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Montag, 17. September 2012

Kritik zu: "Kriegerin"


DVD-Start:

Verleih: 10.09.2012
Verkauf: 09.10.2012

EXTRAS:

Making Of; Hinter den Kulissen; Interviews; Unterrichtsmaterial; Originaltrailer; Trailershow

REGIE:

David Wnendt

CAST: 

Alina Levshin ("Krankheit der Jugend"), Jella Haase ("Lollipop Monster"), Gerdy Zint, Lukas Steltner, Winnie Böwe, Uwe Preuss

INHALT:

Im Osten Deutschlands ist wenig los, erst recht in der Provinz. Die Mehrheit der Bevölkerung ist arbeitslos. Die wenigen offenen Stellen schnappen Ausländer zu Unrecht den Deutschen weg. Diese Meinung vertritt zumindest die rechtsextreme Marisa (Alina Levshin). Sie ist zwanzig Jahre alt und wächst in einer von Arbeitslosigkeit geprägten ostdeutschen Kleinstadt auf, in der Neonazis besonders stark vertreten sind. Auch Marisa ist Mitglied einer fremdenfeindlichen Vereinigung. Mit ihrem Freund Sandro (Gerdy Zint) und dessen Kumpels beleidigt sie Ausländer, ruft nazionalsozialistische Parolen, randaliert und besäuft sich regelmäßig.

Deshalb ist es auch kein Wunder, dass Marisa sich in ihrem Supermarkt-Job weigert Ausländern etwas zu verkaufen und sie dafür nicht bestraft wird. Die Einstellung der 20-Jährigen ändert sicht erst, nachdem sie den Asylbewerber Jamil (Najebullah Ahmadi) bei einem Autounfall anfährt. Sie lernt den Jungen infolgedessen näher kennen und stellt fest, dass der Ausländer nicht ihrem Feindbild entspricht. Doch das Befreien aus dem braunen Sumpf, ist für Marisa alles andere als einfach.

KRITIK:

Nach Meinung von Regisseur und Drehbuchautor David Wnendt hat jeder Mensch rechtsextreme Seiten in sich. Wie leicht diese zum Vorschein kommen kann, zeigt er in KRIEGERIN. Sein chronologisch erzähltes Drama ist ungemein fesselnd und beeindruckt mit seiner sehr detailliert ausgearbeiteten Geschichte. Diese zeichnet ein realistisches Bild des Rechtsextremismus' in der ostdeutschen Provinz. Diese genaue Zeichnung war dem Regisseur möglich, weil er mehrere Wochen durch Ostdeutschland reiste und dort einschlägige Gruppen, deren Lokale und Diskotheken besuchte. Außerdem traf Wnendt sich explizit mit rechtsextremen Frauen, um bei seiner Protagonistin nichts falsch zu machen und in keine Klischees zu verfallen.

Diese wird von Alina Levshin sehr glaubhaft verkörpert. Der Schauspielerin gelingt es ihre Figur erst hassenswert und dann liebenswert erscheinen zu lassen. Neben Levshin verblassen Kodarsteller wie Jella Haase, obwohl diese ebenfalls sehr authentisch spielen.

Durch die von Fremdenhass geprägten Morde der drei Neonazis Uwe Mundlos, Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt erhielt das Thema Ende 2011/Anfang 2012 pünktlich zum Kinostart von KRIEGERIN erschreckende Aktualität. Während viele Medien Neonazis meist als straff organisierte Einheit darstellen, machte Wnendt zuvor andere Erfahrungen und macht dies in seinem Drama deutlich. Er zeigt das rechtsradikale Milieu als verrohrte Horde, deren Mitglieder sich untereinander nicht ausstehen können.

KRIEGERIN ist ein großartiger Film, dessen Drehbuch sowie Hauptdarstellerin Alina Levshin erfreulicher Weise beim Deutschen Filmpreis 2012 mit einer Lola als bestes Skript bzw. beste Schauspielerin ausgezeichnet wurden. Noch schöner ist allerdings, dass KRIEGERIN trotz des niedrigen Budgets sowie der unbekannten Darsteller und des unbekannten Regisseurs in Deutschland über 100.000 Zuschauer in die Kinos locken konnte. Das Drama hat es mehr als verdient!


WERTUNG:

9/10

TRAILER:

Kriegerin

Freitag, 14. September 2012

Kritik zu: "Die vierte Macht"


DVD-Start:

Verleih: 13.09.2012
Verkauf: 13.09.2012

EXTRAS:

Making Of, 4 Pods, Interviews, B-Roll, Premierenclip, Audiokommentar mit Regisseur und Drehbuchautor Dennis Gansel, Unveröffentlichte Szenen, Alternatives Ende, Videotagebuch von Regisseur und Drehbuchautor Dennis Gansel

REGIE:

Dennis Gansel ("Die Welle")

CAST: 

Moritz Bleibtreu ("Das Experiment"), Max Riemelt ("Heiter bis wolkig"), Rade Serbedzija ("Batman Begins"), Kasia Smutniak ("La passione"), Mark Ivanir ("Der Ruf der Wale"), Cosima Shaw ("V wie Vendetta")

INHALT:

Als angesagter Klatsch-Journalist ist Paul Jensen (Moritz Bleibtreu) in Berlin ziemlich erfolgreich. Da ihm das mit der Zeit jedoch nicht mehr reicht, heuert er bei einer Moskauer Zeitschrift an, um deren Party & People-Seiten auf Vordermann zu bringen. Doch bereits nach wenigen Wochen wird sein Schicksal in andere Bahnen gelenkt. Auf einem großen Moskauer Platz wird er Zeuge eines Mordes an einem politischen Journalisten.

Aus Zuneigung gegenüber seiner Kollegin Katja (Kasia Smutniak), lässt sich Paul überreden ihren vom Chefredakteur abgelehnten Nachruf über den Verstorbenen Verfechter der Wahrheit auf seinen Party-Seiten mitabzudrucken. Außerdem begleitet er die attraktive Frau auf eine Demo gegen die russische Regierung, welche härtere Antiterror-Maßnahmen beschließen will. Als dann auch noch in einer U-Bahn-Station eine Bombe explodiert, bei der Pauls Freundin Katja getötet wird, gerät der Journalist in das Visier der russischen Regierung und wird wegen angeblicher Beihilfe zum Terrorismus festgenommen.

 

KRITIK:

DIE VIERTE MACHT wurde zum Kinostart Anfang März 2012 von Kritikern ziemlich verrissen. So schreibt die Tageszeitung DIE ZEIT beispielsweise von einem lahmen Verschwörungsthriller nach Fertigbauteilen. Doch ist der Thriller von Dennis Gansel tatsächlich so schlecht? Die ersten 30 Minuten scheinen dies zu bestätigen. Denn zunächst ist DIE VIERTE MACHT ziemlich langweilig und der Regisseur scheint nicht zu wissen was er eigentlich will, die Handlung zieht sich. Doch nach diesen Anfangsschwierigkeiten wendet sich das Blatt und der deutsche Politkrimi entwickelt sich zu einem spannenden Enthüllungsthriller mit guten Effekten, überraschenden Wendungen und gut aufgelegten Schauspielern. Zwar guckt Hauptdarsteller Moritz Bleibtreu wie gewohnt einfach nur dumm aus der Wäsche, aber dieses Mal passt sein eher ratloser Gesichtsausdruck vollkommen, sodass seine Figur glaubwürdig wirkt und dessen Handeln nachvollziehbar ist. Dies gilt ebenfalls für Kasia Smutniak, die Bleibtreus geheimnisvolle Freundin mimt. Einzig völlig unglaubwürdig ist Max Riemelt als russischer Fotograf mit unechtem Akzent.

Dramaturgisch kann vor allem der Mittelteil überzeugen, in dem die Spannung Schritt für Schritt zunimmt und durch die gelungene Kameraarbeit sowie die sehr effektvollen Soundeffekte gekonnt verstärkt wird. Inhaltlich passt es auch, obwohl sich DIE VIERTE MACHT etwas übernimmt. Denn der Film will nicht einfach nur ein solider Verschwörungsthriller sein, sondern auch die gesamte russische Justiz kritisch beleuchten, auf deren Machenschaften aufmerksam machen und den Wert investigativer Journalisten in den Vordergrund rücken. Dies alles gelingt dem Regisseur auch, jedoch nur in Ansätzen. Trotz einer Filmlänge von knapp 120 Minuten bleibt zu wenig Zeit, um sämtliche angesprochenen Themen angemessen zu behandeln, so dass es durchgehend nur bei einer oberflächlichen Betrachtung bleibt.

Das Einzige, das von der ersten bis zu letzen Minute durchgehend überzeugt, sind die Spezialeffekte. Bereits in einer der ersten Szenen sieht der Zuschauer auf sehr realistische Weise ein Hochaus einstürzen. Auch die darauffolgenden visuellen Effekte, die jedoch nicht ununterbrochen, sondern gezielt eingesetzt werden, wie die Explosion in einer U-Bahn-Station, sehen echt aus.

Vielleicht hätte man sich bei der Anzahl der behandelten Themen ebenfalls ein wenig zurückhalten sollen. So wäre aus DIE VIERTE MACHT anstatt eines durchschnittlichen Polithrillers, eventuell ein hochklassiger Krimi geworden.


WERTUNG:

7/10

TRAILER:

Die vierte Macht

Mittwoch, 22. August 2012

Kritik zu: "Zettl"


DVD-Start:

Verleih: 24.08.2012
Verkauf: 24.08.2012

EXTRAS:

Making-Of-Zettl; nicht verwendete Szenen; Kinotrailer, verpatzte Szenen

REGIE:

Helmut Dietl ("Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief")

CAST: 

Michael Herbig ("Wickie und die starken Männer"), Karoline Herfurth ("Das Parfüm"), Senta Berger ("Unter Verdacht"), Dieter Hildebrandt ("Kabarett, Kabarett"), Götz George ("Nacht ohne Morgen"), Dagmar Manzel ("Die verlorene Zeit"), Ulrich Tukur ("Tatort"), Harald Schmidt ("Late Show"), Sunnyi Melles ("Rubbeldiekatz"), Gert Voss ("Mitte Ende August")

INHALT:

Zettl (Michael 'Bully' Herbig) ist ein bayrischer Chauffeur, doch in Wirklichkeit träumt er von etwas ganz anderem, als irgendwelche reichen Leute umher zu kutschieren. Eines Tages ist es so weit und der Bayer wagt den Sprung in die deutsche Hauptstadt Berlin, um sich dort für die Stelle bei einem Online-Boulevard-Blatt zu bewerben. Beim Vorstellungsgespräch verhält sich Zettl selbstbewusst und rücksichtslos, denn nur so glaubt er, könne er auch Erfolg haben.
 
Der ehemalige Chauffeur soll Recht behalten, denn prompt bekommt er die Position des Chefredakteurs angeboten - klar, dass Zettl die Stelle annimmt. Fortan begibt er sich mit Kameramann Herbie (Dieter Hildebrandt) in Berlin auf die Jagd nach interessanten Geschichten.

 

KRITIK:

Helmut Dietls ZETTL ist die inoffizielle Fortsetzung seiner von der Kritik gefeierten sechsteiligen Fernsehserie KIR ROYAL aus dem Jahr 1986. Auch die Kinoepisode wirft einen satirischen Blick auf die deutsche Medienlandschaft, konzentriert sich dieses Mal jedoch auf Berlin statt München. Vom alten Cast erhalten blieb unter anderem Dieter Hildebrandt, der erneut in die Rolle eines Paparazzo schlüpft, der für Klatschreporter Fotos von Prominenten macht.

Während Dietl bei KIR ROYAL so ziemlich alles richtig machte, was richtig zu machen war, ist ZETTL eine Anhäufung von Pleiten, Pech und Pannen. Dies fängt bereits beim misslungenen Drehbuch an, für das der Regisseur in Zusammenarbeit mit Benjamin von Stuckrad-Barre über sieben Jahre benötigte. Da wo detaillierte Ausführungen Sinn gemacht hätten, treiben die beiden das Geschehen unnötig schnell voran und umgekehrt. Dadurch ist der Film viel zu stacksig, die Geschichte holpert nur so vor sich hin und wirkt wie eine Aneinanderreihung prominenter Gastauftritte. Neben Ulrich Tukur, sind beispielsweise Harald Schmidt und Götz George neu mit dabei.

Von den Charakteren kann einzig Karoline Herfurths Figur überzeugen. Alle anderen sind over the Top und völlig unglaubwürdig. Zwar ist es normal in einer Satire Charaktere zu überzeichnen, ZETTL übertreibt das Maß des zumutbaren jedoch deutlich. Beispielsweise gibt es einen Sabine Christiansen-Verschnitt, der ununterbrochen über die Stränge schlägt, Drogen konsumiert, Alkohol trinkt und Mitmenschen beleidigt, ohne das es dabei unterschiedliche Facetten geben würde, die diese Figur als durchdacht erscheinen ließen.

Zu der mangelhaften Qualität der Charaktere, gesellen sich zu allem Übel auch noch mäßige Schauspielleistungen. Hildebrandt kommt als Enthüllungsjournalist noch am besten weg. Michael 'Bully' Herbig gibt zwar sein Bestes, kann jedoch Null überzeugen. Götz George, Ulrich Tukur, Senta Berger und weitere sogenannte A-Prominenz scheint am Set wohl durchweg einen "schlechten Tag" erwischt zu haben.

So ist die satirische Grundidee von ZETTL zwar durchaus interessant, diese kann jedoch aufgrund der mangelhaften Figurenzeichnung und des holprigen Drehbuchs nicht überzeugen. Offenbar sprach sich die mäßige Qualität der Satire äußerst schnell beim Publikum herum. Denn währen Dietl mit Filmen wie ROSSINI - ODER DIE FRAGE WER MIT WEM SCHLIEF um die drei Millionen Zuschauer begeistern konnte, hatte ZETTL bislang gerade Mal knapp 160.000 Besucher.


WERTUNG:

1/10

TRAILER:

Zettl

Montag, 13. August 2012

Kritik zu: "Türkisch für Anfänger"


DVD-Start:

Verleih: 16.08.2012
Verkauf: 16.08.2012

EXTRAS:

Audiokommentar mit Josefine Preuß, Elyas M'Barek, Bora Dagtekin und Lena Schönmann; Interviews (ca. 15 Min.); Musikvideo Cem Öztürk "Nutten am Pool" (ca. 2 Min.); Musikvideo Adam Lambert "Better than I know myself" (ca. 3 Min.); Making of (ca. 10 Min.); Deleted Scenes (ca. 2 Min.); Facebook Clips (ca. 4 Min.); Outtakes (ca. 5 Min.); Teaser und Trailer (ca. 4 Min.); Darstellerinformationen

REGIE:

Bora Dagtekin ("F*** you Göthe")

CAST: 

Elyas M'Barek ("What a Man"), Josefine Preuß ("Rubbeldiekatz"), Anna Stieblich ("Der ganz große Traum"), Adnan Maral ("Unknown Identity"), Pegah Ferydoni ("Zweiohrküken"), Arnel Taci ("Zivilcourage")

INHALT:

Lena (Josefine Preuß) schiebt ziemlich großen Frust. Nicht nur, dass sie von ihrer Mutter (Anna Stieblich) ständig mit deren Jugendwahn, Psychogequatsche und ihrer allzu antiautoritären Erziehung genervt wird. Nun will diese auch noch mit ihrer Tochter gemeinsam in Ostasien Urlaub machen! Aufgrund fehlender Alternativen, willigt Lena notgedrungen ein.

Als die 19-Jährige ins Flugzeug steigt, dass sie zu ihrem Urlaubsdomizil bringt, wird ihre schlechte Laune immer schlimmer, da sie neben einem Türken (Elyas M'Barek) Platz nehmen soll. Für 99,99% der Menschheit mag so etwas kein Problem sein, für Lena aber schon, da sie Personen aus diesem Land durchweg als Kriminelle oder Sozialschmarotzer vorverurteilt.

Als Lenas Flugzeug schließlich gar in der Südsee notwassern muss, ist für sie der persönliche Supergau perfekt: Gemeinsam mit zwei Türken und einem Griechen strandet sie auf einer einsamen Insel. Keine Frage, dass nur wenige Minuten vergehen, bis zwischen der eingebildeten sowie sich selbst für emanzipiert haltenden 19-Jährigen und den drei anderen der erste große Streit losbricht ...


KRITIK:

Zwischen 2005 und 2008 gab es eine kleine Vorabendserie in der ARD, die auf ebenso charmante wie humorvolle Weise mit Vorurteilen zwischen Türken und Deutschen aufräumte. Ihr Name: TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER: Knapp vier Jahr nach Serienende, erscheint nun der gleichnamige Kinoableger, in dem die Vorgeschichte zur ersten Folge erzählt wird und sämtliche Schauspieler der Serie erneut mitwirken, darunter Elyas M'Barek und Josefine Preuß. Leider kann die Kinoversion von TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER qualitativ mit der Vorlage jedoch nicht im geringsten mithalten. 

Während die Serie durch Charme, Humor und Natürlichkeit zu überzeugen wusste, wirkt dessen Ableger ausschließlich künstlich und aufdringlich. Vor allem bei den Charakteren sind eklatante Qualitätsunterschiede zwischen Fernseh- und Kinoprodukt festzustellen. So versucht Regisseur Bora Dagekin sämtliche interessanten Aspekte der Vorlage in die Leinwandversion zu pressen. Dies führt allerdings zu völlig überspitzten, unglaubwürdigen und daher unsympatischen Figuren, mit denen sich der Zuschauer kaum identifizieren kann. 

Speziell Lena, die von der aufstrebenden Darstellerin Josefine Preuß verkörpert wird, gibt Anlass zum wütend werden. Im Film ist die 19-Jährige lediglich als pöbelnde, rassistische und besserwisserische Göre wahrnehmbar, während ihre sensiblen Seiten kaum zu erkennen sind. Diese machen die Figur jedoch aus und die Serie TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER zu etwas Besonderem. Insofern wäre es vermutlich besser gewesen, nur die wichtigsten Elemente der Vorlage aufzugreifen und den Rest für mögliche Fortsetzungen aufzusparen, um so die Charaktere behutsamer und vielschichtiger aufbauen zu können. 

Unter der Überfrachtung leiden auch die Dialoge. So wird Witz nach Witz herausgehauen, ohne das sich auch nur ein einziger sinnvoll in die Handlung integrieren würde. Die eh nur mäßigen Gags, haben so gar nicht erst die Chance ihre Wirkung  zu entfalten.

Dass es einen zweiten Teil von TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER geben wird, daran besteht meines Erachtens jedenfalls keinerlei Zweifel. Zwar wurde noch nichts offiziell verkündet. Aber mit bis dato über 2,3 Millionen Zuschauern, ist die Komödie der mit Abstand besucherstärkste deutsche Film des Jahres, so dass ein erneutes Wiedersehen mit Lena unausweichlich scheint.

  

WERTUNG:

2/10

TRAILER:

Türkisch für Anfänger

Freitag, 10. August 2012

Kritik zu: "Offroad"

Hi! Ich war die letzten zwei Wochen im Urlaub, so dass ich leider nicht zum Schreiben gekommen bin. Nun geht es aber wie gewohnt weiter, angefangen mit einem DVD-Nachzügler der letzten Woche! :) 

 

 

DVD-Start:

Verleih: 02.08.2012
Verkauf: 02.08.2012

EXTRAS:

Culcha Candela Musikvideo "Hungry Eyes"; Making Of; Deleted Scenes

REGIE:

Elmar Fischer ("Post Mortem")

CAST: 

Nora Tschirner ("Keinohrhasen"), Elyas M'Barek ("Türkisch für Anfänger"), Maximilian von Pufendorf ("Buddenbrooks"), Tonio Arango ("Pink"), Thomas Fränzel ("Vielleicht in einem anderen Leben"), Stefan Rudolf ("Laconia")

INHALT:

Meike (Nora Tschirner) hat keinen Bock in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und bald Chefin seines Rasenmäher-Grasfangbeutel-Betriebes zu werden. Denn was kann schon langweiliger sein, als den ganzen Tag lang Müllbeutel zu verkaufen? Ein Sache beziehungsweise jemanden gibt es da tatsächlich: Meikes Ehemann (Max von Pufendorf), der sich zwar edel kleidet, ansonsten aber von guten Manieren keine Ahnung hat.

Um ihrem Leben neuen Schwung zu verleihen, entschließt sie sich kurzerhand bei einer Auktion mitzumachen. Meike ersteigert sogar etwas, einen alten Jeep für mehrere Tausend Euro - auf den ersten Blick ein glasklarer Fehlkauf. Doch als zwei merkwürdige Gestalten versuchen ihr die alte Kiste für 20.000 Euro abzkaufen, merkt die junge Frau, dass sie mit dem Wagen offenbar doch einen guten Fang gemacht hat. Zur Überraschung der beiden Männer, lehnt Meike ihr Angebot jedoch dankend ab.

Als sie den Wagen zuhause abstellt und den Kofferaum öffnet, stellt sie fest, weshalb die Fremden so interessiert an dem Auto waren: Unter einer Metallplatte sind dort nämich 50 Kilo Kokain versteckt! Doch anstatt zur Polizei zu gehen und den Fund anzuzeigen, entschließt sich Meike zu etwas ganz anderem: Anstatt den väterlichen Betrieb zu übernehmen, will sie ihr Geld ab sofort mit dem dealen von Drogen verdienen. Doch so einfach wie sie es sich vorstellt, funktioniert das leider nicht.

KRITIK:

Mit über 400.000 Zuschauern war OFFROAD zu Beginn des Jahres 2012 ein kleiner Überraschungserfolg. Mit dafür verantwortlich ist zweifelsohne Nora Tschirner, die sich durch ihre Hauptrollen in den Til Schweiger-Filmen KEINOHRHASEN und ZWEIOHRKÜKEN einen Namen als talentierte Komödiantin gemacht hat und ihre Fähigkeiten in Elmar Fischers Inszenierung erneut unter Beweis stellt. Die Berlinerin überzeugt durch ihre natürliche und einnehmende Art. Der Zuschauer kann stets das Leiden ihrer Figur nachvollziehen, wenn diese mal wieder einen seelischen Tiefschlag verpasst bekommt und fiebert mit, wenn Meike ihre Ängste überwindet.

Tschirners Talent täuscht jedoch nicht über die zahlreichen Schwachstellen des Drehbuchs hinweg. So wird unter anderem bereits nach wenigen Minuten deutlich, wie das Road Movie enden wird. Überraschende Wendungen wären für die Dynamik der Geschichte jedoch notwendig gewesen, insbesondere, weil es sich bei OFFROAD ja um ein Road Movie handelt. So aber bleibt die Komödie ein Selbstfindungstrip ohne erkennbares Ziel, der bereits nach kurzer Zeit wieder in Vergessenheit gerät.

WERTUNG:

4/10

TRAILER:

Offroad