen bis heue Kultstatus. Doch seiner Familie zuliebe, hängte er seine kriminelle Karriere an den Nagel.

Chris wird jedoch von seiner Vergangenheit eingeholt, als Schwager Andy (Caleb Jones) einen Drogendeal im Wert von mehreren Hunderttausend US-Dollar vermasselt. Dessen Boss (Giovanni Ribisi) zwingt Chris deshalb, seine alten Fähigkeiten wieder anzuwenden, um so das verlorengegangene Geld wiederzubeschaffen.

Dieser trommelt sogleich eine schlagkräftige Truppe zusammen, bestehend aus alten Freunden, um das Leben seiner Familie zu retten. Als Team hecken sie einen Plan aus, der vorsieht mit einem Schiff nach Panama überzusetzen, um so mehrere Millionen US-Dollar Falschgeld in die USA zu schmuggeln. Allerding übersieht Chris beim ausgeklügelten Plan ein kleines Detail: Der Kapitän (J. K. Simmons) des Schiffs kennt bereits seinen kriminellen Vater und ist dementsprechend misstrauisch, als plötzlich dessen Sohn auftaucht.


KRITIK:

Mark Wahlberg war früher Unterwäschemodel und Rapper, mittlerweile ist er seit Jahren ein äußerst erfolgreicher Schauspieler. Dabei überzeugt der Amerikaner vor allem in actionbetonten Werken wie DEPARTED - UNTER FEINDEN (für den er sogar eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller einheimste) und THE ITALIAN JOB - JAGD AUF MILLIONEN. Grund genug also, einer Sichtung von CONTRABAND hoffnungsvoll entgegen zu blicken. 

Bereits nach wenigen Minuten zeigt sich jedoch, dass der Thriller von Baltasar Kormákur in keiner Weise mit den zwei genannten Beispielen mithalten kann. Dessen Hauptproblem ist, dass er sich zu sehr in Nebenplots verliert, ein roter Faden so kaum erkennbar ist und dadurch nur phasenweise Spannung aufkommt.

Positiv hervorzuheben sind hingegen die Action-Szenen. Kormákur inszeniert diese äußerst rasant und technisch auf einem hohen Niveau. Insbesondere die Schlussszenen können in dieser Hinsicht überzeugen. Von den Schauspielern ist vor allem Giovanni Ribisi zu würdigen. Er verleiht seiner Figur eine glaubhafte bedrohliche Ausstrahlung, die für den Zuschauer deutlich zu spüren ist. Diesser kann deswegen die Angst von Chris sehr gut nachvollziehen. Im Vergleich zu Ribisi, sind die Leistungen von Kate Beckinsale und Mark Wahlberg immerhin grundsolide.

So kann CONTRABAND sowohl mit gelungenen Action-Szenen überzeugen, als auch hin und wieder mit eindrucksvollen schauspielerischen Momenten. Trotzdem reicht es nur für einen durchschnittlichen Gesamteindruck. Vielleicht sollte man im Anschluss an diesen Thriller einfach mal den isländischen REYKJAVÍK ROTTERDAM ausprobieren, dessen Remake CONTRABAND ist. Möglicherweise ist der ja besser.

WERTUNG:

5/10


TRAILER:

Contraband