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Samstag, 15. September 2012

Kritik zu: "21 Jump Street"


DVD-Start:

Verleih: 13.09.2012
Verkauf: 13.09.2012

EXTRAS:

Kommentar mit Regisseuren und Darstellern, Zurück auf die Schulbank, 4 Enfallene Szenen

REGIE:

Phil Lord ("Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen"), Chris Miller ("Clone High")

CAST: 

Jonah Hill ("Die Kunst zu gewinnen - Moneyball"), Channing Tatum ("Für immer Liebe", "Haywire"), Brie Larson ("Rampart"), Dave Franco ("Fright Night"), Rob Riggle, DeRay Davis ("So spielt das Leben"), Ice Cube ("Sind wir endlich fertig?")

INHALT:

Jenko (Channing Tatum) und Schmidt (Jonah Hill) kennen sich seit der High School und könnten unterschiedlicher kaum sein. Der eine sieht toll aus, ist charmant und beliebt bei den Frauen (Jenko). Der andere wiederum ist klein, dick, hat ein pickeliges Gesicht und keinen Erfolg bei Mädels (Schmidt). Dennoch haben die beiden ein und dasselbe berufliche Ziel: Sie möchten Polizist werden und Verbrechern in waghalsigen Gefechten das Handwerk legen. Doch so aufgregend und actiongeladen sich Jenko und Schmidt das Cop-Leben vorgestellt haben, so unspektakulär startet es, als sie nach einigen Hindernissen die Polizistenausbildung erfolgreich abschließen.

Anstatt sich mit Bankräubern eine Schießerei zu liefern, oder einen flüchtigen Mörder zu fassen, müssen die beiden als Undercover-Agenten an ihrer alten High School arbeiten. Der Grund dafür liegt in ihrem jugendlichen Aussehen. Jenkos und Schmidts Auftrag lautet die Drogendealer der Schule aufzuspüren, um so für ein besseres und vor allem gesünderes Leben der Kids zu sorgen. Schnell stellt das Duo fest, dass ihr Auftrag doch nicht so lahm ist, wie sie dachten. Denn sie finden heraus, dass die Drogen, die in an der High School vertickt werden, bald in der ganzen Stadt angeboten werden sollen.

Doch einfach wird es für Jenko und Schmidt nicht den oder die Verbrecher ausfindig zu machen. Denn wie soll man sich das vertrauen der Schüler erschleichen, wenn heute ganz andere Typen als cool gelten, als zur Schulzeit des Duos? Während früher sportlich muskulöse Jungs am beliebtesten in der High School waren, sind es heute Umweltfuzzis, die sich brav an Gesetze  halten.

 

KRITIK:

Nach ihrem Spielfilmdebüt WOLKIG MIT DER AUSSICHT AUF FLEISCHBÄLLCHEN wagt sich das Duo Phil Lord und Chris Miller mit ihrer zweiten Arbeit an die Kinoversion des Serienklassikers 21 JUMP STREET - TATORT KLASSENZIMMER, welche Johnny Depp zu ersten Ruhm verholfen hat und noch heute Kultstatus genießt.

Während die Serie recht ernst daher kommt, liegt der Fokus der 21 JUMP STREET-Regisseure eindeutig auf den humoristischen Situationen, die sich aus der skurilen Situation ergeben, dass zwei Anfang 30-Jährige Cops zwei Schüler unter 18 spielen sollen. Die gezeigten Szenen sind meistens sehr lustig und extrem derb, vor allem, wenn es um Penis-Witze geht, ohne die eine an Jugendliche und junge Erwachsene gerichtete Komödie heutzutage wohl kaum mehr auskommt.

Auch ansonsten hat die Kinovesion mit der Vorlage außer der Prämisse nur noch wenig gemein. So gibt es zahlreiche Modernisierungen, die durchweg Sinn machen. Beispiesweise sind nicht mehr die athletischen Sportler die angesagtesten Typen der Schule, sondern Umweltschützer. Auch die Methode Frauen erfolgreich flach zu legen hat sich geändert, geschweige von den Methoden bei Schultests zu schummeln.

Darüber hinaus bietet 21 JUMP STREET zahlreiche kreative Anspielungen auf seine Serien-Vorlage aus den 1980er-Jahren sowie aktuelle Trends (Beispiel: Apple), so dass auch die Leute der Komödie etwas abgewinnen können, die mit dem derben Humor des Kinoablegers nicht klar kommen.


WERTUNG:

7/10

TRAILER:

21 Jump Street

Freitag, 14. September 2012

Kritik zu: "Die vierte Macht"


DVD-Start:

Verleih: 13.09.2012
Verkauf: 13.09.2012

EXTRAS:

Making Of, 4 Pods, Interviews, B-Roll, Premierenclip, Audiokommentar mit Regisseur und Drehbuchautor Dennis Gansel, Unveröffentlichte Szenen, Alternatives Ende, Videotagebuch von Regisseur und Drehbuchautor Dennis Gansel

REGIE:

Dennis Gansel ("Die Welle")

CAST: 

Moritz Bleibtreu ("Das Experiment"), Max Riemelt ("Heiter bis wolkig"), Rade Serbedzija ("Batman Begins"), Kasia Smutniak ("La passione"), Mark Ivanir ("Der Ruf der Wale"), Cosima Shaw ("V wie Vendetta")

INHALT:

Als angesagter Klatsch-Journalist ist Paul Jensen (Moritz Bleibtreu) in Berlin ziemlich erfolgreich. Da ihm das mit der Zeit jedoch nicht mehr reicht, heuert er bei einer Moskauer Zeitschrift an, um deren Party & People-Seiten auf Vordermann zu bringen. Doch bereits nach wenigen Wochen wird sein Schicksal in andere Bahnen gelenkt. Auf einem großen Moskauer Platz wird er Zeuge eines Mordes an einem politischen Journalisten.

Aus Zuneigung gegenüber seiner Kollegin Katja (Kasia Smutniak), lässt sich Paul überreden ihren vom Chefredakteur abgelehnten Nachruf über den Verstorbenen Verfechter der Wahrheit auf seinen Party-Seiten mitabzudrucken. Außerdem begleitet er die attraktive Frau auf eine Demo gegen die russische Regierung, welche härtere Antiterror-Maßnahmen beschließen will. Als dann auch noch in einer U-Bahn-Station eine Bombe explodiert, bei der Pauls Freundin Katja getötet wird, gerät der Journalist in das Visier der russischen Regierung und wird wegen angeblicher Beihilfe zum Terrorismus festgenommen.

 

KRITIK:

DIE VIERTE MACHT wurde zum Kinostart Anfang März 2012 von Kritikern ziemlich verrissen. So schreibt die Tageszeitung DIE ZEIT beispielsweise von einem lahmen Verschwörungsthriller nach Fertigbauteilen. Doch ist der Thriller von Dennis Gansel tatsächlich so schlecht? Die ersten 30 Minuten scheinen dies zu bestätigen. Denn zunächst ist DIE VIERTE MACHT ziemlich langweilig und der Regisseur scheint nicht zu wissen was er eigentlich will, die Handlung zieht sich. Doch nach diesen Anfangsschwierigkeiten wendet sich das Blatt und der deutsche Politkrimi entwickelt sich zu einem spannenden Enthüllungsthriller mit guten Effekten, überraschenden Wendungen und gut aufgelegten Schauspielern. Zwar guckt Hauptdarsteller Moritz Bleibtreu wie gewohnt einfach nur dumm aus der Wäsche, aber dieses Mal passt sein eher ratloser Gesichtsausdruck vollkommen, sodass seine Figur glaubwürdig wirkt und dessen Handeln nachvollziehbar ist. Dies gilt ebenfalls für Kasia Smutniak, die Bleibtreus geheimnisvolle Freundin mimt. Einzig völlig unglaubwürdig ist Max Riemelt als russischer Fotograf mit unechtem Akzent.

Dramaturgisch kann vor allem der Mittelteil überzeugen, in dem die Spannung Schritt für Schritt zunimmt und durch die gelungene Kameraarbeit sowie die sehr effektvollen Soundeffekte gekonnt verstärkt wird. Inhaltlich passt es auch, obwohl sich DIE VIERTE MACHT etwas übernimmt. Denn der Film will nicht einfach nur ein solider Verschwörungsthriller sein, sondern auch die gesamte russische Justiz kritisch beleuchten, auf deren Machenschaften aufmerksam machen und den Wert investigativer Journalisten in den Vordergrund rücken. Dies alles gelingt dem Regisseur auch, jedoch nur in Ansätzen. Trotz einer Filmlänge von knapp 120 Minuten bleibt zu wenig Zeit, um sämtliche angesprochenen Themen angemessen zu behandeln, so dass es durchgehend nur bei einer oberflächlichen Betrachtung bleibt.

Das Einzige, das von der ersten bis zu letzen Minute durchgehend überzeugt, sind die Spezialeffekte. Bereits in einer der ersten Szenen sieht der Zuschauer auf sehr realistische Weise ein Hochaus einstürzen. Auch die darauffolgenden visuellen Effekte, die jedoch nicht ununterbrochen, sondern gezielt eingesetzt werden, wie die Explosion in einer U-Bahn-Station, sehen echt aus.

Vielleicht hätte man sich bei der Anzahl der behandelten Themen ebenfalls ein wenig zurückhalten sollen. So wäre aus DIE VIERTE MACHT anstatt eines durchschnittlichen Polithrillers, eventuell ein hochklassiger Krimi geworden.


WERTUNG:

7/10

TRAILER:

Die vierte Macht

Donnerstag, 13. September 2012

Kritik zu: "Yoko"


DVD-Start:

Verleih: 13.09.2012
Verkauf: 13.09.2012

EXTRAS:

Original Kinotrailer, Interviews, Hinter den Kulissen, Musikclip, Premierenclip, Wer ist Yoko?, Yoko & Co

REGIE:

Franziska Buch ("Emil und die Detektive")

CAST: 

Jessica Schwarz ("Heiter bis wolkig"), Tobias Moretti ("Kommissar Rex"), Justus von Dohnányi ("Männerherzen", "Das Experiment"), Friedrich Heine ("In aller Freundschaft"), Jamie Bick ("Unter Frauen"), Lilly Reulein ("Dahoam is dahoam")

INHALT:

Als Pia (Jamie Bick) eines Tages ihr Baumhaus betritt, fällt sie vor lauter Schreck fast um. Denn mitten in ihrem kleinen Nest steht ein zotteliges weißes Schneewesen, welches nichts anderes als das Wort "Jo" von sich geben kann und zu tanzen anfängt, sobald Musik läuft. Wie sich schnell herausstellt, handelt es sich bei dem merkwürdigen Wesen um einen Yeti aus dem Himalayagebirge namens Yoko, der sich auf der Flucht vor einem Tierjäger (Tobias Moretti) und einem sensationslüsternen Zoo-Direktor (Justus von Dohnányi) befindet. 

Gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem besten Freund, versucht Pia dem fremden Wesen zu helfen und vor seinen Verfolgern zu schützen. Das ist allerdings nicht sonderlich leicht, vor allem, weil Yoko immer eine kühle Körpertemperatur haben muss, um nicht zu sterben. Dies führt zu allerhand witzigen Situationen, beispielsweise, wenn von den Kindern versucht wird den Yeti vor Pias Mutter (Jessica Schwarz) zu verstecken.

 

KRITIK:

Franziska Buchs Kinderfilm YOKO basiert auf den gleichnamigen Büchern von Knister (bürgerlich Ludger Jochmann). Im Zentrum der Adaption steht ein Mädchen, welches sich mit einem plötzlich auftauchenden Yeti anfreundet und dabei noch etwas über Tierschutz lernt.

Die Geschichte ist sehr dicht erzählt, Humor und Spannung wechseln sich gelungen ab. Jedoch wirkt YOKO nie zu bedrohlich, sodass auch besonders junge Zuschauer sich den Kinderfilm ohne Probleme ansehen können. Zudem ist die im wahrsten Sinne des Wortes fabelhafte Hauptfigur äußerst liebevoll ausgearbeitet worden und wächst einem sofort ans Herz. Yoko hat einen friedliebenden sympathischen Gesichtsausdruck und sein Fell sowie die generelle äußere Gestalt erinnern immer wieder an Fuchur aus Wolfgang Petersens Adaption des Kinderbuchklassikers DIE UNENDLICHE GESCHICHTE. Positiv hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang auch, dass Yoko nicht computeranimiert wurde, sondern ein sogennanter Animatronic ist, was eine Mischung aus liebevoll gestalteter Puppe und ferngesteuertem Roboter bedeutet.

Genau wie die Hauptfigur, ist auch der Rest des Kinderfilms komplett auf ein ganz junges Publikum zugeschnitten. Dies wird insbesondere in der Dramaturgie der Geschichte deutlich. Zwar gibt es immer wieder Probleme und Streitigkeiten, doch auf jeden Konflikt folgt innerhalb kürzester Zeit die Auflösung und beinahe jeder Versuch der Bösewichte den Yeti einzufangen scheitert auf klägliche und für den Zuschauer unterhaltsame slapstickartige Weise. Verbrecher wie van Sneider sind wie in anderen Kinderfilmen auch, beispielsweise FÜNF FREUNDE, stark überzeichnet. Dem passt sich auch das Spiel von Tobias Moretti und Justus von Dohnányi an, welches von übertriebenen Grimassen, besonders lautem Sprechen und ähnlichen Dingen geprägt ist und somit stark an der Grenze zum Overacting kratzt. Neben deren aufblühendem Spiel verblassen die meisten anderen erwachsenen Schauspieler, allen voran Jessica Schwarz, die leider kaum Interpretationsfreiraum in ihrer Rolle als brave und treusorgende Mutter hat.

Alles in allem ist YOKO ein süßer Kinderfilm, der sehr stark auf die ganz Kleinen ausgerichtet ist und liebevoll gestaltet wurde. Auch die erwachsenen Zuschauer können sich amüsieren, da Buchs Komödie allerhand Referenzen an Filme wie DINNER FOR ONE. Ob es allerdings einen zweiten Teil von YOKO geben wird, steht noch nicht fest. Angesichts von knapp 600.000 Kino-Besuchern in Deutschland, ist dies jedoch durchaus vorstellbar.

WERTUNG:

7/10

TRAILER:

Yoko

Freitag, 31. August 2012

Kritik zu: "Gefährten"


DVD-Start:

Verleih: 30.08.2012
Verkauf: 30.08.2012

EXTRAS:

Gefährten: Das Design des Films

REGIE:

Steven Spielberg ("Schindlers Liste")

CAST: 

Jeremy Irvine ("Great Expectacions"), Peter Mullan ("Tyrannosaur - Eine Liebesgeschichte"), Emily Watson ("Anna Karenina"), David Thewils ("Basic Instinct 2"), Tom Hiddleston ("Thor 3D")

INHALT:

Das tüchtige Pferd Joey steht ganz im Mittelpunkt von GEFÄHRTEN, seine Lebensgeschichte wird erzählt. Sie beginnt auf einem Viehmarkt, auf dem Ted Narracott (Peter Mullan) das Tier erwirbt und sich damit finanziell beinahe runiert. Seine Frau (Emily Watson) ist von dem Kauf nicht gerade begeistert, ihr Sohn Albert (Jeremy Irvine) hingegen schon. Er findet in Joey seinen besten Freund und bildet das Pferd zu einem Nutztier aus, so dass es dauerhaft bei der Familie bleiben darf.

Nach einer Missernte ist Herr Narracott jedoch gezwungen das Tier entgegen seinen Versprechungen wieder zu verkaufen. Nach kurzen Aufenthalten bei verschiedenen Besitzern, landet Joey schließlich im Ersten Weltkrieg. Dort muss es an der Seite von hunderttausenden Soldaten die Grausamkeiten des Krieges durchleben.

 

KRITIK:

Mit GEFÄHRTEN widmet sich Steven Spielberg nach SCHINDLERS LISTE und DER SOLDAT JAMES RYAN erneut den Grausamkeiten eines Krieges und geht darauf ein, welch ebenso positives wie negatives Potential der Mensch besitzt. Das Leben des Pferdes Joey dient dabei als roter Faden. Dessen Weg schildert Spielberg in großartigen Bildern, sehr flüssig und überaus berührend, wobei speziell der letzte Punkt immer wieder von Kritikern und Fans moniert wird.

Ihrer Meinung nach verwechsle der Regisseur Berührung und Emotionalität mit einer überrieben pathetischen Inszenierung, die lediglich auf die Tränendrüse drücken wolle, anstatt eine gelungene Geschichte zu erzählen.

Dieser Kritik ist meines Erachtens jedoch nur zum Teil recht zu geben. Zwar ist schon festzustellen, dass Spielberg mit einer Kombination aus fantastischen Kameraaufnahmen, orchestraler Musikuntermalung und seichten Dialogen die Gefühle der Zuschauer anzusprechen versucht. Allerdings hält der Regisseur genau die Balance, die Emotionen wirken echt und nicht übertrieben. Zudem setzt er mit dieser Vorhergehensweise lediglich die Vorlage zu GEFÄHRTEN korrekt um. Denn SCHICKSALSGEFÄHRTEN von Michael Morpurgos setzt mindestens ebenso stark auf Emotionen wie das Werk von Spielberg. Warum sollte es der Hollywood-Regisseur daher nicht auch tun? Zumal die Kombination der genannten Elemente absolut stimmig ist.

 

WERTUNG:

7/10

TRAILER:

Gefährten

Montag, 27. August 2012

Kritik zu: "The Lucky One - Für immer der Deine"


DVD-Start:

Verleih: 31.08.2012
Verkauf: 31.08.2012

EXTRAS:

Featurette: Die fantastische Chemie zwischen Zac und Tylor

REGIE:

Scott Hicks ("Schnee, der auf Zedern fällt")

CAST: 

Zac Efron ("Wie durch ein Wunder"), Taylor Schilling ("Argo"), Blythe Danner ("Der perfekte Ex"), Riley Stewart, Jay R. Ferguson ("The Killer Inside Me"), Adam LeFevre ("Zu scharf um wahr zu sein")

INHALT:

Logan Thibault (Zac Efron) kämpft als Soldat für die USA tapfer im Irak. Bei seinem dritten Einsatz kommt es zu einem schicksalshaften Zwischenfall: Weil er das auf dem Boden liegende Foto einer hübschen Frau (Taylor Schilling) aufheben will, kann er seinen Kameraden für wenige Augenblicke nicht mehr folgen. Doch in genau diesem Moment explodiert eine Bombe und alle Soldaten seiner Einheit, außer Logan selbst, werden getötet.

Fortan trägt er das Foto immer bei sich, im Glauben nur deshalb seinen dritten Irak-Einsatz überlebt zu haben. Als Logan sich entschließt herauszufinden wer die Frau ist, die ihm auf wundersame Weise das Leben gerettet hat, wird er schnell fündig. Sie heißt Beth und betreibt eine Pferdezucht. Sofort fährt Logan zu ihr, um der Schönheit seine Geschichte zu erzählen. Doch bevor er seinen Mund aufmachen kann, hat sie ihn als Pferdepfleger eingestellt - eine Zwickmühle, aus der sich Logan nur schwerlich befreien kann.

KRITIK:

THE LUCKY ONE - FÜR IMMER DER DEINE basiert auf dem Nicholas Sparks Roman FÜR IMMER DER DEINE. Es ist nach MESSAGE IN A BOTTLE, NUR MIT DIR, WIE EIN EINZIGER TAG, DAS LÄCHELN DER STERNE, MIT DIR AN MEINER SEITE und DAS LEUCHTEN DER STILLE bereits das siebte Mal, dass eines seiner Bücher für die große Leinwand adaptiert wird.

Das ist wenig verwunderlich, schließlich sind sowohl Sparks' Geschichten, als auch deren Verfilmungen überaus erfolgreich. Letzteres liegt an der zumeist stimmigen Adaption (Einzige Ausnahme: NUR MIT DIR), welche die Romantik der Vorlage gelungen wiedergibt, sich andererseits auch genügend Freiheiten nimmt, um als eigenständiger Film zu funktionieren. Zudem werden die Hauptrollen stets mit prominenten Schauspielern wie Kevin Costner und Rachel McAdams oder Teenie-Stars Marke Miley Cyrus besetzt.

Dies trifft auch auf THE LUCKY ONE zu, in dem Zac Efron den auf wundersame Weise geretteten Soldaten mimen darf. Der ehemalige HIGH SCHOOL MUSICAL-Darsteller macht seine Sache souverän, auch in ernsten Szenen wirkt sein Spiel glaubwürdig. Man sieht Efron richtig an, dass er erwachsen geworden ist und nun als Schauspieler wahrgenommen werden möchte und lieber nicht mehr als Teenie-Star. Ihm zur Seite gestellt ist die bis dato unbekannte Taylor Schilling, die sehr gut mit Efron harmoniert.

Zusammen wuseln sich die beiden durch eine Geschichte die, wie bei Nicholas Sparks-Romanen üblich, zwar total vorhersehbar ist, von Regisseur Scott Hicks jedoch flüssig und mitreißend inszeniert wird. Ihm gelingt es die Gefühle des Zuschauers anzusprechen, so dass dieser dem Paar durchgängig die Daumen drückt, dass sie endlich zueinander finden. Zu dem positiven Gesamteindruck, tragen außerdem das schön fotografierte North Carolina und der zurückhaltende Soundtrack bei, der die Stimmung von THE LUCKY ONE gekonnt verstärkt.

Einem romantsichen Abend steht also nichts im Wege!


WERTUNG:

7/10

TRAILER:

The Lucky One - Für immer der Deine

Sonntag, 26. August 2012

Kritik zu: "Ziemlich beste Freunde"


DVD-Start:

Verleih: 22.08.2012
Verkauf: 07.09.2012

EXTRAS:

Trailer; Audiokommentar

REGIE:

Olivier Nakache, Eric Toledano

CAST: 

Francois Cluzet ("Die Kunst zu lieben"), Omar Sy ("Micmacs - Uns gehört Paris!"), Anne Le Ny ("Das Leben gehört uns"), Audrey Fleurot ("Midnight in Paris"), Clotilde Mollet ("Hellphone - Ein teuflisches Handy"),

INHALT:

Das Leben könnte so schön sein - wäre da nicht dieses blöde Handicap. Denn Philippe (Francois Cluzet) ist seit einem Gleitschirmunfall vom Hals abwärts gelähmt, hat ansonsten aber alles was ein Mensch sich materiell wünschen kann.

Der Franzose lebt in einem Stadtpalais in einer der vornehmsten Gegenden von Paris. Vor wenigen Tagen hat sein persönlicher Pfleger gekündigt, da dieser nicht mit der griesgrämigen Art seines Patienten zurecht kam.

Deswegen sucht Philippe nun jemand Neues, ist aber mit den Kandidaten die sich vorstellen überhaupt nicht zufrieden. Unter ihnen ist auch der ehemalige Kriminelle Driss (Omar Sy), der vom Arbeitsamt geschickt wurde. Im Gegensatz zu den anderen Bewerben, hat er keinerlei Interesse an dem Job. Driss will sich nur eine Unterschrift für die Bestätigung seiner Bewerbungsbemühung holen. Allerdings gefällt Phillipe Driss' vorlaute Art, weshalb er diesen, zu dessen Verwunderung, zwei Wochen zur Probe als Pfleger einstellt.

Innerhalb dieser Zeit überrascht der Pfleger seinen Patienten sowie die anderen Angestellten des Hauses mit seiner ehrlichen Art und seinem unkonventionellen Umgang mit dem Schwerbehinderten. Driss zeigt kein Mitleid, sondern sagt offen was er denkt und kommt darüber hinaus auf innovative Ideen, die dem teilweise schon resignierenden Phillipe neuen Lebensmut einhauchen. Zwischen den beiden Männern entsteht dadurch eine enge Freundschaft, die beiden Seiten große Vorteile bringt.

 

KRITIK:

ZIEMLICH BESTE FREUNDE beruht auf den wahren Erlebnissen des ehemaligen Geschäftsführers eines Champagnerherstellers Philippe Pozzo die Borgo, der am 27. Juni 1983 beim Paragliding abstürzte und danach aufgrund einer schwerwiegenden Halswirbelverletzung vom Hals abwärts gelähmt war.

Die französische Komödie feiert sowohl national, als auch international extrem große Erfolge. In Frankreich ist ZIEMLICH BESTE FREUNDE mit 19,2 Millionen Zuschauern der dritterfolgreichste Film aller Zeiten nach TITANIC und WILLKOMMEN BEI DEN SCH'TIS. In Deutschland befindet sich der Wohlfühlfilm auch nach über 26 Wochen noch immer in den Top 10 der Kinocharts. Bislang konnte die Komödie über 8,6 Millionen Zuschauer für sich begeistern und ist damit selbstverständlich der bislang erfolgreichste Film des Jahres 2012 in Deutschland. Selbst in den USA hat ZIEMLICH BESTE FREUNDE bereits über 10 Millionen US-Dollar eingespielt, obwohl er dort nur auf französisch mit englischen Unteriteln zu sehen ist.

Doch weshalb ist das Werk von Olivier Nakache und Eric Toledano so immens erfolgreich? Eine definitive Erklärung ist natürlich nicht möglich, aber einige Indizien lassen sich schon zusammentragen.

Zunächst ist da die Geschichte: Wie es der (deutsche) Titel bereits andeutet, ist ZIEMLICH BESTE FREUNDE eine Ode an die Freundschaft. Diese inszenieren Nakache und Toledano mal sentimental, mal komisch, mal tragisch, allerdings ohne ein einziges Mal die Grenze zum Kitsch zu überschreiten, oder allzu tiefsinnig zu wirken. ZIEMLICH BESTE FREUNDE ist insofern extrem mainstreamig und spricht vom Thema her so ziemlich jeden an. Zugute kommt der Komödie außerdem, dass sie äußerst stimmig und temporeich erzählt ist, so dass nie Langeweile aufkommt. Außerdem ist natürlich hilfreich, dass ZIEMLICH BESTE FREUNDE, wie bereits Eingangs erwähnt, auf wahren Begebenheiten beruht und somit ein besonderes Maß an Identifikationspotential bietet.

Ein weiterer Grund für den Erfolg der Komödie könnte die lebensbejahende Stimmung sein, die diese in beinahe jeder Sekunde ausstrahlt. Neben dem Plot, hat vor allem Hauptdarsteller Omar Sy daran den Hauptanteil. Sein Spiel wirkt genau wie das Verhalten seiner Figur sehr natürlich. Dessen positive Stimmung ist durchweg spürbar und reißt den Zuschauer total mit. Dieser hat quasi keine andere Möglichkeit, als während des Sehens von ZIEMLICH BESTE FREUNDE von möglicher schlechter Laune zur Fröhlichkeit umzuschwenken. Aufgrund dieser erzielten Wirkung, ist es auch absolut nachvollziehbar, dass Omar Sy Anfang 2012 in Frankreich mit dem Prix Lumière als bester Hauptdarsteller des Jahres ausgezeichnet wurde. Und das sogar noch vor dem ebenfalls nominierten Jean Dujardin, der nur wenig später für seine Rolle in THE ARTIST den Oscar als bester Hauptdarsteller erhält.

Das letzte Indiz, dass ein Grund für das phänomenale Abschneiden von ZIEMLICH BESTE FREUNDE sein könnte, ist die Musik. Sie unterstützt ebenso wie Sys Spiel die positive Grundstimmung und wirkt, wenn sie eingesetzt wird, kein einziges Mal fehl am Platz. Die Musik führt meines Erachtens sogar dazu, dass man den Film besser wahrnimmt, als dass was er letztlich ist: Eine absolut mainstreamige, jedoch sehr unterhaltsame Komödie, die ihren Reiz aus der positiven Grundstimmung und der darstellerischen Leistung Omar Sys zieht.


WERTUNG:

8/10

TRAILER:

Ziemlich beste Freunde

Freitag, 24. August 2012

Kritik zu: "Der Junge mit dem Fahrrad"


DVD-Start:

Verleih: 22.08.2012
Verkauf: 31.08.2012

EXTRAS:

Making Of; Interview mit Jean-Pierre und Luc Dardenne; Interview mit Cécile de France

REGIE:

Jean-Pierre Dardenne ("Der Sohn"), Luc Dardenne ("Ich denke an euch")

CAST: 

Thomas Doret ("Renoir"), Cécile de France ("Hereafter - Das Leben danach"), Jérémie Rénier ("Das Schmuckstück"), Fabrizio Rongione ("Das Kind"), Egon Di Mateo, Olivier Gourmet ("Nichts zu verzollen")

INHALT:

Schon seit vielen Monaten lebt Cyril (Thomas Doret) in einem Kinderheim. Dabei hatte ihm sein Vater versprochen ihn nur einen Monat dort zu lassen - so lange, bis er ein paar geheime Geschäfte erledigt hat.

Je länger der Junge von seinem Vater nichts hört, desto größer wird seine Sehnsucht nach ihm. Dies führt unter anderem dazu, dass er immer wieder aus dem Heim flüchtet, um in Bäckereien, Tankstellen und an vielen anderen Orten Menschen nach dem Verbleib seines Vaters zu fragen. Doch niemand kann Cyril eine zufriedenstellende Antwort geben. Oft haben sie ihn zwar gesehen, wissen aber nicht, wo er sich jetzt aufhält.

Als der Bube eines Tages die Friseurin Samantha (Cécile de France) kennenlernt, glaubt er zunächst auch von ihr keine Unterstützung erwarten zu können. Doch diese lässt Cyrils Schimpftiraden an sich abprallen, hilft fortan dem Jungen bei der Suche nach seinem Vater und tröstet diesen, wenn er mal wieder enttäuscht wurde.

Als die beiden dann doch noch Cyrils Vater finden, währt die Freude nur kurz. Denn der Mann möchte nichts von seinem Sohn wissen und bittet Samantha darum, weiterhin auf den Jungen aufzupassen. Doch anders als Cyril denkt, ist die Ursache für dessen Ablehnung nicht in Desinteresse begründet, sondern darin, dass er sich nicht in der Lage sieht, seinem Sohn ein angemessenes Leben zu ermöglichen.

 

KRITIK:

DER JUNGE MIT DEM FAHRRAD ist ein eindringlicher Film über die verzweifelte Suche eines Jungen nach seinem Vater. Die Dardennebrüder kommen dabei ohne jedwede Art von Rührseligkeit und Kitsch aus. Stattdessen setzen sie auf eine sanfte, ruhige und subtile Erzählweise, die ganz auf den kindlichen Protagonisten und dessen Probleme ausgerichtet ist. Der Zuschauer steckt so von der ersten Minute an ganz in der Welt des Jungen und verlässt diese bis zu Ende des Films auch nicht wieder.

In diesem Zusammenhang ist die Besetzung der Hauptrolle natürlich von besonderer Bedeutung. Denn ohne den passenden Schauspieler, würde der gesamte Film nicht funktionieren. Doch mit Thomas Doret wurde glücklicherweise der passende Darsteller gefunden. Der kleine Franzose überzeugt, da er die Gefühle seiner Figur natürlich herauskristallisiert und sein Spiel keineswegs aufgesetzt wirkt. Zudem harmoniert er sehr gut mit seiner Leinwandpartnerin Cécile de France, die positive Chemie zwischen den beiden ist deutlich spürbar.

Was DER JUNGE MIT DEM FAHRRAD von anderem Familiendramen unterscheidet, ist, dass trotz der Fokussierung auf den kleinen Jungen, auch die Sichtweise des Vaters, der sich scheinbar niederträchtig verhält, inhaltlich nachvollziehbar dargestellt wird und das so wertneutral, dass man nicht darin beeinflusst wird dessen Handeln in eine bestimmte Richtung zu interpretieren.

Deswegen ist das neueste Werk von den Dardennebrüdern denjenigen zu empfehlen, die auf der Suche nach einer einfühlsamen Familiengeschichte sind, die ohne viel Tamtam unaufgeregt und inhaltlich berührend erzählt wird.

WERTUNG:

7/10

TRAILER:

Der Junge mit dem Fahrrad

Freitag, 17. August 2012

Kritik zu: "The Hunger Games - Die Tribute von Panem"


DVD-Start:

Verleih: 18.08.2012
Verkauf: 30.08.2012

EXTRAS:

Trailer

REGIE:

Gary Ross ("Pleasantville")

CAST: 

Jennifer Lawrence ("X-Men: Erste Entscheidung"), Liam Hemsworth ("The Expendables 2"), Elizabeth Banks ("Was passiert, wenn es passiert ist"), Josh Hutcherson ("Die Reise zur geheimnisvollen Insel (3D)"), Stanley Tucci ("In meinem Himmel"), Woody Harrelson ("Rampart"), Toby Jones ("Red Lights"), Donald Sutherland ("Instinkt"), Wes Bentley ("American Beauty"), Lenny Kravitz ("Precious - Das Leben ist kostbar")

INHALT:

Nicht weit in der Zukunft ist aus dem zerstörten Nordamerika der Staat Panem entstanden. Regiert wird das Land vom Kapitol, dass statt christlichen Werten wie Nächstenliebe, lediglich Hass, Grausamkeit und Gewalt zeigt, um die eigene Macht zu demonstrieren und das Volk zu unterdrücken. 

Zu den Methoden des Kapitols gehört unter anderem einmal im Jahr sogenannte Hungerspiele abzuhalten. Dabei müssen 12 Jungs und 12 Mädchen in einem Gladiatorenkampf der modernen Art um ihr Leben kämpfen. Zu den Auserwählten gehören auch die 16-Jährige Katniss (Jennifer Lawrence) und ihr Kumpel Peeta (Josh Hutcherson). Die beiden kennen sich seit ihrer Kindheit und verlieben sich während der Spiele ineinander. Doch dem Glück von Katniss und Peeta steht ein gravierendes Problem im Weg: Nur einer von ihnen darf die Hungerspiele überleben!

 

KRITIK: 

Suzanne Collins' Romantrilogie DIE TRIBUTE VON PANEM gehört, nach den TWILIGHT-Werken, zu den erfolgreichsten Jugendbüchern weltweit. Es ist deshalb kein Wunder, dass mit THE HUNGER GAMES - DIE TRIBUTE VON PANEM nun der erste Teil verfilmt wurde. Als Regisseur zeichnet Gary Ross verantwortlich, der sich mit Komödien bzw. Dramen wie SEABISCUIT und PLEASANTVILLE bisher nicht gerade auf postapokalyptischem Terrain bewegt hat.

Deswegen möglicherweise vorhandene Zweifler werden jedoch schnell verstummen. Denn dem Regisseur ist es einerseits gelungen der Vorlage gerecht  zu werden, andererseits hat er sich die nötigen Freiheiten genommen, damit THE HUNGER GAMES - DIE TRIBUTE VON PANEM auch als eigenständiger Film funktioniert. Die Figuren sind gelungen gezeichnet, so dass der Zuschauer sich gut mit ihnen identifizieren kann. Trotz der relativ ausführlichen Charakterisierungen hat der Thriller genügend Tempo, um die Spannung dauerhaft hochzuhalten. Diese wird zudem durch die gelungene Schnitttechnik unterstützt, die DIE TRIBUTE VON PANEM zu einer straff erzählten Geschichte zusammengebastelt hat.

Ross konnte für seine Romanadaption eine Masse an ebenso talentierten wie prominenten Schauspielern gewinnen. So ist die Oscar-nominierte Nachwuchsdarstellerin Jennifer Lawrence genauso dabei wie Woody Harrelson, Lenny Kravitz, Elizabeth Banks und Stanley Tucci. Auch Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Donald Sutherland und Wes Bentley sind mit von der Partie.

THE HUNGER GAMES - DIE TRIBUTE VON PANEM kam Anfang 2012 sowohl bei Kritikern, als auch beim Kinopublikum überaus gut an. So spielte der Jugendfilm allein in den USA über 400 Millionen US-Dollar ein und erreichte in Deutschland über 2 Millionen Zuschauer. Zudem hat er bei rottentomatoes.com nach 259 Kritiken einen Wert von 85% und bei imdb.com immerhin einen Notenschnitt von 7,4.


WERTUNG:

7/10

TRAILER:

The Hunger Games - Die Tribute von Panem

Mittwoch, 15. August 2012

Kritik zu: "Die Piraten! - Ein Haufen merkwürdiger Typen"


DVD-Start:

Verleih: 16.08.2012
Verkauf: 16.08.2012

EXTRAS:

Kommentar der Filmemacher; Gestaltung der Badewannenjagd; Mr. Bobos Lernkartei; Von Stop bis Motion

REGIE:

Peter Lord ("Chicken Run - Hennen Rennen"), Jeff Newitt

CAST: 

Hugh Grant ("Notting Hill"), Brendan Gleeson ("The Guard - Ein Ire sieht schwarz"), Jeremy Piven ("Spy Kids 4 - Alle Zeit der Welt"), Joko Winterscheidt, Brian Blessed ("Der Hobbit: Eine unerwartete Reise 3D")

INHALT:

Black Bellamy und Entermesser Liza sind die Erzfeinde eines namenlosen Piratenkapitän, der seinen Gegnern nicht nur wegen des roten flauschigen Bartes stets im Gedächtnis bleibt. Das niemand den selbsternannten König der Meere vergisst, dafür sorgt er gemeinsam mit seiner furchtlosen Crew, mit der er immer wieder wertvolle Schätze erbeutet. Zusammen haben sie ein gemeinsames Ziel: den Wettbewerb zum Piraten des Jahres zu gewinnen, um so zu beweisen, dass Rotbart wirklich der Größte aller Piraten ist.

Auf ihren Beutezügen verschlägt es das Team einerseits auf die exotische Insel Blood Island sowie ins viktorianische London. Dabei bekommt es der Piratenkapitän jedoch nicht nur mit Black Bellamy und Entermesser Liz zu tun, sondern auch mit einer noch viel bedrohlicheren Person: der englischen Königin, die sich zum Ziel gesetzt hat, sämtliche Piraten der Welt von der Bildfläche verschwinden zu lassen.


KRITIK:

DIE PIRATEN! - EIN HAUFEN MERKWÜRDIGER TYPEN ist eine Koproduktion der britischen Aardman Animations mit Sony Pictures Animations. Erstere Schmiede zeichnet sowohl für die WALLACE & GROMIT-Kurzfilme verantwortlich, als auch für den Animationshit CHICKEN RUN - HENNEN RENNEN. Im selben Stil wie die vorgenannten Produktionen ist auch DIE PIRATEN - EIN HAUFEN MERKWÜRDIGER TYPEN gehalten, auch wenn dieses Mal noch ein paar CGI-Effekte hinzukommen. So überzeugt auch diese Aardman-Produktion mit niedlich aussehenden Knetfiguren, britischem Humor und gelungen gezeichneten Charakteren. 

Vor allem dem namenlosen Piratenkapitän sieht man gerne dabei zu, wenn er mit seiner leicht schusseligen Art den nächsten Schatz und somit auch das Herz des Zuschauers erbeutet. Dieser wird in der englischen Originalfassung von Hugh Grant gesprochen, der mit DIE PIRATEN! sein gelungenes Debüt als Synchronsprecher feiert und mit seinem starken britischen Akzent der Figur noch mehr Markantheit und Originalität verleiht. Es bleibt zu hoffen, dass Grant auch in Zukunft wieder Sprechrollen übernehmen wird! Der Brite ist jedoch nicht der einzige prominente Name, der für DIE PIRATEN! - EIN HAUFEN MERKWÜRIDGER TYPEN gewonnen werden konnte. Neben ihm sind unter anderem noch Brendan Gleeson (als einfacher Pirat) und Jeremy Piven (als Black Bellamy) mit von der Partie. 

DIE PIRATEN! - EIN HAUFEN MERKWÜRDIGER TYPEN war in Deutschland leider nicht ganz so erfolgreich wie WALLACE & GROMIT AUF DER JAGD NACH DEM RIESENKANINCHEN und CHICKEN RUN - HENNEN RENNEN mit jeweils knapp 1,5 Millionen beziehungsweise gut 2,0 Millionen Zuschauern. Jedoch konnte die unterhaltsame Komödie immerhin vollkommen verdiente 750.000 Menschen in die Kinos locken.


WERTUNG:

7/10

TRAILER:

Die Piraten! - Ein Haufen merkwürdiger Typen (3D)

Samstag, 11. August 2012

Kritik zu: "Viva Riva - Zu viel ist nie genug"


DVD-Start:

Verleih: 10.08.2012
Verkauf: 10.08.2012

EXTRAS:

Trailer

REGIE:

Djo Munga ("Papy")

CAST: 

Patsha Bay, Manie Malone ("Braquo"), Hoji Fortuna ("Meanwhile"), Marlene Longange, Diplome Amekindra ("Rebelle"), Alex Herabo ("Rebelle")

INHALT:

Kongo ist das ärmste Land der Welt. Dies besagt zumindest der Wohlstandsindikator der Vereinten Nationen. 2011 liegt das afrikanische Land noch hinter Burundi und dem Niger abgeschlagen auf dem letzten Platz. Wenig überraschend also, dass Riva (Patsha Bay) Kinshasa verlässt und sein Glück in Angola versucht. Der Plan geht auf und nach zehn Jahren kehrt er als reicher Mann in seine Heimatstadt zurück. Und wie es in solchen Fällen immer so ist, gibt es auch in Rivas Umfeld Menschen, die dem jungen Kongolesen den 'neuen' Wohlstand neiden.

Vor allem Cesar (Hoji Fortuna) missfällt der Erfolg seines alten Weggefährten. Das hat aber einen ebenso simplen wie logischen Grund: Bevor Riva damals Kinshasa verließ, bestahl er den Gangsterboss um eine Wagenladung Benzin und finanzierte damit sein ausschweifendes Leben im Ausland. Und das ist etwas, dass Cesar nicht auf sich sitzen lassen will...


KRITIK:

Regisseur Djo Munga zeichnet mit VIVA RIVA - ZU VIEL IST NIE GENUG, aus westlicher Sicht gesehen, ein untypisches Bild Kinshasas und damit auch ganz Afrikas. Munga schildert seine Heimatstadt ohne auf Klischees zurückzugreifen als schmutzigen und kriminellen Ort, in dem jeder sich selbst der nächste ist. Ob die präsentierten Inhalte der Realität entsprechen, dürfte für die Mehrheit der Zuschauer jedoch nicht überprüfbar sein. 

Zumindest ist für den Zuschauer während des Ansehens von VIVA RIVA die bedrohliche Atmosphäre allgegenwärtig, die in Kinshasa vorherrscht. Diese erreicht der Regisseur durch immer wieder hörbare Schüsse, Gangster, problembeladene Liebesbeziehungen, die Musikuntermalung und schnelle Schnitte. Die handwerklich erzeugte Spannung wird vom gelungenen Spiel der Darsteller unterstützt. Dies ist insofern bemerkenswert, als dass fast alle Schauspieler Laien sind, so auch Hauptdarsteller Patsha Bay, der virtuos die verschiedenen Facetten seiner Figur für das Publikum deutlich macht.

Insofern wurde VIVA RIVA - ZU VIEL IST NIE GENUG 2011 auch völlig zu recht von dem amerikanischen Musiksender MTV mit dem MTV MOVIE AWARD als bester afrikanischer Film des Jahres ausgezeichnet.

 

WERTUNG:

7/10

 

TRAILER:

Viva Riva

Mittwoch, 18. Juli 2012

Kritik zu: "Casino Jack"


DVD-Start:

Verleih: 17.07.2012
Verkauf: 06.09.2012

EXTRAS:

Outtakes, Deleted Scences, Trailer, Wendecover

REGIE:

George Hickenlooper ("Factory Girl")

CAST: 

Kevin Spacey ("Kill the Boss", "American Beauty"), Graham Greene ("The Green Mile"), Ruth Marshall ("Dolores"), Barry Pepper ("True Grit - Vergeltung"), Brent Mendenhall ("Postal"), John Robinson ("Transformers"), Jason Weinberg ("R.E.D.")

INHALT:

Jack Abramoff (Kevin Spacey) gehört zu den gewieftesten und erfolgreichsten Lobbyisten der USA. Spezialisiert hat er sich auf den Bereich Glücksspiel. Abramoffs Hauptkunden sind Indianerstämme, die in ihren Reservaten Casinos errichten wollen. Mit seinen hunderten von Kontakten, nimmt der Lobbyist Einfluss auf politische Vorgänge, bringt die richtigen Leute an einen Tisch und wahrt so perfekt die Interessen seiner Klienten.

Logisch, dass dabei auch eine Menge Geld für Abramoff selbst herausspringt. Den größten Teil seiner Millionenhonorare, reinvestiert er in Casinoschiffe, da er von dem Thema etwas versteht und so an noch mehr Geld kommen kann. Doch eines Tages macht Abramoff einen großen Fehler, woraufhin sich Ermittler an seine Fersen heften und ein Indianerhäuptling anfängt zu glauben, dass der Lobbyist seine Gelder veruntreut.


KRITIK:

CASINO JACK ist die Verfilmung von Jack Abramoffs Karriere als politischer Lobbyist in den USA. Der orthodoxe Jude vertrat vor allem Indianerstämme, die in ihren Reservaten Casinos bauen wollten. Abramoff war äußerst erfolgreich, politisch gefürchtet und galt als 'Pate' der Republikaner, bis im Jahr 2006 alles mit einem lauten Knall endete und sein Sturz einen großen innenpolitischen Skandal auslöste. 

In einem ersten Gerichtsverfahren im Januar 2006, bekennt sich der Amerikaner des Betrugs und der Steuerhinterziehung in Millionenhöhe schuldig. Abramoff gesteht amerikanische Abgeordnete mit unerlaubten Zuwendungen wie Geld, Urlaubsreisen und Einladungen zu großen Sportereignissen bestochen zu haben. In einem weiteren Verfahren gibt er zu Dokumente gefälscht zu haben, um seine Casinoschiffe finanzieren zu können. Verurteilt wird Abramoff schließlich zu fünf Jahren und zehn Monaten Gefängnis, allerdings kommt er schon 2010, nach knapp vier Jahren, wegen guter Führung wieder frei. 

Der eindrucksvollen Lobbyisten-Karriere hat George Hickenlooper mit CASINO JACK ein würdiges Denkmal gesetzt. Der Regisseur reißt viele Themen nur an und konzentriert sich auf die Auswirkungen von Abramoffs Handeln, statt auf deren Ursachen und vermeidet so komplizierte Sachverhalte detailliert erklären zu müssen. Außerdem überträgt sich dadurch Abramoffs schnelles Denken auf das Tempo des Films. Der Zuschauer bekommt ein gutes Gefühl dafür, in was für einer Welt der Lobbyist gelebt hat. 

Anders als manche Zuschauer eventuell erwarten, schildert CASINO JACK Abramoff nicht als skrupellosen und geldgeilen Lobbyisten. Viel mehr zeichnet Hickenlooper das Bild eines intelligenten Mannes, der im Herzen gut ist und lediglich Opfer seines Größenwahns und politischer Machtspiele in den USA wurde.

Dazu passt auch das Spiel von Kevin Spacey, der für seine Darbietung mit einer Golden Globe-Nominierung als bester Hauptdarsteller belohnt wurde. Er verleiht Abramoff eine ungaubliche körperliche Präsenz, hält sich jedoch genug in Gestik und Mimik zurück, um seine Figur nicht wie einen Verrückten aussehen zu lassen. Stattdessen konzentriert sich Spacey darauf, mittels seiner Stimme Abramoffs Vielseitigkeit und dessen Einfluss auf andere deutlich zu machen. 

CASINO JACK ist ein dramaturgisch und schauspielerisch eindrucksvolles Portrait des Amerikaners Jack Abramoff, dass darüber hinaus noch einen gelungenen Einblick in die Welt des Lobbyismus gewährt.


WERTUNG:

8/10


TRAILER:

Casino Jack

Montag, 16. Juli 2012

Kritik zu: "Dame, König, As, Spion"


DVD-Start:

Verleih: 17.07.2012
Verkauf: 09.08.2012

EXTRAS:

Audiokommentar von Regisseur Tomas Alfredson und Drehbuchautor Peter Straughan; Featurettes; Trailer

REGIE:

Tomas Alfredson ("So finster die Nacht")

CAST: 

Gary Oldman ("The Dark Knight Rises", "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2"), John Hurt ("V wie Vendetta"), Colin Firth ("The King's Speech"), Mark Strong ("Sherlock Holmes", "Green Lantern"), Ciarán Hinds ("Die Frau in Schwarz"), Tom Hardy ("Warrior", "The Dark Knight Rises")

INHALT:

Es ist Kalter Krieg, man schreibt das Jahr 1973: Der britische Geheimdienstchef (John Hurt), den alle nur unter dem Namen Control kennen, vermutet einen sowjetischen Doppelagenten in den eigenen Reihen. Deshalb schickt er den Spion Jim Prideaux (Mark Strong) in geheimer Mission nach Ungarn, um dort einen ranghohen General zu treffen. Dieser soll angeblich dazu bereit sein, die Identität des Maulwurfs zu lüften. Doch der Einsatz geht daneben und Control wird infolgedessen seines Amtes enthoben. Dennoch gelingt es ihm den erfahrensten aller Secret Sevice-Agenten George Smiley (Gary Oldman) mit der Weiterverfolgung des Falls zu beauftragen. Dieser tut sich schließlich mit seinem jungen Kollegen Peter Guillam (Benedict Cumberbatch) zusammen, um im Kampf für die Sicherheit des britischen Königreichs das Bestmögliche zu erreichen. Schon bald findet das Duo heraus, dass der Schlüssel zur Lösung des Falls bei Agent Ricki Tarr (Tom Hardy) liegen muss.


KRITIK:

DAME, KÖNIG, AS, SPION ist die Adaption des gleichnamigen und angesehenen Spionageromans von John Le Carré. Protagonist George Smiley tauchte bisher acht Mal in seinen Romanen auf. Zuletzt 1990 in DER HEIMLICHE GEFÄHRTE, zuerst in Le Carrés Debütroman SCHATTEN VON GESTERN. In DAME, KÖNIG, AS, SPION, welcher 1974 erstmals publiziert wird, hat Smiley seinen Fünften Auftritt.

1979 wird der Roman erstmals adaptiert. John Irvin dreht den Fernseh-Mehrteiler KÖNIG, DAME, AS, SPION, welcher bei Fans und Kritikern gleichermaßen gut ankommt. Besonders Alec Gunnes erhält für seine nuancierte Darstellung des britischen Geheimagenten George Smiley großes Lob. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen, die mit einer erneuten Adaption durch den Regisseur Tomas Alfredson verknüpft sind. Der schwedische Regisseur ist schon seit über 20 Jahren im Filmgeschäft tätig, wurde jedoch erst durch seinen Horror-Film SO FINSTER DIE NACHT einem größeren Publikum bekannt, der in Fachkreisen als einer der besten Vampir-Filme überhaupt gilt. 

Ebenso wie in SO FINSTER DIE NACHT, setzt der Regisseur in DAME, KÖNIG, AS, SPION auf dunkle, unterkühlte Bilder sowie eine äußerst langsame Erzähltechnik. Auf grobschlächtige Action-Szenen wie in Thrillern von Tony Scott und Paul Greengrass üblich, verzichtet er. Alfredson trifft damit den Ton, der die von gegenseitigem Misstrauen und vorsichtigen Schritten geprägte Ära des Kalten Krieges perfekt widerspiegelt. Dementsprechend ist Protagonist George Smiley auch kein umherwirbelnder Super-Agent a la Ethan Hunt, sondern ein wohl kalkulierender Technokrat. Dieser wird von Gary Oldman mit der geforderten Subtilität hervorragend verkörpert. Er bedarf nicht vieler Worte, um seinem Charakter die nötige Tiefe zu verleihen. Dafür reichen bereits kurze Blicke aus, die die innere Leere von Smiley für den Zuschauer sichtbar machen. Oldmans exzellentes Spiel, lässt das an sich sehr gute Ensemble um John Hurt, Colin Firth, Mark Strong und Tom Hardy beinahe verblassen. Er wurde somit völlig zurecht 2012 für einen Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert.

Das einzige 'Manko' an DAME, KÖNIG, AS, SPION ist, dass er für einige Zuschauer vermutlich zu ruhig sein wird, da diese eher temporeiche Thriller wie MAN UNTER FEUER, DIE BOURNE VERSCHWÖRUNG und SPY GAME – DER FINALE COUNTDOWN gewöhnt sind.

WERTUNG:

8/10


TRAILER:

Dame, König, As, Spion

Samstag, 14. Juli 2012

Kritik zu: "Haywire"


DVD-Start:

Verleih: 19.07.2012
Verkauf: 09.08.2012

EXTRAS:

Gina Carano beim Training; Die Männer in Haywire; Deutscher und Original-Trailer

REGIE:

Steven Soderbergh ("Contagion")

CAST: 

Gina Carano ("Blood and Bone"), Ewan McGregor ("Lachsfischen im Jemen"; "Beginners"), Michael Fassbender ("Shame"; "Jane Eyre"), Michael Douglas ("Wall Street: Geld schläft nicht"), Antonio Banderas ("Die Haut in der ich wohne"; "Desperado"), Channing Tatum ("Für immer Liebe"; "Magic Mike")

INHALT:

Mallory Kane (Gina Carano) ist eine Söldnerin, die nichts und niemanden scheut und diverse Kampfsportarten wie Karate beherrscht. Dementsprechend ist es keine Überraschung, dass die Einzelgängerin für ein Unternehmen arbeitet, bei dem es auf genau diese Eigenschaften ankommt. Leise und effektiv erfüllt sie ihre Missionen, zu denen auch geheime Aufträge der Regierung gehören. Einer dieser Einsätze führte Mallory vor einigen Jahren nach Barcelona, bei dem sie mit Agent Aaron (Channing Tatum) für die Rettung eines chinesischen Dissidenten zuständig war.

Doch erst Jahre später entdeckt sie, dass damals nicht alles mit rechten Dingen zuging und die Tragweite ihres Auftrags wesentlich größer war, als sie vermutete. Mallory erkennt, dass sie niemandem vertrauen kann, nicht mal Kollege Aaron, dessen zweifelhaftes Vorgehen sie schon bald durchkreuzt. Dass auch ihr Chef (Ewan McGregor) etwas anderes im Schilde führte, als er gegenüber Mallory zugibt, wird deutlich, als ein irischer Spion (Michael Fassbender) auf sie angesetzt wird.


KRITIK:

Auf den ersten Blick wirkt HAYWIRE wie ein typischer Action-Film aus den 1980er Jahren. Damals war es gang und gäbe, dass gefeierte Kampfsportler in mittelprächtig inszenierten Werken ihre Kampfkünste zur Schau stellen. Zu den damaligen Größen, die noch heute Kultstatus genießen, gehörten unter anderem Jean-Claude van Damme und Chuck Norris, die im August in THE EXPENDABLES 2 mal wieder auf der Kinoleinwand zu sehen sein werden.

Heute sind solche Art Filme, die sich selbst sehr ernst nehmen, außer Mode gekommen. Nun ist ein Mindestmaß an Selbstironie und Schauspieltalent nötig, wenn die Hauptrolle eines Actioners mit einem Kampfsportler wie Jackie Chan besetzt werden soll. Meist ist es heute jedoch ein sehr berühmter Schauspieler, an den die Hauptrolle in einem großen Action-Film vergeben wird.

Insofern ging Steven Soderbergh ein gewisses Risiko damit ein, die Hauptrolle von HAYWIRE mit der ehemaligen Mixed-Martial-Arts-Kämpferin Gina Carano zu besetzen. Doch das Risiko hat sich vollends gelohnt. HAYWIRE ist ein hintergründiger Action-Reißer, in dem die Ex-Sportlerin mit sensationellen Kampfszenen überzeugt. Auch Schauspielkollegen wie Michael Fassbender und Channing Tatum machen ihre Sache nicht schlecht, reichen mit ihrer Technik jedoch natürlich nicht an Caranos Kampfkünste heran. Dafür gelingt es ihnen sowie Antonio Banderas, Ewan McGregor und Michael Douglas mit ihren schauspielerischen Fähigkeiten Caranos darstellerische Defizite wett zu machen.

Deswegen lässt sich HAYWIRE perfekt als prominent besetzes Actionfeuerwerk der alten Schule genießen, dass noch zusätzlich eine spannende Geschichte bereithält.

WERTUNG:

7/10


TRAILER:

Haywire


Donnerstag, 12. Juli 2012

Kritik zu: "Best Exotic Marigold Hotel"


DVD-Start:

Verleih: 13.07.2012
Verkauf: 13.07.2012

REGIE:

John Madden

CAST: 

Maggie Smith, Bill Nighy, Judi Dench, Tom Wilkinson, Dev Patel, Penelope Wilton, Celia Imrie

INHALT:

Sieben englische Rentner wollen ihren Lebensabend fernab von der Heimat verbringen. Doch wo sollen sie hin, wenn nach einem jahrzentelangen und kräftezehrenden Berufsleben nur eine kleine Rente herausspringt? Alle wählen schließlich Indien. Der Flug dorthin mag zwar teuer sein. Die Lebenshaltungskosten vor Ort sind dafür aber umso niedriger. Als die Ruheständler im Best Exotic Marigold Hotel ankommen, verschlägt es den weit gereisten Gästen jedoch zunächst die Sprache. 

Statt den Luxus einer hochklassigen Unterkunft genießen zu können, müssen sie mit heruntergekommenen Hotelzimmern, einer Menge Schmutz und einem sichtlich überforderten Hotelmanager (Dev Patel - "Slumdog Millionär", "Die Legende von Aang") vorlieb nehmen. Doch statt ob der Enttäuschung wieder schnurstraks nach Hause zu fliegen und eine Erstattung der Reisekosten zu beantragen, arrangieren sich die Renter schnell mit den örtlichen Gegebenheiten und machen sich daran das exotische Land und seine Bewohner näher kennenzulernen.


KRITIK:

Der letzte größere kommerzielle Erfolg ist für John Madden schon eine Weile her. SHAKESPEARE IN LOVE wurde 1999 mit sieben Oscars ausgezeichnet, darunter in der Kategorie bester Film, und spielte weltweit mehrere hundert Millionen US-Dollar ein. Der danach ausbleibende finanzielle Erfolg ist insofern zu bedauern, als dass Madden qualitativ hochwertige Filme wie DER BEWEIS und EINE OFFENE RECHNUNG drehte. BEST EXOTIC MARIGOLD HOTEL bildet da keine Ausnahme. 

Die Ensemblekomödie setzt auf den exotischen Charme Indiens sowie Komik, die durch den Zusammenprall der Kulturen entsteht. Insbesondere die Vorurteile von Europäern werden dem Zuschauer vor Augen geführt. Unterbrochen werden die humorvollen Szenen immer wieder von emotionalen Momenten, die deutlich machen, dass der Lebensabend in Indien für die Rentner nicht nur Freude und Heiterkeit bereithält.


Für seine Komödie konnte Madden eine Menge renommierter britischer Schauspieler gewinnen. Neben Judi Dench ("James Bond 007 - Ein Quantum Trost", "Tagebuch eines Skandals") und Tom Wilkinson ("Mission: Impossible - Phantom Protokoll", "Der Ghostwriter"), sind unter anderem Bill Nighy ("Zorn der Titanen", "Fluch der Karibik - Am Ende der Welt") und Maggie Smith ("Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2") zu sehen. Die Briten agieren mit sichtlicher Spielfreude, so dass der Funke von den Figuren auf der Leinwand schnell zum Zuschauer überspringt und dieser die Charaktere tief in sein Herz schließt.

BEST EXOTIC MARIGOLD HOTEL ist daher eine unterhaltsame Tragikkomödie, die einen im Herzen berührt und dazu noch wundervolle Aufnahmen Indiens bereithält.

WERTUNG:

7/10


TRAILER:

Best Exotic Marigold Hotel