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Freitag, 21. September 2012

Kritik zu: "Der Diktator"


DVD-Start:

Verleih: 20.09.2012
Verkauf: 20.09.2012

EXTRAS:

Gelöschte und erweiterte Szenen; Interview mit Larry King

REGIE:

Larry Charles ("Brüno")

CAST: 

Sacha Baron Cohen ("Borat"), Megan Fox ("Transformers"), Anna Faris ("Der perfekte Ex"), Ben Kingsley ("Hugo Cabret"), John C. Reilly ("Walk Hard"), Bobby Lee ("Hard Breakers")

INHALT:

Bundeskanzlerin Angela Merkel, US-Präsident Barack Obama, Premierminister David Cameron und viele andere Staatschefs eint dasselbe Ziel: Sie wollen endgültig den Kampf gegen Diktatoren und Terroristen gewinnen. Mit Saddam Hussein, Osama Bin Laden und Muammar al-Gaddafi sind ihnen bereits dicke Fische ins Netz gegangen. Doch dem grausamsten aller DIktatoren konnten sie noch nicht das Handwerk legen: General Aladeen (Sacha Baron Cohen). Der Diktator von Wadiya hält nichts von Menschenrechten und nennt die USA nur "den Geburtsort von Aids". Eine 14-stündige Rede vor den Vereinten Nationen will Aladeen dazu nutzen, um der Welt seine Macht zu demonstrieren sowie für sein Atomprogramm zu werben. Doch bevor der Diktator in New York seine Rede halten kann, wird er entführt und durch einen debilen Ziegenhirten ersetzt.

 

KRITIK:

Sacha Baron Cohen ist ein Meister der Inszenierung. Um für seine Komödie BRÜNO zu werben, seilte er sich 2009 bei den MTV Movie Awards von der Bühnendecke ab und landete, als schwuler Modereporter verkleidet, mit seinem fast nackten Hinterteil im Gesicht von Rapper Eminem. Dieser rastete daraufhin aus, der Medienaufschrei war groß (erst einige Monate später kam heraus, dass alles abgesprochen war) - kurzum: perfekte PR.

Für DER DIKTATOR perfektionierte Cohen nun seine Werbemaschinerie. Als General Aladeen verkleidet bezog er in Videoclips Stellung zu aktuellen politischen Themen. Zudem kündigte Cohen an, die Oscar-Verleihung 2012 im Diktator-Kostüm zu besuchen, woraufhin die Academy ihn zunächst ausschloss. Als er nach einigen Scharmützeln doch als General Aladeen zur Oscar-Verleihung kommen durfte, brachte dieser 'die Asche seines kürzlich verstorbenen Freundes Kim Jong Il' mit und schüttete sie über einem Fernsehreporter aus. Weitere Aufmerksamkeit war garantiert und der Hype auf DER DIKTATOR damit ungebrochen.

Doch was ist nun? Wird Sacha Baron Cohen den hohen Erwartungen gerecht? Die Antwort lautet: teilweise. DER DIKTATOR ist ein absolut typischer Cohen. Feinsinniger Humor und unverblümt billige Gags wechseln sich auch in seinem neuen Werk munter ab. Amerikaner und politische Machenschaften werden in ihrer Skurrilität erneut entlarvt. Insofern werden echte Cohen-Fans an DER DIKTATOR garantiert ihren Spaß haben. Doch im Gegensatz zu BRÜNO und BORAT sind die einzelnen Zutaten dieses Mal nicht gut abgeschmeckt. Sie ergeben deshalb kein harmonisches Gesamtbild. So bleibt Cohen in seiner Politik-Kritik viel zu sehr an der Oberfläche. Zwar ist es interessant, wenn er dem Zuschauer nahelegt, dass alle Diktatoren eigentlich nur kleine, spielende Jungs seien, Demokratien aufgrund der immer weiter auseinandergehenden sozialen Schere Diktaturen immer ähnlicher würden, Demokratie nicht immer Demokratie bedeute und dass bei der 'Befreiung' eines Landes wie Afghanistan selten der Friedensaspekt, sondern vielmehr wirtschaftliche Interessen eine entscheidende Rolle spielen würden. Die schiere Masse an Anspielungen, Kritikpunkten und Veralberungen führt jedoch dazu, dass kaum ein Aspekt tiefergehend behandelt wird. Für den Zuschauer bleibt es bei blitzlichtartigen Gedankenanreizen. 

Zudem bewegt sich DER DIKTATOR humoristisch auf sehr niedrigem Niveau. Eine Darmentleerung spielt in der Geschichte eine entscheidende Rolle, ein abgehackter Kopf verkommt zum Running-Gag.  Auch die restlichen Witze sind nicht gerade geistreich. Vermutlich hat Cohen auf diese Mittel zurückgegriffen, damit sich auch Leute unter 20 DER DIKTATOR anschauen und dadurch 'unabsichtlich' damit beginnen, sich stärker mit Politik auseinanderzusetzen. Doch was bringt ein einzelner Kritikpunkt, wenn er in der Masse untergeht?


WERTUNG:

6/10

TRAILER:

Der Diktator

Donnerstag, 20. September 2012

Kritik zu: "Piranha 3DD/ Piranha 2 3D"


DVD-Start:

Verleih: 13.09.2012
Verkauf: 04.10.2012

EXTRAS:

Hinter den Kulissen, Audiokommentar der Filmemacher, The Story Behind the DD, The Hoffastic World of David Hasselhoff, geschnittene Szenen, Interviews mit Regisseur John Gulager und den Darstellern Danielle Panabaker, David Hasselhoff und Gary Busey, Kurzfilme "A Lesson with John McEnroe" und "Wet and Wild" mit David Koechner

REGIE:

John Gulager ("Feast")

CAST: 

Danielle Panabaker ("The Ward"), David Hasselhoff ("Baywatch"), Matt Bush ("Margaret"), Katrina Bowden ("American Pie: Das Klassentreffen"), David Koechner ("Snakes on a Plane"), Jean-Luc Bilodeau ("LOL - Laughin out loud"), Adrian Martinez ("Kick-Ass"), Christopher Lloyd ("Zurück in die Zukunft"), Sierra Fisk ("Ashes")

INHALT:

Ungefähr ein Jahr nach den Geschehnissen im Lake Victoria kommt es erneut zu einem beängstigenden Massaker durch Piranhas. Weil der Besitzer (David Koechner) des Big Wet Water Parks nur an seinen Profit denkt und deshalb beim Bau seines Vergnügungsareals einige Sicherheitslücken übersieht, ist es den blutrünstigen Monstern mit den scharfen Zähnen möglich stromaufwärts zu schwimmen und im Freizeitbad hungrig über die Besucher herzufallen.

Diese sind den urzeitlichen Monstern schutzlos ausgeliefert, weshalb Mensch um Mensch draufgeht. Die resolute Maddy (Danielle Panabaker) sowie ihre Freunde Kyle (Chris Zylka) und Barry (Matt Bush) wollen jedoch nicht tatenlos zusehen wie zahllossen Besuchern Arme, Beine, Köpfe und andere Körperteile weggefressen werden, weshalb sie sich dazu entschließen in die Offensive zu gehen und mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln dem blutigen Treiben ein Ende bereiten wollen.  

KRITIK:

Wenn du denkst es geht nicht mehr trashiger als in PIRANHA 3D, kommt einfach dessen zweiter Teil PIRANHA 3DD bzw. PIRANHA 2 daher. John Gulager als Nachfolger von Alexandre Aja auf dem Regie-Stuhl, wartet mit noch mehr Trash, barbusigen Mädels und fleischfressenden Piranhas auf - es gibt schlicht von allem mehr. Und das ist überaus amüsant anzusehen, da sich der Film zu keiner Sekunde selbst ernst nimmt. Körperteile gehen im Minutentakt verloren und das auf immer verschiedene Weisen, sodass man sich für manche Momente sogar in einem FINAL DESTINATION-Film wiederzufinden glaubt. Doch so viel Rafinesse bietet PIRANHA 3DD dann doch nicht. Denn mehr als eine blutige Party soll der Horrorkracher auch nicht sein. Dabei stört es nicht, dass der zweite Teil den ersten Teil storymäßig fast zu 100 Prozent kopiert.

Neben den diversen lustig anzusehenden Tötungsarten, gefallen (natürlich) auch die nackten Tatsachen. Die Damen sind wirklich hübsch und jung, einziges Manko: Die Nacktnixen sind alle Silikonträgerinnen. Nicht eine natürliche Titte ist zu sehen. Dabei waren mit Danielle Pannabaker und Meagan Tandy zwei Damen dabei, die nicht nur megascharf aussehen, sondern auch noch natürliche Schönheiten sind. Vor allem von letzteter hätte man gerne noch mehr gesehen, doch leider wird sie Bikini-tragend schon nach wenigen Minuten verheizt.

Wie bereits in PIRANHA 3D, gibt es auch in dessen Fortsetzung zahlreiche Gastauftritte. Neben Vingh Rames und Peter Lloyd, sind dieses Mal auch David Koechner sowie David Hasselhoff mit von der Partie. Letzterer glänzt zwar nicht unbedingt durch schauspielerisches Können, beweist aber eine Menge Selbstironie. Vor allem bezüglich seiner BAYWATCH-Zeit gelingen ihm einige gute Gags. Den allerbesten bekommt man allerdings nach dem offiziellen Abspann zu sehen. So lohnt es sich den Edeltrash PIRANHA 3DD bis zur allerletzten Sekunde anzusehen, selbst wenn einem die Horrorkomödie vorher womöglich nicht so gut gefallen hat.


WERTUNG:

6/10

TRAILER:

Piranha 3DD

Samstag, 15. September 2012

Kritik zu: "21 Jump Street"


DVD-Start:

Verleih: 13.09.2012
Verkauf: 13.09.2012

EXTRAS:

Kommentar mit Regisseuren und Darstellern, Zurück auf die Schulbank, 4 Enfallene Szenen

REGIE:

Phil Lord ("Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen"), Chris Miller ("Clone High")

CAST: 

Jonah Hill ("Die Kunst zu gewinnen - Moneyball"), Channing Tatum ("Für immer Liebe", "Haywire"), Brie Larson ("Rampart"), Dave Franco ("Fright Night"), Rob Riggle, DeRay Davis ("So spielt das Leben"), Ice Cube ("Sind wir endlich fertig?")

INHALT:

Jenko (Channing Tatum) und Schmidt (Jonah Hill) kennen sich seit der High School und könnten unterschiedlicher kaum sein. Der eine sieht toll aus, ist charmant und beliebt bei den Frauen (Jenko). Der andere wiederum ist klein, dick, hat ein pickeliges Gesicht und keinen Erfolg bei Mädels (Schmidt). Dennoch haben die beiden ein und dasselbe berufliche Ziel: Sie möchten Polizist werden und Verbrechern in waghalsigen Gefechten das Handwerk legen. Doch so aufgregend und actiongeladen sich Jenko und Schmidt das Cop-Leben vorgestellt haben, so unspektakulär startet es, als sie nach einigen Hindernissen die Polizistenausbildung erfolgreich abschließen.

Anstatt sich mit Bankräubern eine Schießerei zu liefern, oder einen flüchtigen Mörder zu fassen, müssen die beiden als Undercover-Agenten an ihrer alten High School arbeiten. Der Grund dafür liegt in ihrem jugendlichen Aussehen. Jenkos und Schmidts Auftrag lautet die Drogendealer der Schule aufzuspüren, um so für ein besseres und vor allem gesünderes Leben der Kids zu sorgen. Schnell stellt das Duo fest, dass ihr Auftrag doch nicht so lahm ist, wie sie dachten. Denn sie finden heraus, dass die Drogen, die in an der High School vertickt werden, bald in der ganzen Stadt angeboten werden sollen.

Doch einfach wird es für Jenko und Schmidt nicht den oder die Verbrecher ausfindig zu machen. Denn wie soll man sich das vertrauen der Schüler erschleichen, wenn heute ganz andere Typen als cool gelten, als zur Schulzeit des Duos? Während früher sportlich muskulöse Jungs am beliebtesten in der High School waren, sind es heute Umweltfuzzis, die sich brav an Gesetze  halten.

 

KRITIK:

Nach ihrem Spielfilmdebüt WOLKIG MIT DER AUSSICHT AUF FLEISCHBÄLLCHEN wagt sich das Duo Phil Lord und Chris Miller mit ihrer zweiten Arbeit an die Kinoversion des Serienklassikers 21 JUMP STREET - TATORT KLASSENZIMMER, welche Johnny Depp zu ersten Ruhm verholfen hat und noch heute Kultstatus genießt.

Während die Serie recht ernst daher kommt, liegt der Fokus der 21 JUMP STREET-Regisseure eindeutig auf den humoristischen Situationen, die sich aus der skurilen Situation ergeben, dass zwei Anfang 30-Jährige Cops zwei Schüler unter 18 spielen sollen. Die gezeigten Szenen sind meistens sehr lustig und extrem derb, vor allem, wenn es um Penis-Witze geht, ohne die eine an Jugendliche und junge Erwachsene gerichtete Komödie heutzutage wohl kaum mehr auskommt.

Auch ansonsten hat die Kinovesion mit der Vorlage außer der Prämisse nur noch wenig gemein. So gibt es zahlreiche Modernisierungen, die durchweg Sinn machen. Beispiesweise sind nicht mehr die athletischen Sportler die angesagtesten Typen der Schule, sondern Umweltschützer. Auch die Methode Frauen erfolgreich flach zu legen hat sich geändert, geschweige von den Methoden bei Schultests zu schummeln.

Darüber hinaus bietet 21 JUMP STREET zahlreiche kreative Anspielungen auf seine Serien-Vorlage aus den 1980er-Jahren sowie aktuelle Trends (Beispiel: Apple), so dass auch die Leute der Komödie etwas abgewinnen können, die mit dem derben Humor des Kinoablegers nicht klar kommen.


WERTUNG:

7/10

TRAILER:

21 Jump Street

Donnerstag, 13. September 2012

Kritik zu: "Yoko"


DVD-Start:

Verleih: 13.09.2012
Verkauf: 13.09.2012

EXTRAS:

Original Kinotrailer, Interviews, Hinter den Kulissen, Musikclip, Premierenclip, Wer ist Yoko?, Yoko & Co

REGIE:

Franziska Buch ("Emil und die Detektive")

CAST: 

Jessica Schwarz ("Heiter bis wolkig"), Tobias Moretti ("Kommissar Rex"), Justus von Dohnányi ("Männerherzen", "Das Experiment"), Friedrich Heine ("In aller Freundschaft"), Jamie Bick ("Unter Frauen"), Lilly Reulein ("Dahoam is dahoam")

INHALT:

Als Pia (Jamie Bick) eines Tages ihr Baumhaus betritt, fällt sie vor lauter Schreck fast um. Denn mitten in ihrem kleinen Nest steht ein zotteliges weißes Schneewesen, welches nichts anderes als das Wort "Jo" von sich geben kann und zu tanzen anfängt, sobald Musik läuft. Wie sich schnell herausstellt, handelt es sich bei dem merkwürdigen Wesen um einen Yeti aus dem Himalayagebirge namens Yoko, der sich auf der Flucht vor einem Tierjäger (Tobias Moretti) und einem sensationslüsternen Zoo-Direktor (Justus von Dohnányi) befindet. 

Gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem besten Freund, versucht Pia dem fremden Wesen zu helfen und vor seinen Verfolgern zu schützen. Das ist allerdings nicht sonderlich leicht, vor allem, weil Yoko immer eine kühle Körpertemperatur haben muss, um nicht zu sterben. Dies führt zu allerhand witzigen Situationen, beispielsweise, wenn von den Kindern versucht wird den Yeti vor Pias Mutter (Jessica Schwarz) zu verstecken.

 

KRITIK:

Franziska Buchs Kinderfilm YOKO basiert auf den gleichnamigen Büchern von Knister (bürgerlich Ludger Jochmann). Im Zentrum der Adaption steht ein Mädchen, welches sich mit einem plötzlich auftauchenden Yeti anfreundet und dabei noch etwas über Tierschutz lernt.

Die Geschichte ist sehr dicht erzählt, Humor und Spannung wechseln sich gelungen ab. Jedoch wirkt YOKO nie zu bedrohlich, sodass auch besonders junge Zuschauer sich den Kinderfilm ohne Probleme ansehen können. Zudem ist die im wahrsten Sinne des Wortes fabelhafte Hauptfigur äußerst liebevoll ausgearbeitet worden und wächst einem sofort ans Herz. Yoko hat einen friedliebenden sympathischen Gesichtsausdruck und sein Fell sowie die generelle äußere Gestalt erinnern immer wieder an Fuchur aus Wolfgang Petersens Adaption des Kinderbuchklassikers DIE UNENDLICHE GESCHICHTE. Positiv hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang auch, dass Yoko nicht computeranimiert wurde, sondern ein sogennanter Animatronic ist, was eine Mischung aus liebevoll gestalteter Puppe und ferngesteuertem Roboter bedeutet.

Genau wie die Hauptfigur, ist auch der Rest des Kinderfilms komplett auf ein ganz junges Publikum zugeschnitten. Dies wird insbesondere in der Dramaturgie der Geschichte deutlich. Zwar gibt es immer wieder Probleme und Streitigkeiten, doch auf jeden Konflikt folgt innerhalb kürzester Zeit die Auflösung und beinahe jeder Versuch der Bösewichte den Yeti einzufangen scheitert auf klägliche und für den Zuschauer unterhaltsame slapstickartige Weise. Verbrecher wie van Sneider sind wie in anderen Kinderfilmen auch, beispielsweise FÜNF FREUNDE, stark überzeichnet. Dem passt sich auch das Spiel von Tobias Moretti und Justus von Dohnányi an, welches von übertriebenen Grimassen, besonders lautem Sprechen und ähnlichen Dingen geprägt ist und somit stark an der Grenze zum Overacting kratzt. Neben deren aufblühendem Spiel verblassen die meisten anderen erwachsenen Schauspieler, allen voran Jessica Schwarz, die leider kaum Interpretationsfreiraum in ihrer Rolle als brave und treusorgende Mutter hat.

Alles in allem ist YOKO ein süßer Kinderfilm, der sehr stark auf die ganz Kleinen ausgerichtet ist und liebevoll gestaltet wurde. Auch die erwachsenen Zuschauer können sich amüsieren, da Buchs Komödie allerhand Referenzen an Filme wie DINNER FOR ONE. Ob es allerdings einen zweiten Teil von YOKO geben wird, steht noch nicht fest. Angesichts von knapp 600.000 Kino-Besuchern in Deutschland, ist dies jedoch durchaus vorstellbar.

WERTUNG:

7/10

TRAILER:

Yoko

Donnerstag, 6. September 2012

Kritik zu: "Die Liebenden - Von der Last, glücklich zu sein"


DVD-Start:

Verleih: 05.09.2012
Verkauf: 07.09.2012

EXTRAS:

Entfallene Szenen

REGIE:

Christophe Honoré ("Chanson der Liebe")

CAST: 

Chiara Mastroianni ("Huhn mit Pflaumen"), Catherine Deneuve ("Das Schmuckstück"), Ludivine Sagnier ("Swimming Pool"), Louis Garrel ("Die Träumer"), Milos Forman ("Der Mondmann"), Paul Schneider ("Lars und die Frauen")

INHALT:

Ohne Moos nichts los. Das weiß auch die Pariser Schuhverkäuferin Madeleine (Ludivine Sagnier). Die junge Frau würde sich gerne ein paar sündhafte teure Treter kaufen, kann sich die Anschaffung aufgrund ihres niedrigen Gehalts jedoch nicht leisten. Um dennoch nicht auf die eleganten hochhackigen Schuhe verzichten zu müssen, lässt sie nach Ladenschluss ein Paar mitgehen. Als Madeleine damit die Straße auf und ab stolziert, wird sie für eine Prostituierte gehalten. Spontan lässt sie sich auf das Abenteuer ein und verdingt sich fortan als Prostituierte.

Einer von Madeleines Kunden ist der tschechische Arzt Jaromil (Radivoje Bukvic). Zwischen den beiden entwickelt sich mit der Zeit eine Liebesbeziehung und endet schließlich gar mit einer Heirat in Prag. Doch in Jaromils Heimat geht die Ehe schon nach kurzer Zeit den Bach herunter, Madeleine lässt sich scheiden und kehrt wieder nach Paris zurück. Doch das Schicksal lässt das einstige Paar noch ein letztes Mal einander über den Weg laufen.

 

KRITIK:

Französische Filme sind erzählerisch immer wieder für Überraschungen gut. Sowohl in positiver Hinsicht (DIE FABELHAFTE WELT DER AMELIE), als auch in negativer, wie DIE LIEBENDEN - VON DER LAST, GLÜCKLICH ZU SEIN beweist. Das Musical-Drama von Christophe Honoré enttäuscht, obwohl es alle Zutaten für einen unterhaltsamen Film hat: Eine interessante, tendenziell epische Geschichte, gute Musik und einen ganzen Haufen ebenso versierter wie prominenter Schauspieler in Form von Chiara Mastroianni, Catherine Deneuve, Ludivine Sagnier und Milos Forman.

Doch leider wurden die verschiedenen Elemente vom Regisseur mehr schlecht als recht gemischt. Vor allem auf erzählerischer Ebene enttäuscht DIE LIEBENDEN. Es reiht sich Dialog an Dialog, ohne das jeder von ihnen nötig gewesen wäre. Außerdem werden gelungene Passagen wie das Stibitzen der Schuhe, immer wieder von nervigen Gesangseinlagen unterbrochen, so dass keinerlei Erzählfluss entsteht und unausweichlich Langeweile einsetzt.

Dass die Charaktere den Zuschauer zu keiner Zeit berühren, liegt einerseits an der nicht vorhandenen Weiterentwickung der Figuren, andererseits am lustlosen Spiel der prominenten Besetzungsriege. Einzig Sagnier vermag mit ihrer natürlich-verträumten Ausstrahlung einigermaßen zu überzeugen.

Insgesamt hätte es dem Musical-Drama also gut getan die Gesangsnummern und einige Dialoge zu streichen. Dann wäre nicht nur die Handlung flüssiger gewesen, sondern auch die Schauspieler motivierter, da sie nicht einen Haufen belangloser Dialoge hätten aufsagen müssen.

WERTUNG:

3/10

TRAILER:

Die Liebenden - Von der Last, glücklich zu sein

Dienstag, 4. September 2012

Kritik zu: "Project X"


DVD-Start:

Verleih: 07.09.2012
Verkauf: 07.09.2012

EXTRAS:

Das Pasadena-Trio

REGIE:

Nima Nourizadeh

CAST: 

Thomas Mann ("Beautiful Creatures"), Oliver Cooper, Jonathan Daniel Brown, Dax Flame ("21 Jump Street"), Kirby Bliss Blanton ("Ball Don't Lie"), Brady Hender ("Infamous")

INHALT:

Thomas (Thomas Mann) ist ne armseliger Lusche, ein totaler Langweiler und absoluter Looser. Das soll sich jedoch an seinem 17. Geburtstag ändern. Dies meinen zumindest seine beiden Freunde Costa (Oliver Cooper) und JB (Jonathan Daniel Brown) und kündigen deshalb dessen Geburtstagsfete samt Adresse groß im Internet an und bitten den Filmstudenten Dax (Dax Flame) alles auf Video zu dokumentieren. Die beiden haben dabei jedoch nicht nur Thomas' Wohlergehen im Sinn, sondern hoffen selbst endlich von ihren Mitschülern als cool wahrgenommen zu werden.

Die Nachricht von der Party verbreitet sich in Windeseile und nachdem Alkohol sowie Drogen besorgt sind, kann es auch schon losgehen. Schnell finden sich über 1000 Leute in Feierlaune ein und machen das Grundstück von Thomas' Eltern zu einer einzigen Partyzone. Alles scheint trotz der riesigen Menschenmassen gut zu gehen, bis ein verärgerter Drogendealer auftaucht und infolgedessen die Feier eskaliert.

KRITIK:

Wer wissen will was passieren kann, wenn man seine Geburtstagsparty samt Adresse im Internet auf sozialen Netzwerken wie Facebook einer besonders breiten Öffentlichkeit ankündigt, der sollte sich PROJECT X ansehen. Denn der von Nima Nourizadeh inszenierte Partyfilm ist im Grunde nichts anderes, als eine fiktive Pseudo-Dokumentation über ein solches Ereignis.

Der Geschichte lässt sich dementsprechend in wenigen Worten zusammenfassen: Junge schmeißt Geburtstagsparty, Feier eskaliert. Dramaturgische Finessen dürfen nicht erwartet werden. Stattdessen heißt es nach den ersten Minuten, in denen die wichtigsten Charaktere eingeführt werden, nur noch: Party, Party, Party! Und das solange, bis die Polizei die Sause beendet.

Eine Weile ist es durchaus unterhaltsam sich die Mischung aus nackten jungen Frauen, wildem Gesaufe und Gekotze, Grölerei und lauter Musik in wahllos aneinandergereihten Sequenzen in Wackelkamera-Optik anzuschauen. Doch nach spätestens 20 Minuten ist Schluss, da einem das Gezeigte aufgrund seiner ständigen Wiederholung nur noch auf die Nerven geht.

Statt ununterbrochen gröhlende Teenies beim Ficken, Saufen, Drogen konsumieren und Feiern zu zeigen, wäre es besser gewesen die Partyszenerie kritischer zu beleuchten. Ist es es wirklich sinnvoll seine Partys auf Facebook zu posten? Was muss man tun, um cool zu sein? Denken alle jungen Menschen ausschließlich an Alkohol und Sex? Durch das Bearbeiten dieser Fragestellungen hätte PROJECT X wesentlich mehr Substanz haben können, ohne autmatisch an Partyfaktor einbüßen zu müssen. Da Nourizadeh das jedoch kein Stück zu interessieren scheint, ist der Partyfilm nichts anderes als eine nervige Komödie, bei der der Zuschauer schon nach kurzer Zeit einen Kater zu haben glaubt.

WERTUNG:

2/10

TRAILER:

Project X

Montag, 3. September 2012

Kritik zu: "Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen"


DVD-Start:

Verleih: 04.09.2012
Verkauf: 04.10.2012

EXTRAS:

Alternativer Anfang; Ein Blick durch den Spiegel; Geschnittene Szenen; Ich glaube, ich kann tanzen; Prinz und Hündchen; Spieglein Spieglein - Märchenbuch; Trailer; Wendecover

REGIE:

Tarsem Singh ("The Fall")

CAST: 

Julia Roberts ("Larry Crowne"), Lily Collins ("Priest (3D)"), Armie Hammer ("J. Edgar"), Sean Bean ("Soldiers of Fortune"), Nathan Lane ("The Producers"), Mare Winningham ("Swing Vote")

INHALT:


Schneewittchens (Lily Collins) Stiefmutter (Julia Roberts) ist eine böse, böse Frau und bei ihren Untertanen alles andere als beliebt. Diese traktiert sie immer wieder mit unnötig brutalen Bestrafungen, wenn sie mal wieder die Steuern nicht zahlen können. Diese erhöht die Königin andauernd, um mit den daraus reslutierenden Einnahmen ihre ausschweifenden Partys zu finanzieren.

Doch mittlerweile ist bei den Armen nichts mehr zu holen und die Kassen des Königreichs sind dementsprechend leer. Deswegen freut sich Schneewittchens Stiefmutter, als ein reicher Ritter (Armie Hammer) ihren Palast aufsucht. Neben finanziellen Problemen, beschäftigt die Königin jedoch noch eine ganz andere Sache: Ihr magischer Spiegel hat ihr gesagt, dass nicht mehr sie die schönste Frau des Landes sei, sondern Stieftochter Schneewittchen. Das will die eitle Herrscherin natürlich nicht auf sich sitzen lassen und befiehlt deshalb das junge Mädchen zu töten.


KRITIK:

Tarsem Singhs SPIEGLEIN SPIEGLEIN - DIE WIRKLICH WAHRE GESCHICHTE VON SCHNEEWITTCHEN hat genau wie der magische Spiegel im Film zwei Seiten. Auf der einen steht die unglaublich schlechte Charakterzeichnung, auf der anderen die visuell beeindruckende Inszenierung, die bereits bei THE CELL, THE FALL und KRIEG DER GÖTTER 3D über dramaturgische Schwächen hinweggeholfen hat. Das ist in Singhs freier Adaption des grimmschen Märchens SCHNEEWITTCHEN nicht anders.

So strotzt insbesondere der Palast der Königin vor kreativen Einfällen. Auch die Stadt ihrer Untertanten sowie die Kostüme sind sehr liebevoll gestaltet. Der Regisseur nimmt dabei eine gelungene optische Trennung zwischen Arm und Reich vor. Letztere Lebenswelt kennzeichnet bunte und kräftige Farben. Die Umgebung der Armen stellt er hingegen in düsteren, matten Farben dar.

Während Singh sich also detailliert mit dem visuellen Aspekt von SPIEGLEIN SPIEGLEIN auseinandergesetzt hat, scheint sich der Regisseur bei der Konzeption der Charaktere hingegen nicht so viel Mühe gegeben zu haben. Die Figuren werden nur oberflächlich gezeichnet und sind viel zu albern geraten. Vor allem der von Armie Hammer verkörperte Prinz und der von Nathan Lane gespielte Adjutant der Königin fallen negativ auf. Gelungen ist hingegen die Besetzung Julia Roberts' als wütende Herrscherin. Sie schafft es, dass ihre Figur trotz unzureichender Tiefe glaubwürdig wirkt. Auch für das Schneewittchen wurde mit Lily Collins eine gute Besetzung gefunden, die schon aufgrund ihres unschuldigen Looks zu überzeugen weiß.

Neben der Spannung kommt in SPIEGLEIN SPIEGLEIN - DIE WIRKLICH WAHRE GESCHICHTE VON SCHNEEWITTCHEN auch der Humor nicht zu kurz. Dieser ist wie mancher Charakter aber albern und platt, so dass Singhs Märchenadaption lediglich als durchschnittlich zu bezeichnen ist.


WERTUNG:

6/10

TRAILER:

Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen

Dienstag, 28. August 2012

Kritik zu: "Wir kaufen einen Zoo"


DVD-Start:

Verleih: 31.08.2012
Verkauf: 31.08.2012

EXTRAS:

Am Set mit echten Tieren

REGIE:

Cameron Crowe ("Jerry Maguire")

CAST: 

Matt Damom ("Das Bourne Ultimatum"), Scarlett Johansson ("The Avengers"), Thomas Haden Church ("Sideways"), Colin Ford ("Disconnect"), Maggie Elizabeth Jones ("Footloose"), Elle Fanning ("Super 8"), Patrick Fugit ("Almost Famous")

INHALT:

Benjamin Mee (Matt Damon) ist am Boden zerstört, denn vor kurzem ist seine Ehefrau nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Trotzdem versucht er den Kopf nicht hängen zu lassen - seinen zwei Kindern zuliebe. Allerdings kann das alte Leben nicht weitergehen, als wäre nichts geschehen, weshalb der Familienvater einen ungewöhnlichen Neuanfang wagt. Benjamin kündigt seinen gut bezahlten Journalistenjob, verkauft das schön gelegene Haus in dem er zusammen mit seiner Frau Dylan (Colin Ford) und Rosie (Maggie Elizabeth Jones) aufgezogen hat und zieht mit diesen in ein riesiges, aber verborgen liegendes Anwesen auf dem Land.

Benjamins Bruder Duncan (Thomas Haden Church) hält dies jedoch für keine gute Idee, zumal sich herausstellt, dass zu dem Anwesen auch ein Zoo, der Rosemoor Animal Park, gehört. Doch der lässt sich von seinem Vorhaben nicht abbringen und stellt sich der Herausforderung den heruntergekommenen Zoo zu sanieren und bereits in kürzester Zeit wieder für Besucher zu öffnen. Benjamin steht dabei das alte Team des Zoos zur Seite, darunter die Tierpflegerin Kelly Foster (Scarlett Johansson) und der Teenager Lily Miska (Elle Fanning).

KRITIK:

WIR KAUFEN EINEN ZOO basiert auf einem Roman von Benjamin Mee. Dieser erwarb nach dem Tod seiner Frau für sich und seine Familie einen Zoo und schrieb über seine Erlebnisse das Buch WIR KAUFEN EINEN ZOO - EINE GANZ NORMALE FAMILIE UND EIN VERRÜCKTER TRAUM. Für dessen Adaption zeichnet Cameron Crowe verantwortlich, der bisher mit Filmen wie ALMOST FAMOUS große (Kritiker-)Erfolge feiern konnte.

In seiner Umsetzung verfolgt der Regisseur nicht den Ansatz die Vorlage möglichst eins zu eins auf die Kinoleinwand übertragen zu wollen. Vielmehr geht es ihm darum die zentralen Werte des Buches, Freude und Hoffnung, dem Zuschauer nahezubringen. Das dies Crowe jedoch nur bedingt gelingt, ist jedoch nicht der Tatsache geschuldet, dass er WIR KAUFEN EINEN ZOO zu dramatisch inszeniert hätte. Die Ursache liegt viel mehr darin, dass der Regisseur in seiner Erzählung zu sehr an der Oberfläche bleibt. Zwar erfährt der Zuschauer warum die jeweiligen Personen ticken wie sie ticken. Doch mehr als das Grundsätzliche wird nicht preisgegeben, weshalb es besser gewesen wäre stärker ins Detail zu gehen. So hätte man sich auch besser mit den Charakteren identifizieren können.

Die unausgegorene Figurenzeichnung können gut aufgelegte Darsteller wie Matt Damon, Tomas Haden Church und Elle Fanning jedoch ein ordentliches Stück wett machen, so dass es letztlich unterhaltsam zu beobachten ist, wie sich ein Familienvater für das Wohl seiner Familie zerreißt, auch wenn dies nur bedingt berührt.



WERTUNG:

6/10

TRAILER:

Wir kaufen einen Zoo

Sonntag, 26. August 2012

Kritik zu: "Ziemlich beste Freunde"


DVD-Start:

Verleih: 22.08.2012
Verkauf: 07.09.2012

EXTRAS:

Trailer; Audiokommentar

REGIE:

Olivier Nakache, Eric Toledano

CAST: 

Francois Cluzet ("Die Kunst zu lieben"), Omar Sy ("Micmacs - Uns gehört Paris!"), Anne Le Ny ("Das Leben gehört uns"), Audrey Fleurot ("Midnight in Paris"), Clotilde Mollet ("Hellphone - Ein teuflisches Handy"),

INHALT:

Das Leben könnte so schön sein - wäre da nicht dieses blöde Handicap. Denn Philippe (Francois Cluzet) ist seit einem Gleitschirmunfall vom Hals abwärts gelähmt, hat ansonsten aber alles was ein Mensch sich materiell wünschen kann.

Der Franzose lebt in einem Stadtpalais in einer der vornehmsten Gegenden von Paris. Vor wenigen Tagen hat sein persönlicher Pfleger gekündigt, da dieser nicht mit der griesgrämigen Art seines Patienten zurecht kam.

Deswegen sucht Philippe nun jemand Neues, ist aber mit den Kandidaten die sich vorstellen überhaupt nicht zufrieden. Unter ihnen ist auch der ehemalige Kriminelle Driss (Omar Sy), der vom Arbeitsamt geschickt wurde. Im Gegensatz zu den anderen Bewerben, hat er keinerlei Interesse an dem Job. Driss will sich nur eine Unterschrift für die Bestätigung seiner Bewerbungsbemühung holen. Allerdings gefällt Phillipe Driss' vorlaute Art, weshalb er diesen, zu dessen Verwunderung, zwei Wochen zur Probe als Pfleger einstellt.

Innerhalb dieser Zeit überrascht der Pfleger seinen Patienten sowie die anderen Angestellten des Hauses mit seiner ehrlichen Art und seinem unkonventionellen Umgang mit dem Schwerbehinderten. Driss zeigt kein Mitleid, sondern sagt offen was er denkt und kommt darüber hinaus auf innovative Ideen, die dem teilweise schon resignierenden Phillipe neuen Lebensmut einhauchen. Zwischen den beiden Männern entsteht dadurch eine enge Freundschaft, die beiden Seiten große Vorteile bringt.

 

KRITIK:

ZIEMLICH BESTE FREUNDE beruht auf den wahren Erlebnissen des ehemaligen Geschäftsführers eines Champagnerherstellers Philippe Pozzo die Borgo, der am 27. Juni 1983 beim Paragliding abstürzte und danach aufgrund einer schwerwiegenden Halswirbelverletzung vom Hals abwärts gelähmt war.

Die französische Komödie feiert sowohl national, als auch international extrem große Erfolge. In Frankreich ist ZIEMLICH BESTE FREUNDE mit 19,2 Millionen Zuschauern der dritterfolgreichste Film aller Zeiten nach TITANIC und WILLKOMMEN BEI DEN SCH'TIS. In Deutschland befindet sich der Wohlfühlfilm auch nach über 26 Wochen noch immer in den Top 10 der Kinocharts. Bislang konnte die Komödie über 8,6 Millionen Zuschauer für sich begeistern und ist damit selbstverständlich der bislang erfolgreichste Film des Jahres 2012 in Deutschland. Selbst in den USA hat ZIEMLICH BESTE FREUNDE bereits über 10 Millionen US-Dollar eingespielt, obwohl er dort nur auf französisch mit englischen Unteriteln zu sehen ist.

Doch weshalb ist das Werk von Olivier Nakache und Eric Toledano so immens erfolgreich? Eine definitive Erklärung ist natürlich nicht möglich, aber einige Indizien lassen sich schon zusammentragen.

Zunächst ist da die Geschichte: Wie es der (deutsche) Titel bereits andeutet, ist ZIEMLICH BESTE FREUNDE eine Ode an die Freundschaft. Diese inszenieren Nakache und Toledano mal sentimental, mal komisch, mal tragisch, allerdings ohne ein einziges Mal die Grenze zum Kitsch zu überschreiten, oder allzu tiefsinnig zu wirken. ZIEMLICH BESTE FREUNDE ist insofern extrem mainstreamig und spricht vom Thema her so ziemlich jeden an. Zugute kommt der Komödie außerdem, dass sie äußerst stimmig und temporeich erzählt ist, so dass nie Langeweile aufkommt. Außerdem ist natürlich hilfreich, dass ZIEMLICH BESTE FREUNDE, wie bereits Eingangs erwähnt, auf wahren Begebenheiten beruht und somit ein besonderes Maß an Identifikationspotential bietet.

Ein weiterer Grund für den Erfolg der Komödie könnte die lebensbejahende Stimmung sein, die diese in beinahe jeder Sekunde ausstrahlt. Neben dem Plot, hat vor allem Hauptdarsteller Omar Sy daran den Hauptanteil. Sein Spiel wirkt genau wie das Verhalten seiner Figur sehr natürlich. Dessen positive Stimmung ist durchweg spürbar und reißt den Zuschauer total mit. Dieser hat quasi keine andere Möglichkeit, als während des Sehens von ZIEMLICH BESTE FREUNDE von möglicher schlechter Laune zur Fröhlichkeit umzuschwenken. Aufgrund dieser erzielten Wirkung, ist es auch absolut nachvollziehbar, dass Omar Sy Anfang 2012 in Frankreich mit dem Prix Lumière als bester Hauptdarsteller des Jahres ausgezeichnet wurde. Und das sogar noch vor dem ebenfalls nominierten Jean Dujardin, der nur wenig später für seine Rolle in THE ARTIST den Oscar als bester Hauptdarsteller erhält.

Das letzte Indiz, dass ein Grund für das phänomenale Abschneiden von ZIEMLICH BESTE FREUNDE sein könnte, ist die Musik. Sie unterstützt ebenso wie Sys Spiel die positive Grundstimmung und wirkt, wenn sie eingesetzt wird, kein einziges Mal fehl am Platz. Die Musik führt meines Erachtens sogar dazu, dass man den Film besser wahrnimmt, als dass was er letztlich ist: Eine absolut mainstreamige, jedoch sehr unterhaltsame Komödie, die ihren Reiz aus der positiven Grundstimmung und der darstellerischen Leistung Omar Sys zieht.


WERTUNG:

8/10

TRAILER:

Ziemlich beste Freunde

Donnerstag, 23. August 2012

Kritik zu: "Einmal ist keinmal"


DVD-Start:

Verleih: 23.08.2012
Verkauf: 23.08.2012

EXTRAS:

Trailer

REGIE:

Julie Anne Robinson ("Mit dir an meiner Seite")

CAST: 

Katherine Heigl ("So spielt das Leben"), John Leguizamo ("Der Mandant"), Daniel Sunjata ("The Dark Knight Rises"), Jason O'Mara ("Life on Mars"), Debbie Reynolds ("Die Pinguine aus Madagascar"), Sherri Shepherd ("30 Rock")

INHALT:

Eigentlich ist Stephanie Plum (Katherine Heigl) selber Schuld. Obwohl sie bereits vor über sechs Monaten ihren Job verloren hat, führt sie ihr Leben noch immer so, als würde sie weiterhin 3.000 Dollar pro Monat verdienen. Deshalb ist Stephanie jetzt hochverschuldet und muss in ihrer Verwandtschaft nach einem Job herumfragen. Schließlich bekommt sie von Cousin Vinnie (Patrick Fischler) das Angebot für ihn als Kautionsjägerin zu arbeiten, da einer seiner Kollegen krankheitsbedingt ausfällt.

Gleich ihr erster Fall verspricht einen Verdienst von 50.000 US-Dollar, denn ein des Mordes Verdächtiger Polizist (Jason O'Mara) hat seine Kautionsvereinbarung nicht eingehalten. Allerdings bereitet der Auftrag Stephanie so manche Probleme. Nicht nur, dass sie noch nie jemanden festgenommen hat, geschweige denn eine Waffe benutzt hat. Hinzu kommt nämlich noch, dass der Angeklagte ihr Ex-Freund Joe Morelli ist.

 

KRITIK:

Julie Anne Robinson wagt sich nach MIT DIR AN MEINER SEITE auch mit ihrer zweiten Kino-Regie EINMAL IST KEINMAL an eine Romanverfilmung. Dieses Mal ist der gleichnamige Bestseller von Janet Evanovich dran. Doch wie bereits die erste Adaption, ist auch Robinsons zweiter Versuch eine herbe Enttäuschung. Der Mix aus Komödie und Krimi wirkt unentschlossen und kann nur in wenigen Momenten überzeugen. Vor allem der Krimiplot ist arg simpel gestrickt, vorhersehbar und vor allem eines: nicht spannend. Etwas zu lachen gibt es zwar immer wieder, doch das geschieht oft unfreiwilliger Natur, beispielsweise wenn Heigl versucht eine seriöse Polizistin zu sein.

Viele Szenen scheinen lediglich dafür hergestellt worden zu sein, um die Filmlänge auf über 90 Minuten zu treiben. Denn inhaltlich Sinn machen sie oft nicht, so auch, als der Verdächtige seiner Verfolgerin Omlette bratet, ohne dass es dabei zu inhaltlich wichtigen Gesprächen kommen würde. Abgesehen davon, gibt es ordentlich inszenierte Action-Szenen und ab und zu eine nackige Katherine Heigl. Doch obwohl sie hübsch anzusehen ist, können sowohl die Hauptdarstellerin, als auch die Gewalt den ansonsten äußerst mäßigen Film nicht aufwerten.

Bleibt zu hoffen, dass sich Julie Anne Robinson bei einem möglichen dritten Kinoausflug nicht erneut an einer Romanadaption versucht. Denn wie sich gezeigt hat, wäre in diesem Fall keinmal besser als zweimal gewesen.

WERTUNG:

2/10

TRAILER:

Einmal ist keinmal

Mittwoch, 22. August 2012

Kritik zu: "Zettl"


DVD-Start:

Verleih: 24.08.2012
Verkauf: 24.08.2012

EXTRAS:

Making-Of-Zettl; nicht verwendete Szenen; Kinotrailer, verpatzte Szenen

REGIE:

Helmut Dietl ("Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief")

CAST: 

Michael Herbig ("Wickie und die starken Männer"), Karoline Herfurth ("Das Parfüm"), Senta Berger ("Unter Verdacht"), Dieter Hildebrandt ("Kabarett, Kabarett"), Götz George ("Nacht ohne Morgen"), Dagmar Manzel ("Die verlorene Zeit"), Ulrich Tukur ("Tatort"), Harald Schmidt ("Late Show"), Sunnyi Melles ("Rubbeldiekatz"), Gert Voss ("Mitte Ende August")

INHALT:

Zettl (Michael 'Bully' Herbig) ist ein bayrischer Chauffeur, doch in Wirklichkeit träumt er von etwas ganz anderem, als irgendwelche reichen Leute umher zu kutschieren. Eines Tages ist es so weit und der Bayer wagt den Sprung in die deutsche Hauptstadt Berlin, um sich dort für die Stelle bei einem Online-Boulevard-Blatt zu bewerben. Beim Vorstellungsgespräch verhält sich Zettl selbstbewusst und rücksichtslos, denn nur so glaubt er, könne er auch Erfolg haben.
 
Der ehemalige Chauffeur soll Recht behalten, denn prompt bekommt er die Position des Chefredakteurs angeboten - klar, dass Zettl die Stelle annimmt. Fortan begibt er sich mit Kameramann Herbie (Dieter Hildebrandt) in Berlin auf die Jagd nach interessanten Geschichten.

 

KRITIK:

Helmut Dietls ZETTL ist die inoffizielle Fortsetzung seiner von der Kritik gefeierten sechsteiligen Fernsehserie KIR ROYAL aus dem Jahr 1986. Auch die Kinoepisode wirft einen satirischen Blick auf die deutsche Medienlandschaft, konzentriert sich dieses Mal jedoch auf Berlin statt München. Vom alten Cast erhalten blieb unter anderem Dieter Hildebrandt, der erneut in die Rolle eines Paparazzo schlüpft, der für Klatschreporter Fotos von Prominenten macht.

Während Dietl bei KIR ROYAL so ziemlich alles richtig machte, was richtig zu machen war, ist ZETTL eine Anhäufung von Pleiten, Pech und Pannen. Dies fängt bereits beim misslungenen Drehbuch an, für das der Regisseur in Zusammenarbeit mit Benjamin von Stuckrad-Barre über sieben Jahre benötigte. Da wo detaillierte Ausführungen Sinn gemacht hätten, treiben die beiden das Geschehen unnötig schnell voran und umgekehrt. Dadurch ist der Film viel zu stacksig, die Geschichte holpert nur so vor sich hin und wirkt wie eine Aneinanderreihung prominenter Gastauftritte. Neben Ulrich Tukur, sind beispielsweise Harald Schmidt und Götz George neu mit dabei.

Von den Charakteren kann einzig Karoline Herfurths Figur überzeugen. Alle anderen sind over the Top und völlig unglaubwürdig. Zwar ist es normal in einer Satire Charaktere zu überzeichnen, ZETTL übertreibt das Maß des zumutbaren jedoch deutlich. Beispielsweise gibt es einen Sabine Christiansen-Verschnitt, der ununterbrochen über die Stränge schlägt, Drogen konsumiert, Alkohol trinkt und Mitmenschen beleidigt, ohne das es dabei unterschiedliche Facetten geben würde, die diese Figur als durchdacht erscheinen ließen.

Zu der mangelhaften Qualität der Charaktere, gesellen sich zu allem Übel auch noch mäßige Schauspielleistungen. Hildebrandt kommt als Enthüllungsjournalist noch am besten weg. Michael 'Bully' Herbig gibt zwar sein Bestes, kann jedoch Null überzeugen. Götz George, Ulrich Tukur, Senta Berger und weitere sogenannte A-Prominenz scheint am Set wohl durchweg einen "schlechten Tag" erwischt zu haben.

So ist die satirische Grundidee von ZETTL zwar durchaus interessant, diese kann jedoch aufgrund der mangelhaften Figurenzeichnung und des holprigen Drehbuchs nicht überzeugen. Offenbar sprach sich die mäßige Qualität der Satire äußerst schnell beim Publikum herum. Denn währen Dietl mit Filmen wie ROSSINI - ODER DIE FRAGE WER MIT WEM SCHLIEF um die drei Millionen Zuschauer begeistern konnte, hatte ZETTL bislang gerade Mal knapp 160.000 Besucher.


WERTUNG:

1/10

TRAILER:

Zettl

Samstag, 18. August 2012

Kritik zu: "Der perfekte Ex"


DVD-Start:

Verleih: 17.08.2012
Verkauf: 17.08.2012

EXTRAS:

Trailer

REGIE:

Mark Mylod ("Entourage")

CAST: 

Anna Faris ("Der Diktator", "Scary Movie"), Chris Evans ("Captain America: The First Avenger"), Ari Graynor ("Fringe - Grenzfälle des FBI"), Ed Begley Jr. ("The Penthouse"), Blythe Danner ("The Lucky One - Für immer der Deine"), Oliver Jackson-Cohen ("The Raven")

INHALT:

Ally Darling (Anna Faris) ist eine junge attraktive Frau, trotzdem läuft es in ihrem Leben gerade richtig scheiße! Nicht nur, dass sie vor kurzem ihren 19. Sexpartner verschlissen hat, jetzt sitzt sie auch noch auf der Straße, weil sie von ihrem Chef wegen angeblich schlechten Leistungen entlassen wurde. Als sie dann auch noch in einer Frauenzeitschrift blättert, kommt es für Ally ganz dick. Denn in dem Blatt steht, dass jede Frau, die mehr als 20 Sexpartner hatte, keinen Mann fürs Leben findet. Dabei ist es Allys größter Traum irgendwann zu heiraten und ein Haufen hübscher Kinder zu bekommen!

Daher beschließt sie kurzerhand, dass der nächste Typ, der ihr an die Wäsche darf, the one, der Mann fürs Leben sein muss. Zudem will Ally sämtliche 19 Ex-Partner überprüfen, um sicher zu gehen, dass keiner von ihnen der perfekte Mann fürs Leben ist. Unterstützt in ihrer Recherche wird die junge Frau von Nachbar Colin (Chris Evans), der nicht nur gut aussieht, sondern sich auch noch damit auskennt anderen Leuten hinterher zu spionieren.


KRITIK:

Romantische Komödien wie DIE PERFEKTE EX gibt es Hunderte, wenn nicht gar Tausende. Stets läuft die Geschichte nach dem gleichen Schema ab: Er und sie verlieben sich, obwohl sie scheinbar nicht für einander bestimmt sind. Dann trennen sie sich und am Ende kommen sie doch wieder zusammen.

Warum sollte man sich also die von Mark Mylod inszenierte Komödie ansehen und nicht einfach einen älteren Film auf DVD einwerfen, den man bereits kennt? Einen wirklichen Grund gibt es nicht, auch wenn DER PERFEKTE EX nicht wirklich schlecht ist. Denn der Film ist vor allem eins: belanglos. Zwar geben Chris Evans und Anna Faris in den Hauptrollen ihr Bestes, doch trotz toller Chemie zwischen den beiden, gelingt es ihnen nur bedingt schauspielerisch zu überzeugen. Vor allem in ernsten Momenten sind die Defizite von Faris erkennbar. Diese etbalierte sich mit ihren bisherigen Filmen eh nicht als Charaktermimin, sondern als Komikerin, die mit zotigen Komödien wie SCARY MOVIE oder DER DIKTATOR Erfolge feiert.

Während den Darstellern ihre Anstrengung durchaus anzumerken ist, kann man den Drehbuchautoren Gabrielle Allan und Jennifer Crittenden nicht gerade attestieren, dass sie sich beim Skript viel Mühe gegeben hätten. Zwar funktioniert der ein oder andere Gag, aber mindestens ebenso viele gehen auch daneben. Aber vielleicht ist das auch gar nicht deren Schuld, schließlich basiert DER PERFEKTE EX auf der gleichnamigen Romanvorlage von Karyn Bosnak.

Positiv ist hingegen hervorzuheben, dass die Komödie trotz aller Mängel erstaunlich flüssig erzählt daher kommt und manchmal auch richtig Spaß macht. Beispielsweise immer dann, wenn in kurzen Szenen gezeigt wird, wie die Protagonistin ihre Ex-Partner kennengelernt bzw. verloren hat. In diesen Passagen ist eine gewisse Kreativität zu erkennen, die man möglichst für den ganzen Film hätte nutzen sollen. Da dies aber nicht geschehen ist, ist DER PERFEKTE EX eine romantische Komödie, die man sich zwar ansehen kann, aber ganz bestimmt nich ansehen muss.


WERTUNG:

5/10

TRAILER:

Der perfekte Ex

Mittwoch, 15. August 2012

Kritik zu: "Die Piraten! - Ein Haufen merkwürdiger Typen"


DVD-Start:

Verleih: 16.08.2012
Verkauf: 16.08.2012

EXTRAS:

Kommentar der Filmemacher; Gestaltung der Badewannenjagd; Mr. Bobos Lernkartei; Von Stop bis Motion

REGIE:

Peter Lord ("Chicken Run - Hennen Rennen"), Jeff Newitt

CAST: 

Hugh Grant ("Notting Hill"), Brendan Gleeson ("The Guard - Ein Ire sieht schwarz"), Jeremy Piven ("Spy Kids 4 - Alle Zeit der Welt"), Joko Winterscheidt, Brian Blessed ("Der Hobbit: Eine unerwartete Reise 3D")

INHALT:

Black Bellamy und Entermesser Liza sind die Erzfeinde eines namenlosen Piratenkapitän, der seinen Gegnern nicht nur wegen des roten flauschigen Bartes stets im Gedächtnis bleibt. Das niemand den selbsternannten König der Meere vergisst, dafür sorgt er gemeinsam mit seiner furchtlosen Crew, mit der er immer wieder wertvolle Schätze erbeutet. Zusammen haben sie ein gemeinsames Ziel: den Wettbewerb zum Piraten des Jahres zu gewinnen, um so zu beweisen, dass Rotbart wirklich der Größte aller Piraten ist.

Auf ihren Beutezügen verschlägt es das Team einerseits auf die exotische Insel Blood Island sowie ins viktorianische London. Dabei bekommt es der Piratenkapitän jedoch nicht nur mit Black Bellamy und Entermesser Liz zu tun, sondern auch mit einer noch viel bedrohlicheren Person: der englischen Königin, die sich zum Ziel gesetzt hat, sämtliche Piraten der Welt von der Bildfläche verschwinden zu lassen.


KRITIK:

DIE PIRATEN! - EIN HAUFEN MERKWÜRDIGER TYPEN ist eine Koproduktion der britischen Aardman Animations mit Sony Pictures Animations. Erstere Schmiede zeichnet sowohl für die WALLACE & GROMIT-Kurzfilme verantwortlich, als auch für den Animationshit CHICKEN RUN - HENNEN RENNEN. Im selben Stil wie die vorgenannten Produktionen ist auch DIE PIRATEN - EIN HAUFEN MERKWÜRDIGER TYPEN gehalten, auch wenn dieses Mal noch ein paar CGI-Effekte hinzukommen. So überzeugt auch diese Aardman-Produktion mit niedlich aussehenden Knetfiguren, britischem Humor und gelungen gezeichneten Charakteren. 

Vor allem dem namenlosen Piratenkapitän sieht man gerne dabei zu, wenn er mit seiner leicht schusseligen Art den nächsten Schatz und somit auch das Herz des Zuschauers erbeutet. Dieser wird in der englischen Originalfassung von Hugh Grant gesprochen, der mit DIE PIRATEN! sein gelungenes Debüt als Synchronsprecher feiert und mit seinem starken britischen Akzent der Figur noch mehr Markantheit und Originalität verleiht. Es bleibt zu hoffen, dass Grant auch in Zukunft wieder Sprechrollen übernehmen wird! Der Brite ist jedoch nicht der einzige prominente Name, der für DIE PIRATEN! - EIN HAUFEN MERKWÜRIDGER TYPEN gewonnen werden konnte. Neben ihm sind unter anderem noch Brendan Gleeson (als einfacher Pirat) und Jeremy Piven (als Black Bellamy) mit von der Partie. 

DIE PIRATEN! - EIN HAUFEN MERKWÜRDIGER TYPEN war in Deutschland leider nicht ganz so erfolgreich wie WALLACE & GROMIT AUF DER JAGD NACH DEM RIESENKANINCHEN und CHICKEN RUN - HENNEN RENNEN mit jeweils knapp 1,5 Millionen beziehungsweise gut 2,0 Millionen Zuschauern. Jedoch konnte die unterhaltsame Komödie immerhin vollkommen verdiente 750.000 Menschen in die Kinos locken.


WERTUNG:

7/10

TRAILER:

Die Piraten! - Ein Haufen merkwürdiger Typen (3D)

Montag, 13. August 2012

Kritik zu: "Türkisch für Anfänger"


DVD-Start:

Verleih: 16.08.2012
Verkauf: 16.08.2012

EXTRAS:

Audiokommentar mit Josefine Preuß, Elyas M'Barek, Bora Dagtekin und Lena Schönmann; Interviews (ca. 15 Min.); Musikvideo Cem Öztürk "Nutten am Pool" (ca. 2 Min.); Musikvideo Adam Lambert "Better than I know myself" (ca. 3 Min.); Making of (ca. 10 Min.); Deleted Scenes (ca. 2 Min.); Facebook Clips (ca. 4 Min.); Outtakes (ca. 5 Min.); Teaser und Trailer (ca. 4 Min.); Darstellerinformationen

REGIE:

Bora Dagtekin ("F*** you Göthe")

CAST: 

Elyas M'Barek ("What a Man"), Josefine Preuß ("Rubbeldiekatz"), Anna Stieblich ("Der ganz große Traum"), Adnan Maral ("Unknown Identity"), Pegah Ferydoni ("Zweiohrküken"), Arnel Taci ("Zivilcourage")

INHALT:

Lena (Josefine Preuß) schiebt ziemlich großen Frust. Nicht nur, dass sie von ihrer Mutter (Anna Stieblich) ständig mit deren Jugendwahn, Psychogequatsche und ihrer allzu antiautoritären Erziehung genervt wird. Nun will diese auch noch mit ihrer Tochter gemeinsam in Ostasien Urlaub machen! Aufgrund fehlender Alternativen, willigt Lena notgedrungen ein.

Als die 19-Jährige ins Flugzeug steigt, dass sie zu ihrem Urlaubsdomizil bringt, wird ihre schlechte Laune immer schlimmer, da sie neben einem Türken (Elyas M'Barek) Platz nehmen soll. Für 99,99% der Menschheit mag so etwas kein Problem sein, für Lena aber schon, da sie Personen aus diesem Land durchweg als Kriminelle oder Sozialschmarotzer vorverurteilt.

Als Lenas Flugzeug schließlich gar in der Südsee notwassern muss, ist für sie der persönliche Supergau perfekt: Gemeinsam mit zwei Türken und einem Griechen strandet sie auf einer einsamen Insel. Keine Frage, dass nur wenige Minuten vergehen, bis zwischen der eingebildeten sowie sich selbst für emanzipiert haltenden 19-Jährigen und den drei anderen der erste große Streit losbricht ...


KRITIK:

Zwischen 2005 und 2008 gab es eine kleine Vorabendserie in der ARD, die auf ebenso charmante wie humorvolle Weise mit Vorurteilen zwischen Türken und Deutschen aufräumte. Ihr Name: TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER: Knapp vier Jahr nach Serienende, erscheint nun der gleichnamige Kinoableger, in dem die Vorgeschichte zur ersten Folge erzählt wird und sämtliche Schauspieler der Serie erneut mitwirken, darunter Elyas M'Barek und Josefine Preuß. Leider kann die Kinoversion von TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER qualitativ mit der Vorlage jedoch nicht im geringsten mithalten. 

Während die Serie durch Charme, Humor und Natürlichkeit zu überzeugen wusste, wirkt dessen Ableger ausschließlich künstlich und aufdringlich. Vor allem bei den Charakteren sind eklatante Qualitätsunterschiede zwischen Fernseh- und Kinoprodukt festzustellen. So versucht Regisseur Bora Dagekin sämtliche interessanten Aspekte der Vorlage in die Leinwandversion zu pressen. Dies führt allerdings zu völlig überspitzten, unglaubwürdigen und daher unsympatischen Figuren, mit denen sich der Zuschauer kaum identifizieren kann. 

Speziell Lena, die von der aufstrebenden Darstellerin Josefine Preuß verkörpert wird, gibt Anlass zum wütend werden. Im Film ist die 19-Jährige lediglich als pöbelnde, rassistische und besserwisserische Göre wahrnehmbar, während ihre sensiblen Seiten kaum zu erkennen sind. Diese machen die Figur jedoch aus und die Serie TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER zu etwas Besonderem. Insofern wäre es vermutlich besser gewesen, nur die wichtigsten Elemente der Vorlage aufzugreifen und den Rest für mögliche Fortsetzungen aufzusparen, um so die Charaktere behutsamer und vielschichtiger aufbauen zu können. 

Unter der Überfrachtung leiden auch die Dialoge. So wird Witz nach Witz herausgehauen, ohne das sich auch nur ein einziger sinnvoll in die Handlung integrieren würde. Die eh nur mäßigen Gags, haben so gar nicht erst die Chance ihre Wirkung  zu entfalten.

Dass es einen zweiten Teil von TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER geben wird, daran besteht meines Erachtens jedenfalls keinerlei Zweifel. Zwar wurde noch nichts offiziell verkündet. Aber mit bis dato über 2,3 Millionen Zuschauern, ist die Komödie der mit Abstand besucherstärkste deutsche Film des Jahres, so dass ein erneutes Wiedersehen mit Lena unausweichlich scheint.

  

WERTUNG:

2/10

TRAILER:

Türkisch für Anfänger

Freitag, 10. August 2012

Kritik zu: "Offroad"

Hi! Ich war die letzten zwei Wochen im Urlaub, so dass ich leider nicht zum Schreiben gekommen bin. Nun geht es aber wie gewohnt weiter, angefangen mit einem DVD-Nachzügler der letzten Woche! :) 

 

 

DVD-Start:

Verleih: 02.08.2012
Verkauf: 02.08.2012

EXTRAS:

Culcha Candela Musikvideo "Hungry Eyes"; Making Of; Deleted Scenes

REGIE:

Elmar Fischer ("Post Mortem")

CAST: 

Nora Tschirner ("Keinohrhasen"), Elyas M'Barek ("Türkisch für Anfänger"), Maximilian von Pufendorf ("Buddenbrooks"), Tonio Arango ("Pink"), Thomas Fränzel ("Vielleicht in einem anderen Leben"), Stefan Rudolf ("Laconia")

INHALT:

Meike (Nora Tschirner) hat keinen Bock in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und bald Chefin seines Rasenmäher-Grasfangbeutel-Betriebes zu werden. Denn was kann schon langweiliger sein, als den ganzen Tag lang Müllbeutel zu verkaufen? Ein Sache beziehungsweise jemanden gibt es da tatsächlich: Meikes Ehemann (Max von Pufendorf), der sich zwar edel kleidet, ansonsten aber von guten Manieren keine Ahnung hat.

Um ihrem Leben neuen Schwung zu verleihen, entschließt sie sich kurzerhand bei einer Auktion mitzumachen. Meike ersteigert sogar etwas, einen alten Jeep für mehrere Tausend Euro - auf den ersten Blick ein glasklarer Fehlkauf. Doch als zwei merkwürdige Gestalten versuchen ihr die alte Kiste für 20.000 Euro abzkaufen, merkt die junge Frau, dass sie mit dem Wagen offenbar doch einen guten Fang gemacht hat. Zur Überraschung der beiden Männer, lehnt Meike ihr Angebot jedoch dankend ab.

Als sie den Wagen zuhause abstellt und den Kofferaum öffnet, stellt sie fest, weshalb die Fremden so interessiert an dem Auto waren: Unter einer Metallplatte sind dort nämich 50 Kilo Kokain versteckt! Doch anstatt zur Polizei zu gehen und den Fund anzuzeigen, entschließt sich Meike zu etwas ganz anderem: Anstatt den väterlichen Betrieb zu übernehmen, will sie ihr Geld ab sofort mit dem dealen von Drogen verdienen. Doch so einfach wie sie es sich vorstellt, funktioniert das leider nicht.

KRITIK:

Mit über 400.000 Zuschauern war OFFROAD zu Beginn des Jahres 2012 ein kleiner Überraschungserfolg. Mit dafür verantwortlich ist zweifelsohne Nora Tschirner, die sich durch ihre Hauptrollen in den Til Schweiger-Filmen KEINOHRHASEN und ZWEIOHRKÜKEN einen Namen als talentierte Komödiantin gemacht hat und ihre Fähigkeiten in Elmar Fischers Inszenierung erneut unter Beweis stellt. Die Berlinerin überzeugt durch ihre natürliche und einnehmende Art. Der Zuschauer kann stets das Leiden ihrer Figur nachvollziehen, wenn diese mal wieder einen seelischen Tiefschlag verpasst bekommt und fiebert mit, wenn Meike ihre Ängste überwindet.

Tschirners Talent täuscht jedoch nicht über die zahlreichen Schwachstellen des Drehbuchs hinweg. So wird unter anderem bereits nach wenigen Minuten deutlich, wie das Road Movie enden wird. Überraschende Wendungen wären für die Dynamik der Geschichte jedoch notwendig gewesen, insbesondere, weil es sich bei OFFROAD ja um ein Road Movie handelt. So aber bleibt die Komödie ein Selbstfindungstrip ohne erkennbares Ziel, der bereits nach kurzer Zeit wieder in Vergessenheit gerät.

WERTUNG:

4/10

TRAILER:

Offroad

Montag, 23. Juli 2012

Kritik zu: "Wer weiß, wohin?"


DVD-Start:

Verleih: 26.07.2012
Verkauf: 26.07.2012

EXTRAS:

Making-of / B-Roll (in Französisch und zum Teil in Arabisch - ohne deutsche Untertitel); Die Musik (in Französisch und zum Teil in Arabisch - ohne deutsche Untertitel); Originaltrailer (in Französisch und zum Teil in Arabisch - ohne deutsche Untertitel); Deutscher Trailer

REGIE:

Nadine Labaki ("Caramel")

CAST: 

Claude Baz Moussawbaa, Leyla Hakim ("A Man of Honor"), Nadine Labaki ("Stray Bullet"), Yvonne Maalouf, Antoinette Noufaily, Julian Farhat

INHALT:

Der Libanon wird immer wieder von kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Moslems und Christen erschüttert. Nur ein Dorf im Hinterland, gehört zu den wenigen Ausnahmen. Mitglieder beider Glaubensrichtungen leben hier trotz großer Differenzen friedlich zusammen. Dies freut insbesondere die Frauen des Dorfes. Denn sie haben keine Lust mehr, ihre Männer und Söhne in sinnlosen Auseinandersetzungen verlieren  zu müssen.

Doch dann erfahren die Damen, dass die Gewalt im Norden ihres Landes zunimmt. Schnell steht für die Frauen fest, dass sie alles tun wollen, um ein Übergreifen auf ihr Dorf zu verhindern. Deshalb beschließen sie unter anderem ukrainische Stripperinnen anzulocken, um die Männer von Gewaltaten abzulenken. Aber hilft das wirklich?


KRITIK:

Wie schon in CARAMEL, beschäftigt sich Nadine Labaki auch in WER WEIß WOHIN? mit dem problematischen Zusammenleben von Christen und Moslems im Libanon. In ihrem Regiedebüt werden der politische Aspekt sowie explizite Gewaltdarstellungen weitgehend ausgespart. In WER WEIß WOHIN? spielen diese Aspekte hingegen eine zentrale Rolle. Labaki macht deutlich, wie sehr Politik und Vorurteile das Leben der Menschen prägen. Komplexe Zusammenhänge bricht sie gelungen herunter. So ist das Drama auch für diejenigen nachvollziehbar, die sich nicht mit den gesellschaftlichen und historischen Verhältnissen des Libanon auskennen.

Zudem lassen sich die Konflikte von WER WEIß WOHIN? auf andere Orte in der Welt übertragen. Diesbezüglich sagt Labaki im Presseheft: "Ich habe bewusst darauf verzichtet, den Namen Libanons zu nennen, obwohl klar erkennbar ist, dass die Geschichte dort spielt. Denn der von mir dargestellte Konflikt, kann überall anders auf der Welt Realität werden." Labaki wollte mit ihrem Drama allerdings keinen primär politischen Film machen. Deshalb integrierte sie zahlreiche Tänze und Gesangseinlagen in die Geschichte. Diese Elemente wirken zuweilen etwas deplatziert. Dies ändert jedoch nichts daran, dass Labakis zweite Regiearbeit gelungen Gesellschaftskritik übt.

 

WERTUNG:

6/10


TRAILER:

Wer weiß, wohin?

Donnerstag, 19. Juli 2012

Kritik zu: "Young Adult"


DVD-Start:

Verleih: 26.07.2012
Verkauf: 26.07.2012

EXTRAS:

Audiokommentar der Produzenten; Die schreckliche Wahrheit: Aufschlüsselung einer Szene; Entfernte Szenen

REGIE:

Jason Reitman ("Juno")

CAST: 

Charlize Theron ("Snow White & the Huntsman", "Hancock", "Monster"), Patton Oswalt ("Der Informant!"), Patrick Wilson ("Insidious"), Elizabeth Reaser ("Twilight - Biss zum Morgengrauen"), Jill Eikenberry ("Fremd Fischen")

INHALT:

Früher war alles besser. So sieht es zumindest Mavis Gray (Charlize Theron). Die Mittdreißigerin war vor vielen Jahren ein heißer Feger, jeder lag ihr zu Schulzeiten zu Füßen. Auch die berufliche Zukunft sah damals rosig aus. Aufgrund eines hervorragenden Abschlusses, wollte Mavis eine gut verdienende Anwältin werden. Doch daraus ist nichts geworden.

Statt reiche Klienten vor dem Knast zu retten, ist sie als Ghostwriterin einer Jugendbuchreihe tätig, die bald eingestellt werden soll. Doch das ist nicht Mavis' einziges Problem: Sie ist frisch geschieden und versucht ihren Kummer in Alkohol zu ertränken. Zu allem Übel erfährt sie dann auch noch, dass ihre Jugendliebe Buddy Slade (Patrick Wilson) kürzlich erstmals Vater geworden ist. Schnell ist Mavis klar, dass sie ihren ehemaligen Freund aus seinem Leben retten muss. Doch der Tripp in die Vergangenheit, wird für die 37-Jährige unangenehmer als erhofft.


KRITIK:

Es ist nicht das erste Mal, dass Jason Reitman eine Geschichte über eine Person erzählt, deren Leben anders als erhofft verläuft. Bereits in JUNO spielte dieses Thema eine zentrale Rolle, nur dass es in YOUNG ADULT nicht um eine junges Mädchen geht, die sich erwachsener verhält als sie ist, sondern genau umgekehrt. Beide Werke zeichnen feingeschliffene und lebensnahe Dialoge aus, in denen sich Fragen wiederfinden, die sich auch der Zuschauer in seinem Leben stellt, bzw. bereits gestellt hat: Habe ich in der Vergangenheit alles richtig gemacht? Was soll aus mir werden? Soll ich loslassen und etwas Neues wagen, oder mich doch noch um Vergangenes bemühen? 

YOUNG ADULT gibt im Gegensatz zu JUNO auf diese Fragen keine konkreten Antworten, sondern lediglich Anregungen. Dies ist insofern lobenswert, als dass sich der Zuschauer dadurch nicht bevormundet fühlt. Allerdings führt dies dazu, dass YOUNG ADULT keine inhaltliche Linie hat, einige Lebensweisheiten wie aneinandergereiht wirken und deshalb zuweilen weniger einprägsam sind. 

Auch in der Figurenkonzeption ist YOUNG ADULT der Komödie JUNO klar unterlegen. In ersterem konzentriert sich alles so sehr auf die Hauptfigur, dass die weiteren Charaktere kaum zum Zug kommen und deshalb blass bleiben. In JUNO steht zwar die von Ellen Page verkörperte Protagonistin klar im Vordergrund. Sie stiehlt jedoch den anderen Charakteren nicht die Show, sondern bietet ihnen genügend Raum zur Entfaltung.

Da sich in YOUNG ADULT alles so sehr auf die Hauptfigur konzentriert, ist deren Besetzung natürlich besonders wichtig. Allerdings stellt sich die Frage, ob mit Charlize Theron wirklich die richtige Wahl getroffen wurde. Keine Frage, sie macht ihre Sache super, ihre schauspielerischen Fähigkeiten sind deutlich erkennbar. Dennoch ist ihre Figur nicht zu jeder Zeit glaubwürdig, was daran liegt, dass die Südafrikanerin schlicht zu gut aussieht. Das mag zwar komisch klingen, aber de facto untergräbt die Schönheit Therons und ihr meist perfekt geschminktes Gesicht, das Bild einer heruntergekommenen Mittdreißigerin mit Lebensproblemen.

YOUNG ADULT - ein lebensnaher Film über die Frage, was man mit seinem Leben anstellen soll, der sich jedoch immer wieder in seiner Unkonkretheit verliert.

 

WERTUNG:

5/10


TRAILER:

Young Adult

Mittwoch, 18. Juli 2012

Kritik zu: "Casino Jack"


DVD-Start:

Verleih: 17.07.2012
Verkauf: 06.09.2012

EXTRAS:

Outtakes, Deleted Scences, Trailer, Wendecover

REGIE:

George Hickenlooper ("Factory Girl")

CAST: 

Kevin Spacey ("Kill the Boss", "American Beauty"), Graham Greene ("The Green Mile"), Ruth Marshall ("Dolores"), Barry Pepper ("True Grit - Vergeltung"), Brent Mendenhall ("Postal"), John Robinson ("Transformers"), Jason Weinberg ("R.E.D.")

INHALT:

Jack Abramoff (Kevin Spacey) gehört zu den gewieftesten und erfolgreichsten Lobbyisten der USA. Spezialisiert hat er sich auf den Bereich Glücksspiel. Abramoffs Hauptkunden sind Indianerstämme, die in ihren Reservaten Casinos errichten wollen. Mit seinen hunderten von Kontakten, nimmt der Lobbyist Einfluss auf politische Vorgänge, bringt die richtigen Leute an einen Tisch und wahrt so perfekt die Interessen seiner Klienten.

Logisch, dass dabei auch eine Menge Geld für Abramoff selbst herausspringt. Den größten Teil seiner Millionenhonorare, reinvestiert er in Casinoschiffe, da er von dem Thema etwas versteht und so an noch mehr Geld kommen kann. Doch eines Tages macht Abramoff einen großen Fehler, woraufhin sich Ermittler an seine Fersen heften und ein Indianerhäuptling anfängt zu glauben, dass der Lobbyist seine Gelder veruntreut.


KRITIK:

CASINO JACK ist die Verfilmung von Jack Abramoffs Karriere als politischer Lobbyist in den USA. Der orthodoxe Jude vertrat vor allem Indianerstämme, die in ihren Reservaten Casinos bauen wollten. Abramoff war äußerst erfolgreich, politisch gefürchtet und galt als 'Pate' der Republikaner, bis im Jahr 2006 alles mit einem lauten Knall endete und sein Sturz einen großen innenpolitischen Skandal auslöste. 

In einem ersten Gerichtsverfahren im Januar 2006, bekennt sich der Amerikaner des Betrugs und der Steuerhinterziehung in Millionenhöhe schuldig. Abramoff gesteht amerikanische Abgeordnete mit unerlaubten Zuwendungen wie Geld, Urlaubsreisen und Einladungen zu großen Sportereignissen bestochen zu haben. In einem weiteren Verfahren gibt er zu Dokumente gefälscht zu haben, um seine Casinoschiffe finanzieren zu können. Verurteilt wird Abramoff schließlich zu fünf Jahren und zehn Monaten Gefängnis, allerdings kommt er schon 2010, nach knapp vier Jahren, wegen guter Führung wieder frei. 

Der eindrucksvollen Lobbyisten-Karriere hat George Hickenlooper mit CASINO JACK ein würdiges Denkmal gesetzt. Der Regisseur reißt viele Themen nur an und konzentriert sich auf die Auswirkungen von Abramoffs Handeln, statt auf deren Ursachen und vermeidet so komplizierte Sachverhalte detailliert erklären zu müssen. Außerdem überträgt sich dadurch Abramoffs schnelles Denken auf das Tempo des Films. Der Zuschauer bekommt ein gutes Gefühl dafür, in was für einer Welt der Lobbyist gelebt hat. 

Anders als manche Zuschauer eventuell erwarten, schildert CASINO JACK Abramoff nicht als skrupellosen und geldgeilen Lobbyisten. Viel mehr zeichnet Hickenlooper das Bild eines intelligenten Mannes, der im Herzen gut ist und lediglich Opfer seines Größenwahns und politischer Machtspiele in den USA wurde.

Dazu passt auch das Spiel von Kevin Spacey, der für seine Darbietung mit einer Golden Globe-Nominierung als bester Hauptdarsteller belohnt wurde. Er verleiht Abramoff eine ungaubliche körperliche Präsenz, hält sich jedoch genug in Gestik und Mimik zurück, um seine Figur nicht wie einen Verrückten aussehen zu lassen. Stattdessen konzentriert sich Spacey darauf, mittels seiner Stimme Abramoffs Vielseitigkeit und dessen Einfluss auf andere deutlich zu machen. 

CASINO JACK ist ein dramaturgisch und schauspielerisch eindrucksvolles Portrait des Amerikaners Jack Abramoff, dass darüber hinaus noch einen gelungenen Einblick in die Welt des Lobbyismus gewährt.


WERTUNG:

8/10


TRAILER:

Casino Jack