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Dienstag, 4. September 2012

Kritik zu: "Project X"


DVD-Start:

Verleih: 07.09.2012
Verkauf: 07.09.2012

EXTRAS:

Das Pasadena-Trio

REGIE:

Nima Nourizadeh

CAST: 

Thomas Mann ("Beautiful Creatures"), Oliver Cooper, Jonathan Daniel Brown, Dax Flame ("21 Jump Street"), Kirby Bliss Blanton ("Ball Don't Lie"), Brady Hender ("Infamous")

INHALT:

Thomas (Thomas Mann) ist ne armseliger Lusche, ein totaler Langweiler und absoluter Looser. Das soll sich jedoch an seinem 17. Geburtstag ändern. Dies meinen zumindest seine beiden Freunde Costa (Oliver Cooper) und JB (Jonathan Daniel Brown) und kündigen deshalb dessen Geburtstagsfete samt Adresse groß im Internet an und bitten den Filmstudenten Dax (Dax Flame) alles auf Video zu dokumentieren. Die beiden haben dabei jedoch nicht nur Thomas' Wohlergehen im Sinn, sondern hoffen selbst endlich von ihren Mitschülern als cool wahrgenommen zu werden.

Die Nachricht von der Party verbreitet sich in Windeseile und nachdem Alkohol sowie Drogen besorgt sind, kann es auch schon losgehen. Schnell finden sich über 1000 Leute in Feierlaune ein und machen das Grundstück von Thomas' Eltern zu einer einzigen Partyzone. Alles scheint trotz der riesigen Menschenmassen gut zu gehen, bis ein verärgerter Drogendealer auftaucht und infolgedessen die Feier eskaliert.

KRITIK:

Wer wissen will was passieren kann, wenn man seine Geburtstagsparty samt Adresse im Internet auf sozialen Netzwerken wie Facebook einer besonders breiten Öffentlichkeit ankündigt, der sollte sich PROJECT X ansehen. Denn der von Nima Nourizadeh inszenierte Partyfilm ist im Grunde nichts anderes, als eine fiktive Pseudo-Dokumentation über ein solches Ereignis.

Der Geschichte lässt sich dementsprechend in wenigen Worten zusammenfassen: Junge schmeißt Geburtstagsparty, Feier eskaliert. Dramaturgische Finessen dürfen nicht erwartet werden. Stattdessen heißt es nach den ersten Minuten, in denen die wichtigsten Charaktere eingeführt werden, nur noch: Party, Party, Party! Und das solange, bis die Polizei die Sause beendet.

Eine Weile ist es durchaus unterhaltsam sich die Mischung aus nackten jungen Frauen, wildem Gesaufe und Gekotze, Grölerei und lauter Musik in wahllos aneinandergereihten Sequenzen in Wackelkamera-Optik anzuschauen. Doch nach spätestens 20 Minuten ist Schluss, da einem das Gezeigte aufgrund seiner ständigen Wiederholung nur noch auf die Nerven geht.

Statt ununterbrochen gröhlende Teenies beim Ficken, Saufen, Drogen konsumieren und Feiern zu zeigen, wäre es besser gewesen die Partyszenerie kritischer zu beleuchten. Ist es es wirklich sinnvoll seine Partys auf Facebook zu posten? Was muss man tun, um cool zu sein? Denken alle jungen Menschen ausschließlich an Alkohol und Sex? Durch das Bearbeiten dieser Fragestellungen hätte PROJECT X wesentlich mehr Substanz haben können, ohne autmatisch an Partyfaktor einbüßen zu müssen. Da Nourizadeh das jedoch kein Stück zu interessieren scheint, ist der Partyfilm nichts anderes als eine nervige Komödie, bei der der Zuschauer schon nach kurzer Zeit einen Kater zu haben glaubt.

WERTUNG:

2/10

TRAILER:

Project X

Donnerstag, 23. August 2012

Kritik zu: "Einmal ist keinmal"


DVD-Start:

Verleih: 23.08.2012
Verkauf: 23.08.2012

EXTRAS:

Trailer

REGIE:

Julie Anne Robinson ("Mit dir an meiner Seite")

CAST: 

Katherine Heigl ("So spielt das Leben"), John Leguizamo ("Der Mandant"), Daniel Sunjata ("The Dark Knight Rises"), Jason O'Mara ("Life on Mars"), Debbie Reynolds ("Die Pinguine aus Madagascar"), Sherri Shepherd ("30 Rock")

INHALT:

Eigentlich ist Stephanie Plum (Katherine Heigl) selber Schuld. Obwohl sie bereits vor über sechs Monaten ihren Job verloren hat, führt sie ihr Leben noch immer so, als würde sie weiterhin 3.000 Dollar pro Monat verdienen. Deshalb ist Stephanie jetzt hochverschuldet und muss in ihrer Verwandtschaft nach einem Job herumfragen. Schließlich bekommt sie von Cousin Vinnie (Patrick Fischler) das Angebot für ihn als Kautionsjägerin zu arbeiten, da einer seiner Kollegen krankheitsbedingt ausfällt.

Gleich ihr erster Fall verspricht einen Verdienst von 50.000 US-Dollar, denn ein des Mordes Verdächtiger Polizist (Jason O'Mara) hat seine Kautionsvereinbarung nicht eingehalten. Allerdings bereitet der Auftrag Stephanie so manche Probleme. Nicht nur, dass sie noch nie jemanden festgenommen hat, geschweige denn eine Waffe benutzt hat. Hinzu kommt nämlich noch, dass der Angeklagte ihr Ex-Freund Joe Morelli ist.

 

KRITIK:

Julie Anne Robinson wagt sich nach MIT DIR AN MEINER SEITE auch mit ihrer zweiten Kino-Regie EINMAL IST KEINMAL an eine Romanverfilmung. Dieses Mal ist der gleichnamige Bestseller von Janet Evanovich dran. Doch wie bereits die erste Adaption, ist auch Robinsons zweiter Versuch eine herbe Enttäuschung. Der Mix aus Komödie und Krimi wirkt unentschlossen und kann nur in wenigen Momenten überzeugen. Vor allem der Krimiplot ist arg simpel gestrickt, vorhersehbar und vor allem eines: nicht spannend. Etwas zu lachen gibt es zwar immer wieder, doch das geschieht oft unfreiwilliger Natur, beispielsweise wenn Heigl versucht eine seriöse Polizistin zu sein.

Viele Szenen scheinen lediglich dafür hergestellt worden zu sein, um die Filmlänge auf über 90 Minuten zu treiben. Denn inhaltlich Sinn machen sie oft nicht, so auch, als der Verdächtige seiner Verfolgerin Omlette bratet, ohne dass es dabei zu inhaltlich wichtigen Gesprächen kommen würde. Abgesehen davon, gibt es ordentlich inszenierte Action-Szenen und ab und zu eine nackige Katherine Heigl. Doch obwohl sie hübsch anzusehen ist, können sowohl die Hauptdarstellerin, als auch die Gewalt den ansonsten äußerst mäßigen Film nicht aufwerten.

Bleibt zu hoffen, dass sich Julie Anne Robinson bei einem möglichen dritten Kinoausflug nicht erneut an einer Romanadaption versucht. Denn wie sich gezeigt hat, wäre in diesem Fall keinmal besser als zweimal gewesen.

WERTUNG:

2/10

TRAILER:

Einmal ist keinmal

Mittwoch, 22. August 2012

Kritik zu: "Zettl"


DVD-Start:

Verleih: 24.08.2012
Verkauf: 24.08.2012

EXTRAS:

Making-Of-Zettl; nicht verwendete Szenen; Kinotrailer, verpatzte Szenen

REGIE:

Helmut Dietl ("Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief")

CAST: 

Michael Herbig ("Wickie und die starken Männer"), Karoline Herfurth ("Das Parfüm"), Senta Berger ("Unter Verdacht"), Dieter Hildebrandt ("Kabarett, Kabarett"), Götz George ("Nacht ohne Morgen"), Dagmar Manzel ("Die verlorene Zeit"), Ulrich Tukur ("Tatort"), Harald Schmidt ("Late Show"), Sunnyi Melles ("Rubbeldiekatz"), Gert Voss ("Mitte Ende August")

INHALT:

Zettl (Michael 'Bully' Herbig) ist ein bayrischer Chauffeur, doch in Wirklichkeit träumt er von etwas ganz anderem, als irgendwelche reichen Leute umher zu kutschieren. Eines Tages ist es so weit und der Bayer wagt den Sprung in die deutsche Hauptstadt Berlin, um sich dort für die Stelle bei einem Online-Boulevard-Blatt zu bewerben. Beim Vorstellungsgespräch verhält sich Zettl selbstbewusst und rücksichtslos, denn nur so glaubt er, könne er auch Erfolg haben.
 
Der ehemalige Chauffeur soll Recht behalten, denn prompt bekommt er die Position des Chefredakteurs angeboten - klar, dass Zettl die Stelle annimmt. Fortan begibt er sich mit Kameramann Herbie (Dieter Hildebrandt) in Berlin auf die Jagd nach interessanten Geschichten.

 

KRITIK:

Helmut Dietls ZETTL ist die inoffizielle Fortsetzung seiner von der Kritik gefeierten sechsteiligen Fernsehserie KIR ROYAL aus dem Jahr 1986. Auch die Kinoepisode wirft einen satirischen Blick auf die deutsche Medienlandschaft, konzentriert sich dieses Mal jedoch auf Berlin statt München. Vom alten Cast erhalten blieb unter anderem Dieter Hildebrandt, der erneut in die Rolle eines Paparazzo schlüpft, der für Klatschreporter Fotos von Prominenten macht.

Während Dietl bei KIR ROYAL so ziemlich alles richtig machte, was richtig zu machen war, ist ZETTL eine Anhäufung von Pleiten, Pech und Pannen. Dies fängt bereits beim misslungenen Drehbuch an, für das der Regisseur in Zusammenarbeit mit Benjamin von Stuckrad-Barre über sieben Jahre benötigte. Da wo detaillierte Ausführungen Sinn gemacht hätten, treiben die beiden das Geschehen unnötig schnell voran und umgekehrt. Dadurch ist der Film viel zu stacksig, die Geschichte holpert nur so vor sich hin und wirkt wie eine Aneinanderreihung prominenter Gastauftritte. Neben Ulrich Tukur, sind beispielsweise Harald Schmidt und Götz George neu mit dabei.

Von den Charakteren kann einzig Karoline Herfurths Figur überzeugen. Alle anderen sind over the Top und völlig unglaubwürdig. Zwar ist es normal in einer Satire Charaktere zu überzeichnen, ZETTL übertreibt das Maß des zumutbaren jedoch deutlich. Beispielsweise gibt es einen Sabine Christiansen-Verschnitt, der ununterbrochen über die Stränge schlägt, Drogen konsumiert, Alkohol trinkt und Mitmenschen beleidigt, ohne das es dabei unterschiedliche Facetten geben würde, die diese Figur als durchdacht erscheinen ließen.

Zu der mangelhaften Qualität der Charaktere, gesellen sich zu allem Übel auch noch mäßige Schauspielleistungen. Hildebrandt kommt als Enthüllungsjournalist noch am besten weg. Michael 'Bully' Herbig gibt zwar sein Bestes, kann jedoch Null überzeugen. Götz George, Ulrich Tukur, Senta Berger und weitere sogenannte A-Prominenz scheint am Set wohl durchweg einen "schlechten Tag" erwischt zu haben.

So ist die satirische Grundidee von ZETTL zwar durchaus interessant, diese kann jedoch aufgrund der mangelhaften Figurenzeichnung und des holprigen Drehbuchs nicht überzeugen. Offenbar sprach sich die mäßige Qualität der Satire äußerst schnell beim Publikum herum. Denn währen Dietl mit Filmen wie ROSSINI - ODER DIE FRAGE WER MIT WEM SCHLIEF um die drei Millionen Zuschauer begeistern konnte, hatte ZETTL bislang gerade Mal knapp 160.000 Besucher.


WERTUNG:

1/10

TRAILER:

Zettl

Sonntag, 19. August 2012

Kritik zu: "Bad Ass"


DVD-Start:

Verleih: 16.08.2012
Verkauf: 16.08.2012

EXTRAS:

Audiokommentar mit Craig Moss

REGIE:

Craig Moss ("Breaking Wind")

CAST: 

Danny Trejo ("Machete"), Charles S. Dutton ("Gothika"), Ron Perlman ("Hellboy"), Joyful Drake ("Männertrip"), John Duffy ("Workaholics"), Danny Woodburn ("Watchmen - Die Wächter")

INHALT:

Als junger Mann kämpfte Frank Vega (Danny Trejo) für die USA in Vietnam. Wie bedankte man sich damals für seinen patriotischen Einsatz? Nicht etwa mit einer Ehrenmedaille, sondern mit einer Ablehnung seiner Bewerbung als Polizist! Auch privat lief es für Frank nach seiner Heimkehr schlecht: Es stellte sich heraus, dass seine Frau ihn verlassen hat und mit einem anderen Mann Kinder zeugte.

Beides sind Faktoren, die mit dazu beigetragen haben, dass sich der Kriegsveteran kurz vor Renteneintritt seinen Lebensunterhalt als Hot Dog-Verkäufer verdienen muss. Erst als Frank während einer Busfahrt zwei Skinheads vermöbelt, die einen Schwarzen bedrohen, ändert sich sein Leben zum Positiven. Durch ein während des Kampfes aufgenommenes und anschließend bei YouTube hochgeladenes Video, wird er zum nationalen Star und Retter der Hilflosen. Frank freut sich über seine neue Rolle, allerdings nur bis sein bester Freund ermordet wird und er somit einen weiteren seelischen Tiefschlag verpasst bekommt.

Da die Polizei kaum Interesse daran zeigt, den Mord an dem Schwarzen aufzuklären, entschließt sich Frank die Täter auf eigene Faust zu ermitteln und an ihnen brutal Rache zu üben.


KRITIK:

Irgendwie stellt man sich einen Film der BAD ASS heißt und in dem Danny Trejo einen Typen auf brutaler Rachemission verkörpert anders vor, als das was einem letztlich geboten wird. Statt einen spannenden und durchgehend knallharten Action-Film, hat Regisseur Craig Moss eine Art Detektivfilm geschaffen, der sich als detaillierte Charakterstudie versteht und zudem etwas Romantik, Slapstick und nur wenig Klopperei bietet.

Das etwas anderes geboten wird als erwartet wäre vollkommen in Ordnung, wenn das Produkt dennoch überzeugen würde. Doch das tut BAD ASS ganz und gar nicht. Moss' Werk enttäuscht auf ganzer Linie. Die sowieso schon uninteressante Geschichte wird unglaublich langatmig erzählt - Tempo oder Spannung existieren nicht. Zudem kann Danny Trejo im Fidel Castro-Look nicht überzeugen. Zwar haut er ab und an einen coolen Spruch heraus, aber das war es dann schon. Trejos schauspielerischen Fähigkeiten sind arg begrenzt, was sich insbesondere in den emotionalen Szenen zeigt, in denen er Tränen vergießt. Des Weiteren wirkt er als rauschebarttragender älterer Familienvater, an der Seite einer jungen attraktiven schwarzen Frau, völlig unglaubwürdig.

Die wenigen Action-Szenen in denen Trejo sein Können unter Beweis stellen darf, sind solide inszeniert. Hip Hop-Beats sollen die Coolness der Kämpfe unterstreichen, doch letztlich geschieht das Gegenteil. Die Kombi aus Hip Hop und Rauschebart-Trejo gibt eigentlich gelungene Momente der Lächerlichkeit preis.

BAD ASS ist schlichtweg ein phänomenal schlechter Film, der nicht im geringsten hält, was er mittels Poster, Plot und Trailer verspricht. Deswegen Finger weg von diesem Scheiß und lieber nochmal MACHETE gucken! Der ist wenigstens wirklich cool und bietet einen Trejo in Höchstform.


WERTUNG:

1/10

TRAILER:

Bad Ass

Montag, 13. August 2012

Kritik zu: "Türkisch für Anfänger"


DVD-Start:

Verleih: 16.08.2012
Verkauf: 16.08.2012

EXTRAS:

Audiokommentar mit Josefine Preuß, Elyas M'Barek, Bora Dagtekin und Lena Schönmann; Interviews (ca. 15 Min.); Musikvideo Cem Öztürk "Nutten am Pool" (ca. 2 Min.); Musikvideo Adam Lambert "Better than I know myself" (ca. 3 Min.); Making of (ca. 10 Min.); Deleted Scenes (ca. 2 Min.); Facebook Clips (ca. 4 Min.); Outtakes (ca. 5 Min.); Teaser und Trailer (ca. 4 Min.); Darstellerinformationen

REGIE:

Bora Dagtekin ("F*** you Göthe")

CAST: 

Elyas M'Barek ("What a Man"), Josefine Preuß ("Rubbeldiekatz"), Anna Stieblich ("Der ganz große Traum"), Adnan Maral ("Unknown Identity"), Pegah Ferydoni ("Zweiohrküken"), Arnel Taci ("Zivilcourage")

INHALT:

Lena (Josefine Preuß) schiebt ziemlich großen Frust. Nicht nur, dass sie von ihrer Mutter (Anna Stieblich) ständig mit deren Jugendwahn, Psychogequatsche und ihrer allzu antiautoritären Erziehung genervt wird. Nun will diese auch noch mit ihrer Tochter gemeinsam in Ostasien Urlaub machen! Aufgrund fehlender Alternativen, willigt Lena notgedrungen ein.

Als die 19-Jährige ins Flugzeug steigt, dass sie zu ihrem Urlaubsdomizil bringt, wird ihre schlechte Laune immer schlimmer, da sie neben einem Türken (Elyas M'Barek) Platz nehmen soll. Für 99,99% der Menschheit mag so etwas kein Problem sein, für Lena aber schon, da sie Personen aus diesem Land durchweg als Kriminelle oder Sozialschmarotzer vorverurteilt.

Als Lenas Flugzeug schließlich gar in der Südsee notwassern muss, ist für sie der persönliche Supergau perfekt: Gemeinsam mit zwei Türken und einem Griechen strandet sie auf einer einsamen Insel. Keine Frage, dass nur wenige Minuten vergehen, bis zwischen der eingebildeten sowie sich selbst für emanzipiert haltenden 19-Jährigen und den drei anderen der erste große Streit losbricht ...


KRITIK:

Zwischen 2005 und 2008 gab es eine kleine Vorabendserie in der ARD, die auf ebenso charmante wie humorvolle Weise mit Vorurteilen zwischen Türken und Deutschen aufräumte. Ihr Name: TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER: Knapp vier Jahr nach Serienende, erscheint nun der gleichnamige Kinoableger, in dem die Vorgeschichte zur ersten Folge erzählt wird und sämtliche Schauspieler der Serie erneut mitwirken, darunter Elyas M'Barek und Josefine Preuß. Leider kann die Kinoversion von TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER qualitativ mit der Vorlage jedoch nicht im geringsten mithalten. 

Während die Serie durch Charme, Humor und Natürlichkeit zu überzeugen wusste, wirkt dessen Ableger ausschließlich künstlich und aufdringlich. Vor allem bei den Charakteren sind eklatante Qualitätsunterschiede zwischen Fernseh- und Kinoprodukt festzustellen. So versucht Regisseur Bora Dagekin sämtliche interessanten Aspekte der Vorlage in die Leinwandversion zu pressen. Dies führt allerdings zu völlig überspitzten, unglaubwürdigen und daher unsympatischen Figuren, mit denen sich der Zuschauer kaum identifizieren kann. 

Speziell Lena, die von der aufstrebenden Darstellerin Josefine Preuß verkörpert wird, gibt Anlass zum wütend werden. Im Film ist die 19-Jährige lediglich als pöbelnde, rassistische und besserwisserische Göre wahrnehmbar, während ihre sensiblen Seiten kaum zu erkennen sind. Diese machen die Figur jedoch aus und die Serie TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER zu etwas Besonderem. Insofern wäre es vermutlich besser gewesen, nur die wichtigsten Elemente der Vorlage aufzugreifen und den Rest für mögliche Fortsetzungen aufzusparen, um so die Charaktere behutsamer und vielschichtiger aufbauen zu können. 

Unter der Überfrachtung leiden auch die Dialoge. So wird Witz nach Witz herausgehauen, ohne das sich auch nur ein einziger sinnvoll in die Handlung integrieren würde. Die eh nur mäßigen Gags, haben so gar nicht erst die Chance ihre Wirkung  zu entfalten.

Dass es einen zweiten Teil von TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER geben wird, daran besteht meines Erachtens jedenfalls keinerlei Zweifel. Zwar wurde noch nichts offiziell verkündet. Aber mit bis dato über 2,3 Millionen Zuschauern, ist die Komödie der mit Abstand besucherstärkste deutsche Film des Jahres, so dass ein erneutes Wiedersehen mit Lena unausweichlich scheint.

  

WERTUNG:

2/10

TRAILER:

Türkisch für Anfänger

Dienstag, 24. Juli 2012

Kritik zu "Zorn der Titanen"


DVD-Start:

Verleih: 03.08.2012
Verkauf: 30.08.2012

EXTRAS:

Nicht verwendete Szenen

REGIE:

Jonathan Liebesman ("World Invasion: Battle Los Angeles")

CAST: 

Sam Worthington ("Ein riskanter Plan"), Bill Nighy ("Best Exotic Marigold Hotel"), Liam Neeson ("The Dark Knight Rises"), Danny Huston ("Kampf der Titanen"), Rosamund Pike ("Barneys Version"), Ralph Fiennes ("Der Vorleser"), Toby Kebbell, Gemma Arterton ("James Bond 007 - Ein Quantum Trost"),

INHALT:

Nicht immer kommen Kinder so gut mit ihren Eltern zurecht wie Perseus (Sam Worthington) mit seinem Vater Zeus (Liam Neeson). Erst vor kurzem hat er ihn gegen dessen Bruder Hades (Ralph Fiennes) verteidigt und somit die Welt vor ihrem Untergang bewahrt.

Die Feindschaft zwischen den Geschwistern flammt wieder auf, als Zeus plötzlich an Kraft verliert und seine Energie an ihren Göttervater Kronos übergeht. Dadurch wird dieser trotz seinenes Exils immer mächtiger. Hades verbannt deshalb Zeus in die Unterwelt, um seinem Göttervater eine Falle zu stellen und so selbst an Kraft und Einfluss zu gewinnen - die Welt wäre dadurch allerdings erneut dem Untergang geweiht. Damit das nicht geschieht, schwingt sich Perseus abermals in den Kampf. Denn nur er kann gegen seinen Onkel bestehen.


KRITIK:

Ein bekanntes Sprichwort lautet: Viele Köche verderben den Brei. Dies gilt auch für ZORN DER TITANEN. Am Skript zu dem von Jonathan Liebesman inszenierten Action-Kracher, werkelten sage und schreibe sieben Drehbuchautoren, darunter Matt Manfredi und Travis Beachaman. Das von ihnen fabrizierte Resultat, ist eine totale Katastrophe. Unsinnige sowie dämliche Dialoge werden mit einer Handlung verbunden, die merklich an die DER HERR DER RINGE-Trilogie angelehnt ist. Während diese sich die nötige Zeit lässt, um Details zu erläutern und eine einnehmende Atmosphäre zu kreieren, regieren in ZORN DER TITANEN Handlungssprünge, die zu kilometegroßen Logiklöchern führen. 

Das wäre alles halb so wild, wenn wenigstens die Action stimmen würde. Zwar gibt es hier und da gelungene Kampfszenen zu bestaunen, doch im Großen und Ganzen ist auch hier Einfallslosigkeit, gepaart mit gefühlt unendlich vielen CGI-Effekten, Herr im Haus. Insgesamt steht ZORN DER TITANEN seinem Vorgänger KAMPF DER TITANEN in Sachen mieser Qualität also in Nichts nach. 

Nur in einem Punkt ist das Werk von Liebesman dem ersten Teil überlegen und zwar bei den 3D-Effekten. Das war allerdings auch nicht sonderlich schwer, ist doch KAMPF DER TITANEN das Paradebeispiel schlechthin für miese 3D-Qualität.

 

WERTUNG:

1/10


TRAILER:

Zorn der Titanen

Dienstag, 10. Juli 2012

Kritik zu: "Ghost Rider: Spirit of Vengeance 3D"


DVD-Start:

Verleih: 11.07.2012
Verkauf: 10.08.2012

REGIE:

Mark Neveldine; Brian Taylor

CAST: 

Nicolas Cage, Violante Placido, Ciarán Hinds, Idris Elba, Johnny Withworth, Fergus Riordan

INHALT:

Johnny Blaze (Nicolas Cage - "Knowing", "Next", "Der letzte Tempelritter") hat schon lange keine Lust mehr seinen Teil des Pakts mit dem Teufel (Ciarán Hinds - "Die Frau in Schwarz", "Dame, König, As, Spion", "Eine offene Rechnung") zu erfüllen und als brennender Dämon Ghost Rider durch die Nacht zu ziehen. Deswegen lebt er nun zurückgezogen in Ost-Europa und hofft so seine übernatürlichen Fähigkeiten nie mehr nutzen zu müssen. Diese sind für ihn mittlerweile mehr Fluch als Segen. Deswegen reagiert Johnny auch abweisend, als eines Tages ein Kriegsmönch (Idris Elba - "Luther", "Prometheus - Dunkle Zeichen", "Thor") vor seiner Tür steht und von diesem gebeten wird, einen Zehnjährigen (Fergus Riordan) vor der Armee des Teufels zu retten. Doch der dämonische Ghost Rider ist der Einzige, der den Buben vor dem sicheren Tod bewahren kann...

KRITIK:

GHOST RIDER war 2007 zwar finanziell erfolgreich genug, um 2012 eine Fortsetzung zu ermöglichen. Doch qualitativ war die erste Adaption des gleichnamigen Kult-Comics ein absoluter Flop. Deshalb wurden mit Mark Neveldine und Brian Taylor für GHOST RIDER: SPIRIT OF VENGEANCE 3D zwei neue Regisseure gewonnen, die sich mit den CRANK-Filmen als versierte Action-Spezialisten profilieren konnten. Doch von der Coolness, der Spannung und dem Tempo, den die Reihe mit Jason Statham ausmacht, ist in GHOST RIDER: SPIRIT OF VENGEANCE 3D leider kaum etwas zu spüren. Die Fortsetzung ist sogar noch schlechter, als der erste Teil.


Der Zuschauer wird nicht nur mit einer bodenlos dämlichen Geschichte konfrontiert, sondern auch mit Darstellern, die kaum lustloser agieren könnten. Insbesondere Nicolas Cage wirkt so, als würde er lieber kellnern gehen wollen, als auch nur eine weitere Minute Ghost Rider zu spielen. Die miesen Darstellerleistungen wären zu verschmerzen, wenn wenigstens die Action-Szenen gelungen wären. Doch auch diese sind miserabel und an Einfallslosigkeit kaum zu überbieten. Irgendwann nervt es nur noch, wenn Cage zum gefühlt hundertsten Mal auf sein Motorrad steigt und anfängt wild seine Keule zu schwingen. 


Einziger Lichtblick in GHOST RIDER: SPIRIT OF VENGEANCE 3D ist der dreidimensionale Effekt. Der haut einen zwar auch nicht qualitativ vom Hocker, ist im Gegensatz zum Rest des Films aber immerhin von grundsolider Qualität.

WERTUNG:

2/10


TRAILER:

Ghost Rider: Spirit of Vengeance 3D